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Schulen im Rhein-Sieg-Kreis bald wieder zu? Krisenstab will zurück zum Distanzunterricht

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Von: Johanna Werning

Leere Stühle und Tische stehen in einem Klassenraum.
Der Rhein-Sieg-Kreis lässt beim Landesministerium prüfen, ob die Rückkehr in den Distanzunterricht möglich ist (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Die Schulen im Rhein-Sieg-Kreis sollen bald wieder schließen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in Nachbarstädten sei ein Distanzunterricht nötig, so der Krisenstab.

Siegburg – Bei den Regelungen für Kitas und Schulen möchte der Rhein-Sieg-Kreis nun vorpreschen und trotz Inzidenzwert unter 200 prüfen, ob man zu einem Distanzunterricht zurückkehre. Das teilte der Krisenstab in einer Pressemitteilung mit. Derzeit prüfe das Schulministerium in Düsseldorf, ob die Maßnahme möglich sei.

Schulen im Rhein-Sieg-Kreis sollen schließen – Krisenstab lässt Antrag prüfen

Erst seit Montag, 19. April, gehen die Schülerinnen und Schüler wieder im sogenannten Wechselunterricht zur Schule. Doch wenn es nach dem Krisenstab in Siegburg geht, heißt es schon bald wieder Distanzunterricht. „Da der Rhein-Sieg-Kreis in vielerlei Hinsicht sehr eng mit der Stadt Bonn verflochten ist, lassen wir aktuell beim zuständigen Landesministerium prüfen, ob es sinnvoll wäre, sich bei den Schul- und Kita-Regelungen an die Bundesstadt Bonn anzupassen, auch wenn die Inzidenz im Rhein-Sieg-Kreis noch deutlich von der 200er-Marke entfernt ist“, erklärt Landrat Sebastian Schuster die Entscheidung.

Schulen im Rhein-Sieg-Kreis sollen schließen: Grund sind die hohen Infektionszahlen in Bonn

Die Rhein-Sieg-Kreisstadt Siegburg und Bonn trennen gerade einmal wenige Kilometer. Und auch wenn im Rhein-Sieg-Kreis der Inzidenzwert aktuell bei 118,5 (Stand 21. April) liegt, befürchtet der Krisenstab eine drastische Steigerung der Corona-Zahlen. Denn das nahe gelegene Bonn kämpft derzeit bereits mit einem Inzidenzwert von knapp unter 200 (Stand 21. April: 190,8).

In der Bundesstadt befinden sich die Schülerinnen und Schüler aufgrund des Coronavirus und der steigenden Infektionszahlen schon seit dieser Woche wieder im Distanzunterricht. „Wegen der weiter steigenden Inzidenzwerte sieht die Stadt keine andere Möglichkeit, als die bisherigen Maßnahmen zu verschärfen“, heißt in einer Pressemitteilung der Stadt Bonn.

Kitas und Schulen im Rhein-Sieg-Kreis sollen in eingeschränkten Pandemiebetrieb zurückkehren

Der Rhein-Sieg-Kreis will darum in der Entscheidung nachziehen und ebenfalls die Schülerinnen und Schüler in den Distanzunterricht schicken. Um die Corona-Regelungen rechtlich zu verankern, müsste der Rhein-Sieg-Kreis eine Allgemeinverfügung erlassen. Ein Antrag wurde bereits beim Schulministerium gestellt und wird derzeit geprüft. „Das bedeutet: Sollte das Ministerium hierfür votieren, könnten dann auch die Schulen im Rhein-Sieg-Kreis mit den in Bonn getroffenen Ausnahmen“ in den eingeschränkten Pandemiebetrieb zurückkehren.

Konkret heißt das, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit Ausnahme von Abschlussklassen wieder im Homeschooling befinden. Für die Kitas würde das bedeuten, dass „eine Trennung der Gruppen in fest zugeordneten Räumen und eine Reduzierung der wöchentlichen Betreuungszeit um zehn Stunden gegenüber dem Normalbetrieb“. (jw)

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