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Rurtalsperre läuft über: Dammbruch im Kreis Heinsberg – weitere Gefahren nicht ausgeschlossen

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Von: Johanna Werning

Die Staumauer an der Rurtalsperre Schwammenauel.
Auch der Kreis Heinsberg ist von der übergelaufenen Rurtalsperre betroffen © Oliver Berg/dpa

Seit Donnerstagabend läuft die Rurtalsperre über. Auch der Kreis Heinsberg ist betroffen. Bei Wassenberg ist ein Damm gebrochen. 700 Menschen werden evakuiert.

Update, 09:17 Uhr: In der Nacht waren neben den regionalen Einsätzen auch überörtliche Kräfte aus Bochum und Herne im Einsatz. „Die Zufahrten in und aus dem Ort Ophoven werden vor den sich ausbreitenden Wassermengen gesichert, um die Evakuierung weiterhin sicherstellen zu können“, so die Stadt Wassenberg weiter. Am späten Donnerstagabend ist ein Damm der Rur gebrochen. 700 Menschen werden evakuiert. Eine Ausbreitung der evakuierten Orte auf die Stadtteile Effeld und Steinkirchen ist möglich.

Rurtalsperre läuft über: Dammbruch im Kreis Heinsberg – Aktuelle Lage

Update, 17. Juli, 09:06 Uhr: Die Lage im Kreis Heinsberg ist weiterhin angespannt. „Die Ophovener Bevölkerung wird weiterhin darum gebeten, den Weisungen und Empfehlungen der Einsatzkräfte zu folgen“, teilt die Stadt Wassenberg mit. Laut Beobachtungen der Einsatzkräfte vor Ort stagnieren jedoch die Pegelstände am Umspannwerk am Forster Weg. „Eine generelle Gefährdung der Stromversorgung besteht nach jetzigem Stand nicht“, heißt es weiter.

Es kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass durch die hohen Wasserstände weitere Gefährdungen folgen. Betroffene im Wassenberger Ortsteil Ophoven, die nicht in der Lage sind, ihr Haus aus eigenen Kräften zu verlassen, sollen sich bei der städtischen Hotline melden: 02432 4900 823. „Bei dringenden Notfällen oder bei akuter Gefahr ist der Notruf 112 zu wählen“, so die Stadt weiter.

Für folgende Orte gilt eine Vorwarnung zu einer Evakuierung:

Rurtalsperre läuft über: Dammbruch im Kreis Heinsberg – 700 Menschen werden evakuiert

Update, 23:52 Uhr: Die Grundschule Birgelen im Ortskern von Wassenberg steht als Notunterkunft für die evakuierten Menschen bereit. Busse transportieren die Menschen, die kein eigenes Auto haben, aus dem Gefahrenbereich, wie die Aachener Zeitung berichtet. Wer sein Haus nicht aus eigener Kraft verlassen kann, soll die Telefonnummer 02432/4900823 anrufen. Die Feuerwehr hilft dann bei der Evakuierung.

Update, 23:21 Uhr: Laut Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer liegt die Ursache für den Dammbruch in den Niederlanden. Wie der WDR berichtet, sollen in den Niederlanden, genau an der Stelle, wo die Rur in die Maas fließt, Schleusenklappen geschlossen worden sein. Die seien der Grund für den aktuellen Rückstau. Bürgermeister Maurer versuche nun, Kontakt mit den Zuständigen auf der niederländischen Seite aufzunehmen, sodass sie dort die Schleusen wieder öffnen.

Wassenberg liegt im Kreis Heinsberg nahe der niederländischen Grenze. Der beliebte Ausflugsort Roermond liegt nur etwa 15 Kilometer nordwestlich von Wassenberg.

Kreis Heinsberg: Damm der Rur gebrochen – Evakuierungen laufen

Update, 22:51 Uhr: Die Warn-App Nina hat eine Warnung für Ortschaften in Wassenberg herausgegeben. „Aufgrund der Hochwasserlage können Teile der Ortschaft Wassenberg/Effeld und Steinkirchen überflutet werden“, heißt es in der Warnung. Noch bestehe keine Notwendigkeit auch diese Orte zu evakuieren, „allerdings ist die Lage so dramatisch und unvorhersehbar, dass wir die weitere Entwicklung nicht einschätzen können“, so der Kreis Heinsberg. Menschen werden gebeten, sich in den Ortschaften Effeld und Steinkirchen auf eine kurzfristige Evakuierung vorzubereiten.

