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Erneut totes Pony gefunden – waren es wieder Wölfe?

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Ein europäischer Grauwolf.
Seit Monaten kommt es im Wolfsgebiet Schermbeck zu Wolfsattacken gegen Ponys und Schafe (Symbolbild). © Martin Wagner / Imago

Schon wieder wurde ein Pony in Schermbeck getötet. Der Verdacht fällt auf die Wölfe im Gebiet. Eine DNA-Untersuchung soll nun Klarheit bringen.

Schermbeck/Düsseldorf – Im Wolfsgebiet Schermbeck (Kreis Wesel) ist wieder ein Pony getötet worden, vermutlich von einem Wolf. Das tote Tier wurde auf einer Weide in Bottrop-Kirchhellen im nördlichen Ruhrgebiet entdeckt.

Pony in Schermbeck durch Wolf getötet? DNA-Untersuchung soll Klarheit bringen

Das Landesumweltamt erklärte am Dienstag, auch wenn die Annahme naheliege, dass die Schermbecker Wölfe beteiligt waren, müsse das Ergebnis der Untersuchungen abgewartet werden. Es seien Proben für eine DNA-Untersuchung entnommen worden. Damit kann nachgewiesen werden, ob der tödliche Angriff auf einen Wolf zurückgeht. Nach Angaben einer örtlichen Bürgerinitiative handelte es sich um ein etwa 30 Jahre altes Shetlandpony.

Wolfsgebiet Schermbeck

In den vergangenen Monaten waren in der Region Schermbeck mehrfach Ponys von Wölfen gerissen worden. Auch Schafe werden immer wieder von den Raubtieren gerissen. Schermbeck war die erste von inzwischen vier Regionen in NRW, in der sich ein Wolf ansiedelte. Inzwischen lebt dort ein Rudel.

Unterdessen hat das Landesumweltamt Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn zu wolfsabweisenden Zäunen geraten. Das gelte auch für eine umgebende Pufferzone, hieß es beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. In den Wolfsgebieten und Pufferzonen würden Präventionsmaßnahmen wie Elektrozäune „zu hundert Prozent gefördert“. Eine Entschädigung für nachweislich von einem Wolf getötete Schafe, Ziegen oder Gehegewild könne nur geleistet werden, „wenn ein wolfsabweisender Grundschutz“ vorhanden sei.

Wölfe in NRW: Auch im Hohen Venn bei Monschau und im Nationalpark Eifel

Im Fall von gerissenen Schafen im September und Oktober im Hohen Venn bei Monschau ergaben dem Landesamt zufolge Untersuchungen von Abstrichproben: Es handelte sich hier um eine Wölfin, die sich seit Ende 2020 überwiegend im belgischen Teil des Hohen Venns bewegt und mit einem ebenfalls von dem Amt erfassten Wolfsrüden ein Rudel gegründet habe. Zudem sei ein Alpenwolf im Nationalpark Eifel nachgewiesen worden, der ein Rotwildkalb gerissen hatte.

Auch in anderen Teilen von NRW hätten sich Wolfsrüden aus einer Alpenpopulation vorübergehend aufgehalten, über ihren Verbleib sei aktuell nichts bekannt. (bs/dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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