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Steinbachtalsperre vollgelaufen: „Gefährdung“ durch Staumauer besteht weiterhin

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Von: Benjamin Stroka

Ein Garten in Heimerzheim im Kreis Euskirchen ist komplett mit Wasser gefüllt.
Ein Garten in Heimerzheim im Kreis Euskirchen füllte sich komplett mit Wasser nach den schweren Unwettern in NRW. © Fabian Strauch

Die Steinbachtalsperre bei Euskirchen ist nach Unwettern vollgelaufen. Im Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen herrscht Ausnahmezustand. Mehrere Personen werden vermisst.

Update, 16. Juli, 16:52 Uhr: Die Lage an der Steinbachtalsperre ist nach Auskunft des Kreises Euskirchen stabil, „aber nicht unkritisch“. Der Damm weise keine kritischen Risse auf: Mit einer Drohne wurde das untersucht, so eine Sprecherin des Kreises. Dennoch sei die Lage auch weiterhin angespannt. Das Grundabflussrohr der Talsperre ist noch immer verstopft. Um Druck aus der Anlage zu nehmen, werde weiterhin das Wasser mit Hochleistungspumpen abgepumpt.

Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren. Die Gefahr des Hochwassers sei noch nicht gebannt.

Steinbachtalsperre vollgelaufen: Bonner stellen private Notunterkünfte

Update, 16. Juli, 16:18 Uhr: Nach dem Bonn bereits Betroffenen aus dem vom Hochwasser schwer betroffenen Kreis Ahrweiler gemacht hat, weitet die Bundesstadt ihr Angebot nun aus. Auch Hilfesuchende aus dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen können unter dem Online-Portal private Notunterkünfte suchen. Zusätzlich kann man sich unter der Telefonnummer 0228 771000 melden.

Bonner Hilfsprogramm

Um Hilfesuchende und Helfende zusammenzubringen, wurde eine zentrale Koordinierungsstelle in der Bonner Stadtverwaltung eingerichtet. Privatpersonen, Pensionen und Hotels können sich mit Hilfesuchenden vernetzen. So sollen zusätzliche Notunterkünfte eingerichtet werden.v Interessierte könnten sich unter dem Online-Portal und unter der Telefonnummer 0228 771000 melden.

Hilfesuchende aus dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Kreis Euskirchen und Kreis Ahrweiler können so eine Notunterkunft finden.

Steinbachtalsperre vollgelaufen: „Gefährdung“ durch Staumauer besteht weiterhin

Update, 16. Juli, 15:31 Uhr: Die Lage an der Steinbachtalsperre gilt weiterhin als angespannt. Das teilt der Kreis Euskirchen auf Facebook mit. Der Grundablass ist noch immer verstopft. Derzeit werde „mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet“. Es konnte jedoch ein Überlaufrohr freigepumpt werden. Zusätzlich pumpen die Einsatzkräfte vor Ort weiterhin mit Hochleistungspumpen Wasser aus dem See ab, „um den Druck auf den Damm zu verringern.“

„Die Evakuierungen bleiben weiterhin bestehen“, so der Kreis Euskirchen weiter. „Wie Lange die Situation anhält, lässt sich zurzeit nicht sagen.“

Steinbachtalsperre vollgelaufen: Weiterhin Stromausfälle

Update, 16. Juli, 14:47 Uhr: „Derzeit sind noch rund 100.000 Menschen im Gebiet der Westnetz ohne Strom“, teilt der Energieversorger Westnetz mit. Auch das Gebiet rund um die Steinbachtalsperre ist davon betroffen. „Die Umspannanlagen, die wir derzeit erreichen können, werden geprüft, gereinigt und wenn möglich wieder in Betrieb genommen. Bei größeren Schäden wird daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen“

Steinbachtalsperre vollgelaufen: „Gefährdung“ durch Staumauer besteht weiterhin

Update, 16. Juli, 13:15 Uhr: Kaum Entspannung an der Steinbachtalsperre. „Die Gefährdung durch die Situation an der Staumauer der Steinbachtalsperre besteht weiterhin“, heißt es von offizieller Seite. Die Lage werde regelmäßig untersucht und beurteilt.

Steinbachtalsperre vollgelaufen: Lage „nicht unkritisch“ – 60 Menschen vermisst

Update, 16. Juli, 11:59 Uhr: Die Polizei Köln meldet insgesamt 32 Tote in Köln, Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis. „Noch immer sind nicht alle dieser Leichen geborgen“, heißt es in einer Pressemitteilung. In Köln wurden zwei Tote gefunden. In Euskirchen sind 24 Personen gestorben. Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es sechs Tote – drei in Rheinbach und drei in Swisttal. Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen weiterhin nicht veröffentlichen.

