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Wegen schwarzer Seele: „Karma-Beauftragte“ zockt Frau ab – wer erkennt sie?

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Von: Mick Oberbusch

Phantombild „Karma-Beauftragte“, Betrügerin aus Soest
Die „Karma-Beauftragte“ aus Soest wird aktuell von der Polizei per Phantombild gesucht. © Kreispolizeibehörde Soest

Auf einem Parkplatz in Soest ereignete sich im April 2022 eine dreiste Betrugs-Masche. Nun sucht die Polizei per Phantombild nach einer „Karma-Beauftragten“.

Soest – Dass Betrügerinnen und Betrüger in der Regel besonders dreiste Tricks anwenden, um sich an ihren Opfern zu bereichern, ist nichts Ungewöhnliches – der Fall, der sich am Montag, den 11. April auf dem Kaiser-Otto-Weg in Soest (NRW) abspielte, war jedoch nochmal von einem ganz anderen Kaliber. Im Mittelpunkt: Eine 68-jährige Frau aus Soest, eine unbekannte Dame, die sich als „Karma-Beauftragte“ ausgab und ein Frühstücksei. Nach der „Karma-Beauftragten“ aus Russland sucht die Polizei Soest nun mit einem neuen Phantombild.

Soest: „Karma-Beauftragte“ zockt Soesterin (68) ab

Doch was war so kurz vor Ostern 2022 genau passiert? Wie die Polizei erklärt, wurde eine 68-jährige Dame aus Soest auf dem Parkplatz eines Geschäftes am Kaiser-Otto-Weg von einer Unbekannten auf Russisch angesprochen. Sie sagte der Soesterin, dass sie schlechtes Karma bei ihr spüre. Dagegen könne man jedoch etwas tun. Womit die besonders dreiste Abzock-Masche begann. Um das schlechte Karma festzustellen, wurde die Soesterin in einen Laden geschickt, um Eier zu kaufen.

„Schlechtes Karma“ gespürt – Betrügerin zwingt Soesterin, auf Ei zu spucken

Eines der Eier nahm die „Karma-Beauftragte“ an sich. Die Soesterin musste auf das Ei spucken, damit die Unbekannte es anschließend in ein Taschentuch gewickelt in ihre Jackentasche stecken konnte. Nach einer Weile zog die Betrügerin das Ei wieder aus der Tasche, sah es sich genau an und stellte eine „schwarze Seele“ im Ei fest. Um laut Betrügerin „das schlechte Karma zu vertreiben“, wurde zunächst ein Bindfaden zerrissen und wieder zusammengeknotet. Dann erschien eine zweite unbekannte Frau.

„Karma-Beauftragte“ spricht Seniorin auf Parkplatz an – und geht mit ihr nach Hause, um Geld zu holen

Diese ging mit dem Opfer nach Hause, um ihr gesamtes Bargeld und ihren Schmuck zu holen. Mit einer stattlichen Bargeldsumme und etwas Goldschmuck traf man sich anschließend wieder mit der „Karma-Beauftragten“ auf dem Parkplatz. Diese wickelte die Wertgegenstände „unter großem Tamtam“, wie es die Polizei beschreibt, in ein Handtuch ein und gab sie der Soesterin zurück. Sie solle das Päckchen neun Tage unter ihrem Kopfkissen aufbewahren. Doch es wurde noch abstruser: Während der Zeit dürfe sie die Unterwäsche nicht wechseln und müsse jeden Tag drei Tropfen eines bestimmten Wassers trinken.

Jetzt mit Phantombild gesucht: Anzeige gegen „Karma-Beauftragte“ – Tochter kam auf die Schliche

Die tat die Seniorin auch etwa eine Woche lang, bis sie Mitte April Besuch ihrer eigenen Tochter bekam. Dieser erzählte sie die Geschichte. Ein kurzer Blick in das Handtuchpäckchen zeigte, dass dort weder Bargeld noch Schmuck, sondern nur Papierschnitzel vorhanden waren. Beide Frauen begaben sich daraufhin zur Polizei und erstatteten Anzeige. Und hoffen nun, dass die Suche nach nun schon mehr als einem Monat mittels Phantombild zum Erfolg führt. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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