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Einen Tag mehr schulfrei für NRW-Schüler: Eltern sauer – „schwer zu vermitteln“

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Von: Maximilian Gang

Lehrerin vor einer Tafel
Die digitale Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern soll verbessert werden – dafür muss ein weiterer Schultag ausfallen. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Weil Lehrer in Sachen Digitalisierung geschult werden sollen, fällt für die Schüler im nächsten Jahr ein Tag Unterricht aus. Das sorgt für Kritik.

Köln – Im ersten Halbjahr des Schuljahres 2023/2024 haben Schüler in Nordrhein-Westfalen einen Tag mehr frei. Das geht aus einem Schreiben des NRW-Bildungsministeriums hervor. Der Hintergrund: Schulen sollen im ersten Halbjahr des nächsten Schuljahres einen zusätzlichen sogenannten Pädagogischen Tag einplanen. Dabei soll der Stand der digitalen Kompetenzen von Lehrern aufgearbeitet werden. Und das bedeutet: noch mehr Unterrichtsausfälle. Die Landeselternkonferenz von NRW zeigt sich unzufrieden.

Digitalisierung von Schulen: Zusätzlicher Pädagogischer Tag dient zur digitalen „Standortbestimmung“

„Dieser Pädagogische Tag soll für eine Standortbestimmung Ihres Kollegiums bezüglich des Lehrens und Lernens in der digitalen Welt und für eine Konsolidierung der eingeleiteten Entwicklungen auf diesem wichtigen pädagogischen Feld genutzt werden“, heißt es in der Schulmail vom 6. Dezember. Der Tag soll von den Schulen im ersten Halbjahr des kommenden Schuljahres durchgeführt werden. Zusätzlich erhalten die Schulen ein Sonderbudget von 1.000 Euro, das für diesen Tag genutzt werden kann.

Landeselternkonferenz: Ausfälle sind „den Eltern schwer zu vermitteln“

Während das Thema Digitalisierung von allen Beteiligten als wichtige Baustelle in den nordrhein-westfälischen Schulen erkannt wird, stören sich vor allem Eltern an dem vorgegebenen Zeitraum zur Durchführung. „Das fanden wir nicht gut, was uns da am Nikolaustag in die Stiefel gesteckt wurde“, schildert der Vorsitzende der Landeselternkonferenz NRW, Christian Beckmann gegenüber 24RHEIN.

Schulferien 2023 in NRW
NRW-OsterferienMontag, 3. April 2023 bis Samstag, 15. April 2023
NRW-PfingstferienDienstag, 30. Mai 2023
NRW-SommerferienDonnerstag, 22. Juni 2023 bis Freitag, 4. August 2023
NRW-HerbstferienMontag, 2. Oktober 2023 bis Samstag, 14. Oktober 2023
NRW-WeihnachtsferienDonnerstag, 21. Dezember 2023 bis Freitag, 5. Januar 2024

Natürlich seien diese Schulungen wichtig und sollten auch durchgeführt werden, aber: Schüler in Nordrhein-Westfalen haben 63 Ferientage im Jahr. Das sind 33 freie Tage mehr als die Urlaubstage von Lehrern. Dass bei einer so großen Anzahl an Tagen, an denen Schüler sowieso schulfrei haben, die Lehrer jedoch arbeiten müssen, gerade ein Schultag gewählt werden soll, sei „den Eltern schwer zu vermitteln“, so Beckmann.

Unterrichtsversorgung soll auch Thema bei Konferenz mit Bildungsministerin werden

Die Elternvertreter wollen das Thema Unterrichtsversorgung im Rahmen einer Konferenz von NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller mit verschiedenen Elternverbänden am kommenden Donnerstag diskutieren. Das Thema erzeugt gerade aktuell für besonders viel Aufmerksamkeit. Immerhin mussten im Zuge der Corona-Pandemie durch Homeschooling und Unterrichtsausfälle bereits einige Abstriche bei der Schullaufbahn vieler Kinder gemacht werden.

Die Sorgen um mögliche Ansteckungen haben Eltern, Lehrer und auch Schüler bewegt. Eine 13-Jährige bestand beispielsweise auf einen Unterricht im Freien – trotz niedriger Temperaturen. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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