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Solingen: Corona-Zahlen steigen rapide – in nur drei Tagen von Inzidenzstufe 0 auf 2?

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Von: Benjamin Stroka

In der Innenstadt in Solingen weist ein Schild auf die Maskenpflicht hin.
Die 7-Tage-Inzidenz in Solingen ist innerhalb von fünf Tagen um über 30 gestiegen (Symbolbild). © Federico Gambarini/dpa

In Solingen ist die Corona-Inzidenz innerhalb von zwei Tagen um über 16 gestiegen. Die Stadt könnte nun sogar in kurzer Zeit um zwei Inzidenzstufen steigen.

Solingen – Im Gegensatz zu den großen Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf lag die Stadt Solingen schon bei der Einführung der Corona-Inzidenzstufe 0 unter dem dafür nötigen Grenzwert von 10 bei der 7-Tage-Inzidenz. In der Folge fielen zahlreiche Beschränkungen in der Klingenstadt weg, private Kontakte konnten wieder ohne Einschränkungen wahrgenommen werden und auch Privatpartys konnten unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden.

Doch inzwischen ist der Inzidenzwert in Solingen deutlich in die Höhe geschossen. Nach 10,0 am 12. Juli, liegt der Wert am 21. Juli plötzlich bei 45,8. Das ist der höchste Wert in NRW und der zweithöchste in ganz Deutschland. Allein von Dienstag (20. Juli) auf Mittwoch war ein Inzidenzsprung von 16,3 zu verzeichnen. Damit werden schon bald viele Lockerungen zurückgenommen.

Besonders prekär: Die Zahlen steigen so schnell, dass wohl innerhalb von nur drei Tagen ein Wechsel von Inzidenzstufe 0 in Inzidenzstufe 2 zu erwarten ist – also von aktuell größtmöglichen Lockerungen zu wieder relativ strengen Regeln mit vielen Einschränkungen.

Solingen ab Freitag wieder in Corona-Inzidenzstufe 1

Am Freitag steigt die Stadt definitiv von Stufe 0 in Stufe 1 auf, da die Inzidenz nun acht Tage in Folge über 10 liegt. Dann gelten wieder strengere Regeln. Vor allem die Testpflicht greift wieder häufiger. Einige der Verschärfungen im Überblick.

Corona in Solingen: Ab Sonntag wieder Testpflicht in der Innengastronomie?

Bei den aktuellen Inzidenzzahlen würde Solingen aber nur Freitag und Samstag in ebendieser Inzidenzstufe 1 bleiben. „Am kommendem Sonntag erreicht Solingen aller Voraussicht nach die Inzidenzstufe 2“, bestätigt auch ein Stadtsprecher am Mittwoch. Dann dürften sich nur noch Angehörige aus drei Haushalten treffen und für die Innengastronomie wird wieder ein negativer Test oder ein Immunisierungsnachweis (geimpft oder genesen) benötigt. Auch beim Einkaufen im Einzelhandel, der nicht zur Grundversorgung gehört, muss wieder auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter begrenzt werden.

Doch warum sind die Inzidenzzahlen so deutlich angestiegen? „Das Gesundheitsamt befürchtet, dass es durch die Rettungs- und Aufräumarbeiten in den Hochwassergebieten zu weiteren Corona-Infektionen gekommen ist oder kommen kann. Die Corona-Regeln sind in einer solchen Ausnahmesituation nachvollziehbar zeitweise schwierig einzuhalten“, sagt ein Sprecher der Stadt Solingen. Dort wurde besonders der Ortsteil Unterburg schwer vom Hochwasser getroffen.

Coronavirus: Inzidenz soll nicht mehr einziges Kriterium sein, aber ab wann?

Die Aufräumarbeiten in Unterburg laufen immer noch. „Das Gesundheitsamt appelliert daher an die Eigenverantwortung aller Helferinnen und Helfer, weiterhin auf die Einhaltung der Corona-Vorgaben zu achten, damit auch weiterhin die Nachverfolgbarkeit der Corona-Infizierungen durch das Gesundheitsamt gewährleistet werden kann“, so die Stadt Solingen.

Das Robert-Koch-Institut hat inzwischen angeregt, dass der Inzidenzwert nicht mehr als einziges Kriterium für die Corona-Regeln herangezogen werden solle. Gerade aufgrund steigender Impfzahlen müssten auch die Hospitalisierungen mit einbezogen werden. Doch wann das konkret passiert und in der geltenden Corona-Schutzverordnung angepasst wird, ist noch offen. Die Solingerinnen und Solinger werden daher wohl den seltenen Sprung von Inzidenzstufe 0 auf Inzidenzstufe 2 in nur drei Tagen miterleben müssen. (bs)

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