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Fall Birgit Ameis: „Soko Hahn“ setzt auf neue Spuren nach Leichenfund – Fall seit 2015 ungeklärt

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Von: Lydia Mayer

Birgit Ameis
Nach mehr als fünf Jahren wurden im November die sterblichen Überreste von Birgit Ameis aus Lohmar in einem Waldstück in Rheinland-Pfalz gefunden. © Polizei Rheinland-Pfalz

2015 ist Birgit Ameis aus Lohmar verschwunden. Im November 2020 wurden ihre sterblichen Überreste gefunden. Die Polizei hofft, das Verbrechen endlich aufklären zu können.

Büchenbeuren/Koblenz – Nach dem Fund von sterblichen Überresten der seit sechs Jahren vermissten Birgit Ameis aus Nordrhein-Westfalen geht die Polizei von einem Gewaltverbrechen aus. Die Beamten hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Es liefen zudem kriminaltechnische Untersuchungen, um Hinweise auf einen möglichen Täter zu erlangen. 

Dass Verbrechen auch nach mehr als 20 Jahren noch aufgeklärt werden können, zeigt ein Fall aus Aachen. Dank der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Mitte April soll am Landgericht der Prozess beginnen. Dass auch die Ermittler im Fall von Birgit Ameis auf die Hilfe von „Aktenzeichen XY“ zurückgreifen, sei laut eine Sprechers der Polizei Koblenz auf 24RHEIN-Nachfrage nicht ausgeschlossen. Derzeit sei das aber noch nicht geplant.

Birgit Ameis aus Lohmar verschwand am Karsamstag 2015: Pilzsammler entdeckt ihre Leiche

Die aus Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) stammende Birgit Ameis hatte am Karsamstag 2015 ihre Arbeitsstätte am Flughafen Hahn verlassen, war aber nie zu Hause angekommen. Im November 2020 hatte ein Pilzsammler in einem Wald bei Büchenbeuren in Rheinland-Pfalz die sterblichen Überreste der Frau gefunden. Zunächst war unklar, ob die Frau Opfer eines Kapitalverbrechens geworden war oder einen tödlichen Unfall erlitten hatte.

Karte zum Fall Birgit Ameis
Die Karte zeigt den Fundort der Leiche von Birgit Ameis und den Fundort ihres Wagens. © Polizei Rheinland-Pfalz

Wie die Polizei mitteilte, haben Profiler aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz das Tatgeschehen rekonstruiert und neue Ermittlungsansätze aufgezeigt, sodass die Polizei von einem Gewaltverbrechen ausgeht. Die Polizei versuche nun Hinweise zum Täter zu erlangen. Die zum Teil gut erhaltene Kleidung und andere Gegenstände aus dem Besitz des Opfers und auch mutmaßlich vom Täter stammende Gegenstände geben Anlass zur Hoffnung, hieß es in einer Mitteilung.

Fall Birgit Ameis: Polizei hofft weiter auf hilfreiche Zeugenaussagen

Darüber hinaus setze die „Soko Hahn“ auch immer noch auf Zeugenaussagen zu Beobachtungen und Feststellungen rund um das Tatgeschehen, wobei jede noch so unwichtig erscheinende Beobachtung dabei für die Ermittler von großer Bedeutung sein könnte. „Mittlerweile sind unsere Wissenschaftler ja in der Lage, auch nach Jahren noch Täter-DNA und andere beweiserhebliche Spuren aufzufinden. Die Chancen stehen hier nicht schlecht!“, sagt der Leiter der SOKO Hahn und Erster Kriminalhauptkommissar Bernd Kreuter.

das auto der getöteten Birgit Ameis
Das Auto der getöteten Birgit Ameis wurde unweit ihres Arbeitsplatzes am Flughafen Hahn gefunden. © Polizei Rheinland-Pfalz

Die Polizei hat ein Hinweistelefon für vertrauliche Informationen eingerichtet. Für Informationen, die zur Aufklärung der Tat sowie zur Täterermittlung führen, hat die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

Die „Soko Hahn“ richtet sich deshalb nochmals mit folgenden Fragen an die Bevölkerung: 

(dpa/ots/lys)

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