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Nach Mord an fünf Kindern in Solingen: Mutter steht in Wuppertal vor Gericht

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Nachbarn trauern nach Familiendrama in Solingen.
Nach dem Familiendrama in Solingen, bei dem eine Mutter ihre fünf Kinder getötet haben soll, nahmen viele Nachbarn mit Kerzen, Kuscheltieren und Blumen Abschied. © Tim Oelbermann/Imago

Nach einem Familiendrama mit fünf toten Kindern in Solingen steht die Mutter ab Montag wegen Mordes vor Gericht. Bislang beteuert sie ihre Unschuld.

Wuppertal – Der Prozess wegen Mordes an fünf kleinen Kindern in Solingen beginnt an diesem Montag am Landgericht in Wuppertal. Angeklagt ist die 28-jährige Mutter, ihr droht lebenslange Haft. Laut Anklage hatte sie den Kindern einen Medikamenten-Mix ins Frühstücksgetränk gemischt. Die Kinder seien wie beabsichtigt schläfrig geworden und eingeschlafen.

Die Alleinerziehende habe dann im Badezimmer Wasser in die Wanne eingelassen und Badespielzeug bereitgelegt. Nacheinander soll sie ihre Kinder laut Anklage dann geweckt, ins Badezimmer gebracht und in der Badewanne erstickt oder ertränkt haben. Anschließend habe sie jedes Kind in Handtücher gewickelt und ins Kinderzimmer gelegt.

Fünf tote Kinder in Solingen: Mutter warf sich nach mutmaßlicher Tat vor einen Zug

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres entdeckt worden: Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8). Ihre Mutter hatte sich nach der Tat im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn überlebte unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Oma an den Niederrhein geschickt.

Das Tatmotiv ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang unklar geblieben. Für den Mordvorwurf führt die Anklage Heimtücke an. Sie habe die Arg- und Wehrlosigkeit ihrer Kinder ausgenutzt, damit typisch heimtückisch gehandelt.

Die Familie war dem städtischen Jugendamt bereits vor der Tat bekannt. Ihr sei auch Unterstützung gewährt worden, weitere Hilfsangebote habe die Mutter aber abgelehnt. Hinweise, dass die Kinder in Gefahr sein könnten, habe es nicht gegeben.

Solingen: Wegen Mordes angeklagte Mutter beteuert ihre Unschuld

Bislang hat die Deutsche ihre Unschuld beteuert: Ein maskierter Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen und habe ihre Kinder umgebracht. Für diese Version seien aber keinerlei Spuren oder Ansatzpunkte entdeckt worden, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gesagt. Es deute nichts darauf hin, dass es so gewesen sein könnte. Das Gericht habe für den Prozess bislang elf Verhandlungstage eingeplant. Den Vorsitz führe Richter Jochen Kötter.

Bereits im Mai wurde in Duisburg ein Vater wegen Totschlags seines drei Monate alten Sohnes zu sieben Jahren Haft verurteilt. (dpa)

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