Nach dramatischen Szenen in Winterberg

Gemeinde zieht die Reißleine: Nächstes Schneeparadies macht dicht

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Schnee ist vor allem für Kinder eine Attraktion - aber auch für Influencer. (Symbolbild)
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Der Oberbergische Kreis ist vom Schnee verwöhnt. Damit eine Gemeinde nicht überrannt wird, werden am Wochenende die Zufahrtsstraßen zum Wintersportgebiet gesperrt.

  • Reichshof im Bergischen Land sperrt die Zufahrtsstraßen.
  • Nachdem Winterberg am Wochenende überrannt wurde, beugt die nächste Gemeinde vor.
  • Schnee-Tourismus wird auch auf Instagram zum Problem.

Köln - Es schneit, es schneit, und alle wollen raus: Die nächste Gemeinde reagiert auf den schneebedingten Besucherandrang mit Straßensperrungen. Reichshof im Oberbergischen Kreis macht am Wochenende dicht und sperrt die Zufahrtsstraßen zu seinem Wintersportgebiet Blockhaus. Kilometerlange Autoschlangen, überfüllte Parkplätze, Missachtung der Abstands- und Hygieneregeln - Szenen, die zuletzt aus Winterberg durch die Medien gingen.

Lifte und Loipen waren in Reichshof ohnehin gar nicht erst in Betrieb genommen worden. Weil es aufgrund des möglichen schneereichen Wochenendes aber zu einem Andrang ähnlich wie in Winterberg kommen könnte, reagiert die Gemeinde frühzeitig, „um ein Verkehrschaos zu vermeiden und auch der Corona-Pandemie entgegen zu wirken“.

Schnee in NRW: Bürgermeister bedauert: „Diesen Winter geht es nicht“

Bürgermeister Rüdiger Gennies bedauert zwar das Ausbleiben der Gäste, betont aber: „Wie sehr wir uns auch immer auf Schnee und die vielen Besucher aus den umliegenden Städten freuen, diesen Winter geht es leider nicht“. Deshalb behält sich die Gemeinde auch vor, die Sperrungen an weiteren Tagen einzurichten, wenn notwendig. Es soll Kontrollen geben.

Das Gebiet rund um Blockhaus in der Gemeinde Reichshof ist mit seinen 370 Höhenmetern ein beliebter Wintersport- und Ausflugsort für all diejenigen, die für einen kurzen Schneeausflug nicht stundenlang aus Nordrhein-Westfalen gen Süden fahren wollen.

Schnee in Winterberg: Schnee-Touristen fluten den Wintersportort

Zu beinahe dramatischen Szenen war es am vergangenen Wochenende in Winterberg im Sauerland gekommen. Kilometerlange Staus auf verschneiten Landstraßen und für Corona-Verhältnisse viel zu volle Pisten und Rodelhänge prägten das Bild. Die Stadt reagierte, sperrte Pisten und Parkplätze, um die Schnee-Touristen fernzuhalten.

Für öffentliche Empörung gesorgt hatten im Internet einige Influencer, die es sich nicht nehmen lassen konnten, Fotos von sich im Schnee zu posten. So wie Ex-Bachelorette Gerda Lewis. Sie hatte ein - wohl schon zu einem früheren Zeitpunkt geschossenes - Schneefoto gepostet und wurde dafür von Oliver Pocher hart angegangen.

Schnee in NRW: Instagram ist voll von Schneebildern - Influencer posten weiter

In einer tränenreichen Story rechtfertigte sie sich. Pocher ging es aber vor allem um Gerdas Vorbildfunktion. Durch ihr Foto könnten sich Leute dazu animiert fühlen, nach Winterberg zu fahren, um Schneebilder und damit die Region noch voller zu machen. Tatsächlich häufen sich die die Bilder unter dem Hashtag #winterberg auf Instagram.

Auch zu Reichshof/Blockhaus gibt es auf der Plattform Einträge, von überfüllten Pisten sieht man allerdings so gut wie nichts. Durch das frühzeitige Eingreifen der Gemeinde wird das wohl auch so bleiben. (sk)

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