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Seltene Schildkröte an NRW-Flughafen wirft Rätsel auf

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Die Maurische Landschildkröte nach ihrer Ankunft in Deutschland.
Die Maurische Landschildkröte nach ihrer Ankunft in Deutschland. © Hauptzollamt Duisburg

Der Zoll hat in einem Flugzeug am Flughafen Weeze eine Maurische Landschildkröte entdeckt. Wie genau das Tier an Bord kam, ist aber unklar.

Weeze/Duisburg – Sie zählt zu den gefährdeten und geschützten Tierarten und eine von ihnen lebt jetzt in NRW, auch wenn niemand so richtig weiß, warum: die Maurische Landschildkröte. Ein Exemplar einer solchen Schildkröte wurde jetzt vom Zoll am Flughafen Weeze entdeckt. Offenbar war die Maurische Landschildkröte am 29. Dezember als „blinder Passagier“ an Bord eines Fluges aus Marrakesch (Marokko) entdeckt worden.

Seltene Schildkröte nach Flug am Flughafen Weeze entdeckt

„Die Schildkröte war im Flugzeug herrenlos unterwegs und wurde nach der Landung an die Zöllner*innen übergeben“, berichtet der Zoll aus Duisburg. Wie genau die Schildkröte ins Flugzeug gelangen konnte, ist unklar. Sie wurde nach einer Erstversorgung an den Terrazoo in Rheinberg (Kreis Wesel) übergeben. Die Experten dort bestimmten dann auch, dass es sich bei der Schildkröte um ein Exemplar der Maurischen Landschildkröte handelt.

Maurische Landschildkröte

Die Maurische Landschildkröte wird bis zu 35 Zentimeter groß und kann ein Gewicht von über fünf Kilogramm erreichen. Damit zählt sie zu den kleinen bis mittelgroßen Schildkröten. Sie hat eine Lebenserwartung von 60 bis 80 Jahren. Die Tiere leben vor allem in Nordafrika sowie in Teilen von Südeuropa und Asien. Die Maurische Landschildkröte ist ein Pflanzenfresser und ihre Art gilt als gefährdet und ist somit streng geschützt.

Maurische Landschildkröte: Vermutlich ohne Dokumente eingeführt

Eine Zollsprecherin betont, dass die Maurische Landschildkröte nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt ist. „Die Ein- und Ausfuhr kann aufgrund der Bedrohung ihrer Population nur mit artenschutzrechtlichen Dokumenten erfolgen. Vermutlich gab es diese Bescheinigung nicht, denn ein Besitzer konnte unter den Passagieren nicht ermittelt werden“, so die Sprecherin. „Bei der Mitnahme von artengeschützten Tieren, Pflanzen oder daraus hergestellten Gegenständen droht nicht nur die Beschlagnahme, sondern auch die Verhängung einer Geldstrafe.“ (bs/ots) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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