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Siegburg: Mann sperrt Kollegen auf Toilette ein und wird fristlos gekündigt – und zwar zurecht

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Eine Tür in einem Büro mit der Aufschrift „WC“.
Das Arbeitsgericht Siegburg hat entschieden: Sperrt ein Arbeitnehmer einen Kollegen auf der Toilette ein, kann ihm fristlos gekündigt werden. (Symbolbild) © Soeren Stache/dpa

Das Arbeitsgericht Siegburg hat nach kuriosem Fall entschieden: Wer seinen Kollegen auf der Toilette einsperrt, kann fristlose Kündigung erhalten.

Siegburg – Sperrt ein Arbeitnehmer seinen Kollegen absichtlich für längere Zeit in der Toilette ein, kann ihm fristlos gekündigt werden. Das hat das Arbeitsgericht in Siegburg laut Mitteilung vom Mittwoch entschieden und die Kündigungsschutzklage eines Lageristen abgewiesen.

Arbeitsgericht Siegburg: Mann sperrt Kollegen auf Toilette ein und erhält die Kündigung

Der Mann hatte den Angaben zufolge zuvor öfter Streit mit seinem Kollegen. Als dieser auf der Toilette war, habe der Kläger ein Papierblatt unter der Tür hindurchgeschoben, mit einem Gegenstand den innen steckenden Schlüssel aus dem Schloss auf das Blatt gestoßen und ihn so herausgezogen. Der Kläger habe seinen Kollegen nicht heraus gelassen, bis dieser schließlich die Tür eintrat.

Entscheidung des Arbeitsgerichts Siegburg: Kläger hat Kollegen die Freiheit beraubt

Der Arbeitgeber habe dem Mann daraufhin zurecht fristlos gekündigt, urteilten die Richter. Indem der Kläger seinem Kollegen „durch einen alten Trick“ den Schlüssel wegnahm, habe er ihn zumindest zeitweise seiner Freiheit beraubt.

Dies stelle eine ganz erhebliche Pflichtverletzung dar. Zudem sei durch das Verhalten des Klägers die Toilettentür, also das Eigentum der Beklagten, beschädigt worden. Eine vorherige Abmahnung sei in diesem Fall nicht erforderlich gewesen. Auch eine Weiterbeschäftigung des Klägers bis zum Ablauf der
ordentlichen Kündigungsfrist sei dem Arbeitgeber nicht zuzumuten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Zwischen Köln und Siegburg ging es für einen offenbar uneinsichtigen Mann ebenso eher schlecht aus: Der Mann aus Aachen hat es geschafft, sich in nur drei Stunden elf Strafverfahren einzuhandeln. (dpa)

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