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Sommerreifen im Schnee: Dann droht ein Bußgeld

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Von: Maximilian Gang

Es ist Winter in Deutschland: Die Temperaturen sinken und die Straßen werden glatter. Was gilt bei Schnee? Darf man mit Allwetterreifen unterwegs sein? Was jetzt zu beachten ist.

Köln – Die Tage werden kürzer, draußen wird es frostig und in manchen Orten in Nordrhein-Westfalen ist bereits der erste Schnee gefallen. So sehr das Wetter für so manchen zur Adventsidylle beiträgt, für Autofahrer kann die aktuelle Witterung bei schlechter Vorbereitung schnell zu einem gefährlichen Unterfangen werden, denn: Mit den sinkenden Temperaturen werden auch die Straßen glatter und die Gefahr auf der Straße nimmt zu. Ein Wechsel auf geeignete Reifen ist deshalb unerlässlich. 24RHEIN erklärt, was es dabei zu beachten gilt.

Auto fahren im Winter: Wann sollte man auf Winterreifen wechseln?

Generell gilt die Empfehlung des Wechsels auf Winterreifen von „O bis O“ – also von Oktober bis Ostern, wie die Polizei NRW erklärt. Wenn die Temperaturen unter sieben Grad fallen, sollte aber auch außerhalb des Zeitraums auf die Wintervariante gesetzt werden. Und der Wechsel ist wichtig, denn: „Tests haben gezeigt, dass man mit Sommerreifen bei einer Vollbremsung aus 50 Stundenkilometern auf schneeglatter Fahrbahn nach 43 Metern zum Stehen kommt, mit Winterreifen bereits nach 35 Metern“, heißt es beim NRW-Innenministerium. Deshalb sind Winterreifen bei glatten Straßen vorgeschrieben.

Kennzeichnung: Woran erkennt man Winterreifen?

Doch auch die Reifen selbst sollten wintertauglich sein. Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung sind das solche, die mit dem Alpine-Symbol versehen sind. Das Symbol stellt ein Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke dar. Umgangssprachlich wird es deshalb auch als „Schneeflockensymbol“ bezeichnet. Doch aktuell sind Winterreifen nicht die einzige Variante, die bei Fahrten im Winter erlaubt ist.

Das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) auf einem Reifen
Für Reifen, die nach dem 1. Januar 2018 produziert wurden, ist das Alpine-Symbol verpflichtend. (Archivfoto) © David Ebener/dpa

Auto fahren bei Schnee und Eis: Sind Allwetterreifen noch erlaubt?

Bis Ende September 2024 sind auch Allwetter- oder Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung übergangsweise erlaubt. Voraussetzung ist jedoch, dass diese vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden. Wann die Reifen hergestellt wurden, ist auf der Prägung am Reifen zu erkennen. Die Empfehlung der Polizei geht aber zu Reifen mit dem Alpine-Symbol, da diese – im Gegensatz zu M+S-Reifen – zur Zulassung eine Mindestgriffigkeit auf Schnee nachweisen mussten.

Doch auch die beste Bereifung hält nicht ewig: Experten raten dazu, Winterreifen mit einer Profiltiefe von weniger als vier Millimetern auszutauschen. Zudem sollten die Reifen auch nicht ewig genutzt werden: nach maximal acht Jahren sollten man neue anschaffen.

Welche Strafen drohen beim Fahren mit falscher Bereifung?

Wer im Winter bei Schnee und Eis mit Sommerreifen fährt, muss mit Konsequenzen rechnen:

Zahlt die Versicherung beim Unfall mit Sommerreifen?

Neben den Bußgeldern drohen bei Schäden am Auto durch Unfälle auch andere Konsequenzen, denn: der Versicherungsschutz ist eingeschränkt. „So kann der Versicherungsnehmer, der ohne die erforderlichen Winterreifen unterwegs war, im Nachgang eines Verkehrsunfalls mit mehreren Tausend Euros zur Kasse gebeten werden“, wie das Innenministerium erklärt.

Ein Auto steht im Schnee, mit einem Reifen, der von Schnee ummantelt ist.
Im Winter ist die richtige Bereifung äußerst wichtig. (Archivbild) © Patrick Daxenbichler/Imago/Zoonar.com

Wenn jemand sich beim Unfall verletzt hat, kann es richtig teuer werden: Dann können zu den Kosten für die Sachschäden noch Schmerzensgeld, Verdienstausfälle oder Rentenansprüche hinzukommen. Und selbst, wenn man nicht für den Unfall verantwortlich ist, zahlt die Haftpflichtversicherung des Verursachers oftmals nur einen bestimmten Prozentsatz des entstandenen Schadens.

Richtige Fahrweise und Vorbereitung kann Unfälle vermeiden

Doch auch mit Winterreifen machen Schnee und Eis die Fahrt gefährlich: „Daher ist es im Herbst und Winter wichtig, vorausschauend zu fahren und die Fahrweise an die widrigen Wetterverhältnisse anzupassen“, teilt das Ministerium mit. Hilfreich dabei könnte ein spezielles Fahrsicherheitstraining sein, um die eigenen Grenzen und die des Fahrzeugs einschätzen zu können.

Wenn man sich dann selber für die Fahrt im Winter fit gemacht hat, gilt es nur noch, das Auto – neben den Reifen – wintertauglich zu machen. So sollte man den Frostschutz für das Scheibenwischwasser nachfüllen und die Scheibenwischerblätter kontrollieren. Laut Experten ist ein Wechsel einmal im Jahr empfehlenswert. Auch Batterie, Beleuchtung und Kühlwasser gilt es zu überprüfen. Eiskratzer, Besen und Wolldecke sollten zudem im Winter in jedem Auto vorhanden sein. Auch für Fußgänger gibt es Gefahren im Winter. Was bei Eis, Schnee und Matsch beachtet werden sollte, erklärt echo24.de. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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