1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Steinbachtalsperre: Weiteres Todesopfer im Kreis Euskirchen gefunden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Melissa Ludstock

Mit Hochleistungspumpen wird Wasser aus der Steinbachtalsperre abgepumpt. An der Talsperre droht trotz des sinkenden Wasserstands weiterhin ein Bruch des Staudamms.
Der Druck auf die Steinbachtalsperre bei Euskirchen wird weiterhin verringert. © Marius Becker/dpa

Tagelang herrschte an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen akute Dammbruch-Gefahr. Im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen herrschte der Ausnahmezustand.

Update vom 22. Juli, 17:51 Uhr: In Schleiden im Kreis Euskirchen wurde am Mittwoch ein weiteres Todesopfer geborgen. Damit steigt die Zahl der Toten im Zuge des Hochwassers im Rheinland auf 37. Im Bericht vom Donnerstag erklärte die Polizei auch, dass fast alle vermissten Personen mittlerweile telefonisch erreicht werden konnten. Lediglich zwei Menschen werden zurzeit noch gesucht.

In der Region Rhein-Sieg und Euskirchen waren auch am Mittwoch und Donnerstag fast 200 Polizisten im Einsatz. Neben der Suche nach Vermissten wurde dabei vor allem auch das Eigentum der vom Hochwasser betroffenen Menschen geschützt. Dabei wurden in Euskirchen und Meckenheim jeweils Plünderer gestoppt und das Diebesgut sichergestellt. Die Polizei wies auch nochmal konkret daraufhin, dass sich die Einsatzkräfte nicht aus dem Katastrophengebiet zurückziehen, dabei handle es sich um „Fakenews“. (os mit ots)

Steinbachtalsperre: Notrufe bei Polizei wegen Plünderungen

Update, 18 Uhr: Die Polizei teilt in ihrem Bericht vom heutigen Dienstag mit, dass mithilfe eines Leichenspürhundes eine tote Person in Bad Münstereifel gefunden wurde. Die Zahl der Todesopfer im Kreis Euskirchen erhöht sich damit auf 27. Im Kreis werden noch zwei Menschen vermisst.

Im Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis werden noch 14 Menschen vermisst, nach denen die Polizei sucht. „Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen haben die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht“, heißt es von der Polizei. Heute haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Stadt Bad Münstereifel besucht.

Update vom 20. Juli, 06:30 Uhr: „Menschen, die nicht in den Ortsteilen Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim wohnen oder als Helfer/innen konkret von jemandem angefordert wurden, werden dringend gebeten, im Moment nicht in diese Ortsteile zukommen bzw. sie zu verlassen!“, teilte die Stadt Euskirchen auf Facebook mit. Es sei toll, dass viele Menschen vor Ort helfen wollen, aktuell werden jedoch unbedingt freie Wege für die Versorgung der Bewohner und die Einsatzkräfte benötigt.

Steinbachtalsperre: Betroffene dürfen wieder in Häuser zurückkehren

Update, 18 Uhr: Seit Montag dürfen Betroffene im Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis wieder in ihre Häuser zurückkehren. Wie viele Häuser zerstört worden sind, kann aktuell nicht gesagt werden, so der Kreis Euskirchen auf Nachfrage von 24RHEIN. Es werde jedoch auch weiterhin Menschen geben, die in Notunterkünften oder bei Angehörigen unterkommen müssen. Die Stadt Euskirchen hat eine Aktion gestartet, bei dem Privatpersonen in Euskirchen Unterkünfte für Betroffene anbieten können.

Gleichzeitig bittet der Kreis Euskirchen „von unkoordinierten Hilfstransporten abzusehen“. Denn „aktuell sind alle Lagerkapazitäten in den Kommunen erschöpft. Daher bitten wir eindringlich darum, keine Hilfslieferungen mehr in den Kreis zu bringen“, heißt es weiter. Auch Pressesprecher Dr. Dieter Schütz vom Deutschen Roten Kreuz erklärt, dass Geldspenden aktuell am effektivsten sind.

Entwarnung an Steinbachtalsperre: Notrufe bei Polizei wegen Plünderungen

Update, 17:18 Uhr: Auch weiterhin sind im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen unzählige Kräfte im Dauereinsatz. Dabei erreichen die Leitstellen der Polizeien in Bonn, in Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis mehrere Notrufe: Zwischen Sonntag und Montag machten mehrere Anrufer Angaben zu Plünderungen.

In Weilerswist und in Stotzheim nahmen Polizisten insgesamt sieben Männer fest. Jedoch konnte sich in keinem der Fälle der Verdacht der Plünderung erhärten. Alle Personen wurden wieder aus der Polizeigewahrsam entlassen.

