1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Silvester-Chaoten drohen hohe Strafen – dank Videos von Anwohnern

Erstellt:

Die Polizei hat nach den Angriffen auf Einsatzkräfte an Silvester Videos ausgewertet und Zeugenaufrufe gestartet. Den Randalierern drohen hohe Strafen.

Bonn/Hagen – Nach den zum Teil schweren Ausschreitungen und Angriffen auf Einsatzkräfte an Silvester hat die Polizei in mehreren NRW-Städten Videos von Anwohnern ausgewertet und Zeugenaufrufe gestartet. Ein Polizeisprecher aus Bonn sagte am Dienstag: „Wir haben schon mehrere Videos bekommen und sind durchaus optimistisch, Verdächtige identifizieren zu können.“

Polizeibeamte stehen hinter explodierendem Feuerwerk.
Das Symbolbild zeigte Polizeibeamte hinter explodierendem Feuerwerk. © Julius-Christian Schreiner/TNN/dpa

Silvester in NRW: Angriffe auf Feuerwehr und Polizei in Bonn

In der Silvesternacht hatten Jugendliche und junge Erwachsene in Bonn Müllcontainer angezündet. Als die Feuerwehr anrückte, um die Brände zu löschen, wurden die Einsatzkräfte mit Steinen und Pyrotechnik beworfen. Als die Polizei dazu kam, wurde auch sie von den rund 40 Randalierern angegriffen. Ein 19-Jähriger wurde vorläufig festgenommen.

Die Stadt Bonn hatte am Montag die Vorfälle scharf verurteilt. „Dass Personen Einsatzkräfte angreifen, macht uns wütend und fassungslos“, sagte Oberbürgermeisterin Katja Dörner. Stadtdirektor Wolfgang Fuchs sprach sogar von einer „Gewaltdimension gegen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei“, wie man sie „bislang in Bonn noch nicht erlebt“ habe.

Den Tätern in Bonn droht jetzt ein Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs. Zudem könnten laut Polizeiangaben im Falle einer Verurteilung auch Schadenersatzforderungen auf die Randalierer zukommen. Denn auch ein Auto und die Fahrbandecke einer Straße wurden bei den Ausschreitungen beschädigt. „Das kann teuer werden“, sagte der Polizeisprecher.

Silvester-Ausschreitungen in Hagen: Vermummte zünden Barrikade an

Die Polizei in Hagen bekam es in der Silvesternacht ebenfalls mit Randalierern zu tun. Hier hatten Vermummte unter anderem eine Straßenbarrikade gebaut und angezündet. Die Ermittler haben nun einen Zeugenaufruf in einer Lokalzeitung gestartet und hoffen auf Mithilfe aus der Bevölkerung.

In Hagen ermittelt die Polizei wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Vier Verdächtige zwischen 16 und 20 Jahren wurden dort vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Chaos an Silvester: Innenminister Reul verurteilt Angriffe auf Einsatzkräfte

Weitere Vorfälle gab es in der Silvesternacht unter anderem in Essen und Bochum. Dort wurden Polizisten aus größeren Gruppen mit Raketen beschossen, als sie Feuerwehrleute bei einem Einsatz abschirmten. Auch in Köln wurde die Polizei an Silvester mit Böllern attackiert. NRW-Innenminister Herbert Reul hatte die Angriffe auf Einsatzkräfte in einem Interview mit dem WDR scharf verurteilt. „Das ist schon ein dramatischer Vorgang, dass man das quasi als Waffe einsetzt und damit ja in Kauf nimmt, dass jemand gesundheitlich gefährdet wird“, sagte Reul dem Radiosender WDR2.

Er betonte, dass die Angriffe nicht ungestraft bleiben dürfen. In ganz NRW wurden laut Landesamt für Zentrale Politische Dienste (LZPD) in der Silvesternacht 42 Polizeibeamte verletzt. (bs/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant