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Fluch wird auf Geld übertragen: Seniorin fällt auf Hexerei-Betrug rein

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Von: Vanessa Moesch

Eine 70-Jährige wird von drei unbekannten Frauen angesprochen, dass sie verhext sei. Mit Hilfe von Hokus Pokus soll der Fluch auf Geld übertragen.

Sankt Augustin - Wer heutzutage böse Geister oder auch das Schlechte austreiben lassen möchte, der hat allerlei Möglichkeiten: heilende Steine, Kerzen oder Räucherstäbchen zum Beispiel. Bei einer älteren Dame aus Sankt Augustin (NRW) sollte ein Fluch aber nicht mit Duft und Kerzenschein ausgetrieben, sondern auf Geld übertragen werden.

Fluch wird auf Geld übertragen: Ältere Dame fällt auf Hexerei-Betrug rein

Am Donnerstagmittag (6. Oktober) hielt sich die betroffene Frau aus Sankt Augustin dort in einem Bekleidungsgeschäft auf, berichtet wa.de. Dabei wurde sie nach Angaben der Polizei nacheinander von drei unbekannten Frauen angesprochen. Sie erzählten der Frau, dass sie sehr krank und verhext sei. Sie stünde mit einem Fuß bereits im Grab. Um ihr zu helfen, solle sie einen größeren Geldbetrag holen, auf den man diesen Fluch übertragen könne.

Sie vereinbarten einen Treffpunkt, wo die Geschädigte erscheinen sollte, nachdem sie zu Hause ihr gesamtes Bargeld abgeholt hatte. Dieser Aufforderung kam sie nach. Mit einem kleineren Geldbetrag erschien sie dann an dem vereinbarten Treffpunkt. Eine der Frauen wickelte das Geld in ein Handtuch, zerschlug unter anderem ein Ei darüber und gaukelte der 70-Jährigen vor, dass sie dieses unter ihr Kopfkissen legen und darauf schlafen sollte. Das würde den Heilungsprozess beschleunigen.

Anschließend vereinbarten sie für den nächsten Tag in Sankt Augustin an der Mittelstraße ein erneutes Treffen, bei dem die Geschädigte zu ihrer Hausbank gehen und einen fünfstelligen Betrag abholen sollte. Dadurch würde sie das „Schlechte“ aus ihrem Körper auf das Geld übertragen.

Betrug an 70-Jähriger: Polizei eingeschaltet

Der Sankt Augustinerin kamen jedoch Zweifel, und sie kontaktierte die Polizei. Zusammen mit den Beamten gingen sie zum vereinbarten Treffpunkt. Dort konnte eine der tatverdächtigen Frauen angetroffen werden. Die 37-jährige Frau ohne festen Wohnsitz in Deutschland wurde vorläufig festgenommen.

Während der Durchsuchung der 37-Jährigen fanden die Polizisten in ihren Sachen rund 23.000 Euro, die mutmaßlich aus weiteren Betrugsdelikten stammen. Das Geld wurde sichergestellt. Sie wurde einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft wegen versuchten gemeinschaftlichen Betrug anordnete.

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