Entwarnung an Steinbachtalsperre: Wasserqualität nicht eingeschränkt

Update, 12:26 Uhr: Die Aufräumarbeiten im Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis gehen weiter. Wie die Stadt Euskirchen mitteilt, kann das „Wasser im Euskirchener Stadtgebiet ohne abkochen getrunken werden“. Die Wasserqualität sei nicht eingeschränkt. Während die evakuierten Ortsteile Palmersheim und Flamersheim bereits wieder Wasser haben, ist die Wasserversorgung in Schweinheim weiterhin eingeschränkt.

Endlich Entwarnung an Steinbachtalsperre: Regeln für Betroffene

Update, 11:42 Uhr: Die ersten Betroffenen rund um die Steinbachtalsperre können in ihre Häuser zurück, dabei gilt es jedoch einiges zu beachten, wie der Rhein-Sieg-Kreis mitteilt:

Der Rhein-Sieg-Kreis und der Kreis Euskirchen haben für die einzelnen Evakuierungsorte eine Aufhebungszeit für die einzelnen Betretungsverbote festgelegt:

Entwarnung an Steinbachtalsperre: Aufhebung der einzelnen Betretungsverbote

Steinbachtalsperre: Vermissten-Hotline nur für Vermisstenfälle

Update, 11:30 Uhr: Im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen werden noch immer Personen vermisst. Dafür wurde eine Vermissten-Hotline eingerichtet. Die steht jetzt jedoch vor enormen Herausforderungen. „Aktuell melden sich unter dieser Nummer unzählige Personen, um zu melden, dass sie in Sicherheit sind und/oder NICHT vermisst werden“, so die Bezirksregierung Köln. Die Vermissten-Hotline sei lediglich für Angehörige, die jemanden, der in der Region ist, nicht erreichen können.

Vermissten-Hotline im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen

Die Bezirksregierung Köln hat mit der Nummer 0221-147-2206 eine Hotline für Betroffene der Flutkatastrophe eingerichtet.

Endlich Entwarnung an Steinbachtalsperre: Staumauer sicher, Bewohner dürfen zurück

Update, 10:53 Uhr: Betroffene im Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis können in ihre Häuser zurückkehren. Allerdings mit Einschränkungen. „Die Orte können erst nach Aufhebung der Betretungsverbote aufgesucht werden“, so die Stadt Euskirchen. Wie der Rhein-Sieg-Kreis mitteilt, werden dann Busse bereitgestellt, die die Betroffenen nach Hause bringen. Die Busse sollen dabei für die Personen sein, die sich aktuell in Anlaufstellen, Hotels oder weiteren Notunterkünften befinden.

Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile sind aufgefordert, zunächst die Anlaufstellen in ihren Orten anzusteuern. Erst danach könne man in sein Eigenheim zurückkehren. „Es ist wichtig, dass beim Aufräumen umgehend verdorbene Lebensmittel in verschlossenen Tüten in Rest- und Biotonnen gesammelt werden, sofern vorhanden. Zusätzlich sollen noch Container bereitgestellt werden“, so die Stadt weiter.

Endlich Entwarnung an Steinbachtalsperre: Staumauer sicher

Update, 9:55 Uhr: Die Lage an der Steinbachtalsperre scheint sich zu entspannen. Der Pegel hat nach Angaben des Rhein-Sieg-Kreises einen „unkritischen Wasserstand erreicht“. Aktuell bestehe keine Gefahr mehr, dass die Staumauer brechen könnte. Das teilt der Kreis am Montagmorgen mit. „Somit können die Evakuierungsmaßnahmen für Swisttal und Rheinbach aufgehoben werden.“ In Kürze soll bekannt gegeben werden, wann und wie die Bewohner in ihre Häuser zurückdürfen, heißt es weiter.

Die Steinbachtalsperre sei zwar laut Experteneinschätzungen sicher. Dennoch besteht weiterhin ein Betretungsverbot für die Ortsteile Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim.

In den letzten beiden Tagen konnte über den Grundablass der Talsperre und unter Einsatz zusätzlicher Pumpenleistungen der Wasserstand gesenkt werden. „Ein Dammbruch ist jetzt nicht mehr zu befürchten“, so die Bezirksregierung Köln. In den nächsten Tagen wird die Talsperre abgefischt und anschließend vollständig entleert.

Flutkatastrophe: Wasser in der Steinbachtalsperre wird abgepumpt

Update vom 19. Juli, 08:35 Uhr: Der Damm an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen hat den Wassermassen bis zum Montagmorgen standgehalten. „Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur.