Update, 22:40 Uhr: In der Nähe des Ortes Wassenberg im Kreis Heinsberg ist ein Damm der Rur gebrochen. 700 Menschen müssen aus dem Ortsteil Ophoven evakuiert werden.

Update vom 16. Juli, 20:25 Uhr: Es gibt gute Nachrichten aus Hückelhoven: „Die Pegelstände der Seen und Bäche im Stadtgebiet sinken“, teilt die Stadt im Kreis Heinsberg mit. Doch die Stadt hat das Hochwasser im Westen von Deutschland „deutlich zu spüren bekommen“.

Rurtalsperre läuft über: Teile von Hückelhoven evakuiert – „Lage ist noch nicht überwunden“

Kreis Heinsberg – Die Rurtalsperre in Kreis Düren läuft über. Die Orte Barmen, Düren, Jülich und Nideggen wurden evakuiert. Zeitweise wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Doch auch der Kreis Heinsberg ist von dem Hochwasser betroffen. Örtlichen Krisenstäbe begleiten die Lage vor Ort, vor allem Hückelhoven kämpft mit Überschwemmungen.

Rurtalsperre läuft über: Hückelhoven evakuiert

„Die Lage in unserer Stadt ist nach wie vor ernst. Schwerpunkt der Überschwemmung sind die Stadtteile Brachelen und Hilfarth“, heißt es auf der Internetseite der Stadt Hückelhoven. Einige Straßenzüge in den Stadtteilen Brachelen, Hilfarth und Ratheim wurden evakuiert und Notunterkünfte bereitgestellt:

Rurtalsperre läuft über: Notunterkünfte in Hückelhoven

Turnhalle Brachelen, Ritzerfeldstraße,

Mehrzweckhalle Hückelhoven, Dr.-Ruben-Straße

Der WDR berichtet, dass die Rur an etlichen Stellen über die Ufer getreten ist. Außerdem hat in Hückelhoven-Brachelen die Rur das Gewerbegebiet überschwemmt.

Rurtalsperre läuft über: Kreis Heinsberg hat Hochwasser „noch nicht überwunden“

„Wir möchten als Kreis Heinsberg auf der kommunalen Ebene den Menschen helfen, die besonders hart vom Hochwasser getroffen worden sind“, sagt der Landrat Stephan Pusch. „Die Lage ist noch nicht überwunden, aber es zeichnet sich Entspannung ab“, so Pusch auf Facebook. Vor allem an der Wurm hat sich die Lage entspannt. Die Gegend rund um die Rur gleicht jedoch einer „Seenplatte“.

Rurtalsperre läuft über: Ausmaß der Schäden noch nicht bekannt

Die Lage an der Rurtalsperre sei jedoch zum Glück nicht ganz so dramatisch gewesen, wie zunächst befürchtet. „Wir werden nasse Keller haben, wir werden viele Leute haben, die geschädigt sind, aber als Kreis Heinsberg werden wir mit einem blauen Auge davon kommen“, so Pusch weiter.

Das genaue Ausmaß kann jedoch nicht festgelegt werden. „Erst wenn das Wasser zurückgeht, sehen wir wie groß die Schäden wirklich sind.“ Das liegt vor allem daran, dass aktuell keine Pumparbeiten stattfinden können. Das abgepumpte Wasser aus Kellern oder anderen Räumen würde den Pegel lediglich schneller steigen lassen, so der Landrat weiter.

Rurtalsperre läuft über: Kreis Heinsberg richtet Spendenkonto ein

Bis mit den Arbeiten begonnen werden kann, will der Kreis Heinsberg die Zeit nutzen und Spenden für Betroffene sammeln. „Auch jetzt, wo unser Kreis vom Hochwasser betroffen ist, ist Zusammenhalt gefragt“, so der Kreis.

In Geilenkirchen sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Auch im Rhein-Erft-Kreis sind aufgrund des Hochwassers Menschen gestorben. In Euskirchen gibt es ebenfalls Tote. Mehrere Menschen werden noch immer vermisst. (jw mit dpa)

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