Flutkatastrophe: Sicherheitslage der Steinbachtalsperre soll neu beurteilt werden

LageKreis Euskirchen
ZuflüsseSteinbach, Treuenbach
AbflussSteinbach, Swist, Erft, Rhein, Nordsee
Größere Städte in der NäheEuskirchen
Bauzeit1934 bis 1936
BetreiberZweckverband Steinbachtalsperre/Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal

Update vom 19. Juli, 06:55 Uhr: Am Montag, 19. Juli, werden Experten die Sicherheitslage an der Steinbachtalsperre neu bewerten. Wie der Kreis Erftstadt auf Facebook mitteilte, werde die Beurteilung am Montagfrüh um 8 Uhr erfolgen. Geklärt werden soll dann auch, wann der sichere Zustand der Talsperre erreicht wird und wann eine Rückkehr in die evakuierten Gebiete wieder möglich ist.

Todesopfer Kreis Euskirchen27
Todesopfer Rhein-Sieg-Kreis9
Stand20.07.2021, 17 Uhr

Keine Entwarnung an der Steinbachtalsperre: Versagen der Mauer ist jederzeit möglich

Update vom 18. Juli, 17:55 Uhr: Kaum Entwarnung an der Steinbachtalsperre: Ein plötzliches Versagen der Mauer ist jederzeit möglich. Experten vor Ort nehmen am Montag eine Neubewertung der Situation vor. Um einen sicheren Zustand zu gewährleisten, muss zwei Drittel des Wasser abgelassen werden. Das bestätigten Experten erneut.

Flut Steinbachtalsperre: 35 Tote bestätigt

Update vom 18. Juli, 17:35 Uhr: Die Zahl der Todesopfer der Katastrophe an der Steinbachtalsperre steigen weiter. Heute fanden die Suchtrupps ein weiteres Opfer aus dem Bereich Rhein-Sieg-Kreis. Nähere Angaben zu Geschlecht, Alter, Auffindeort machen die Behörden aus Rücksicht auf die Angehörigen der Todesopfer aus nachvollziehbaren Gründen nicht. 

Hochwasser Steinbachtalsperre: Noch 150 Vermisste

Die Polizei setzt am Sonntag mit 250 Polizisten unterstützt durch Feuerwehr, Bundeswehr, THW und Hilfsorganisationen in den verwüsteten Gebieten im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen fort - „sofern die Gefahrensituation dies zulässt“. Von den einst über 800 vermisst gemeldeten Personen hat die Polizei mittlerweile 700 erreicht. Doch noch immer werden noch 150 Menschen im Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Euskirchen vermisst.

Update vom 18. Juli, 14:15 Uhr: Im Kreis Euskirchen haben Teile des Gebiets noch immer keinen Strom. „Durch die enormen Schäden und das vielerorts immer noch stehende Wasser ist die Inbetriebnahme von Umspannanlagen und Ortsnetzstationen schwierig“, teilte der Kreis am Sonntag mit. Einige Stationen müssten noch gereinigt und getrocknet werden. Die Lage bleibe insgesamt angespannt.

Überblick: Die Lage an der Steinbachtalsperre am Sonntag – 18. Juli, 10:45 Uhr

Euskirchen – Noch gibt es keine Entwarnung für die Steinbachtalsperre bei Euskirchen. Nach heftigen Regenfällen war das Becken der Sperre mit Wasser vollgelaufen. Überschwemmungen im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen waren die Folge, Ortschaften wurden evakuiert, Menschen in Sicherheit gebracht.

Doch die Steinbachtalsperre ist noch immer von einem Bruch bedroht. Das Wasser fließt bisher langsamer ab, als erwartet. Indem Wasser aus der Talsperre abgelassen wird, soll der Druck auf den Damm verringert werden. Entwarnung kann es erst geben, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, teilte die Bezirksregierung Köln am Samstagabend mit. Bis dahin bestehe weiter akute Dammbruchgefahr. „Die Lage bleibt weiterhin angespannt“, heißt es. Zunächst war nach der ursprünglichen Prognose eine Entwarnung für Sonntag gegen 15 Uhr geplant.

Die Lage rund um die Steinbachtalsperre und den Staudamm wird am Sonntag noch einmal neu bewertet. Eine Evakuierung weiterer Ortschaften ist mit Stand Samstagabend nicht nötig, heißt es. Der Rhein-Sieg-Kreis warnt Bewohner der evakuierten Bereiche in Swisttal und Rheinbach vor der Rückkehr in ihre Wohnungen und Häuser: „Gehen Sie auf keinen Fall in Ihre Häuser und Wohnungen zurück“. (mlu)

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage

Auch interessant