Rund 60 Personen gelten aktuell als vermisst. Die Polizei sucht nach 19 vermissten Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und 40 aus dem Raum Euskirchen. Bei der „Hotline für vermisste Personen“ des Rhein-Sieg-Kreises sind mehr als 300 Nachfragen eingegangen. Die Polizei sucht aktuell weiter. Eine Vielzahl der Hotline-Anrufe dürfte auf das zusammengebrochene Mobilfunknetz zurückgeführt werden.

Steinbachtalsperre vollgelaufen: Wasserverbrauch aufs Nötigste reduzieren

„Hotline für vermisste Personen“

Falls der Kontakt zu Personen aus den Hochwassergebieten abgerissen ist, bieten die Kreise jeweils eine „Hotline für vermisste Personen“ an. Auch auf Facebook gibt es zahlreiche Gruppen und Seiten, die versuchen, zu helfen.

Kreis Euskirchen: Richtet derzeit eine Telefonnummer ein. Im Laufe des Tages sollen dann auch dort vermisste Personen angegeben werden.

Rhein-Sieg-Kreis: „Hotline für Vermisste“ unter der Telefonnummer 02241 136252

Update, 16. Juli, 11:50 Uhr: Der Kreis Euskirchen ruft dazu auf, das Wasser nur noch sparsam zu verwenden. Der Wasserverbrauch soll sich auf das Nötigste reduzieren, „um Überlastungen in der Wasserversorgung zu vermeiden“, heißt es auf Facebook. Zusätzlich soll das Trinkwasser vor dem Gebrauch abgekocht werden. Es sei möglich, dass Rohrbrüche und Starkregen dafür gesorgt haben, dass Keimen in das Trinkwassernetz gelangt sind.

Steinbachtalsperre vollgelaufen: Lage „stabil, aber nicht unkritisch“

Update, 16. Juli, 10:34 Uhr: Der bange Blick geht weiterhin auf die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen. Dort ist die Lage „stabil, aber nicht unkritisch“, teilt der Kreis Euskirchen mit. Der Pegel des Wassers in der Sperre konnte über Nacht um zwei Zentimeter gesenkt werden, danach konnte der Pegel gehalten werden. Allerdings ist der Grundablass weiterhin nicht funktionsfähig.

Helfer des THW lassen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen.
Helfer des THW lassen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen. © Marius Becker/dpa

Um weiteres Wasser ablassen zu können, wird zusätzlich ein Überlaufrohr frei gepumpt und im Anschluss mechanisch aufgedreht. Über die Pumpen und das zusätzliche Rohr können 90 bis 95 Liter pro Minute abgepumpt werden. „Wie lange die Situation anhält, lässt sich zur Zeit nicht sagen.“

Steinbachtalsperre: Orte im Rhein-Sieg-Kreis ohne Strom

Update, 16. Juli, 10:13 Uhr: Auch am Freitagmorgen sind Teile im Rhein-Sieg-Kreis weiterhin ohne Strom. Aktuell halte der Energieversorger Weststrom eine Lagebesprechung, um „die Wiederversorgung in dieser kritischen Situation“ wieder herzustellen. Das habe „absolute Priorität“, heißt es auf Facebook.

Steinbachtalsperre: Keine Entwarnung, obwohl der Wasserstand sinkt

Blick auf die Steinbachtalsperre. Der Damm der Talsperre droht einzustürzen.
Der Damm der Steinbachtalsperre droht einzustürzen. Hier lief das Wasser durch. © Marius Becker/dpa

Update, 22:42 Uhr: An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen sinkt der Wasserstand. Dies teilte Markus Böhm vom Krisenstab am Donnerstagabend mit. Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, sagte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio. Zum anderen pumpe das Technische Hilfswerk Wasser aus der Talsperre nah an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Am Freitagmorgen soll es eine neue Begutachtung des Dammes geben. Weil der Ablass der Talsperre infolge des Unwetters verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden.

Ausnahmezustand an Steinbachtalsperre: 4.500 Personen evakuiert

Die Brauchwasser-Talsperre, deren Damm tiefe Furchen aufweist, war am Donnerstag von einem Sachverständigen als „sehr instabil“ eingestuft worden, wie der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), gesagt hatte. Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Ortschaften evakuiert. Nach Ramers Angaben waren davon 4.500 Einwohner betroffen.

Ausnahmezustand an Steinbachtalsperre: „Sehr instabil“ – Mauer könnte jederzeit versagen

Update, 21:21 Uhr: „Wir versuchen seit 24 Stunden, die Lage unter Kontrolle zu bekommen“, so Landrat Markus Ramers. Man sei jedoch „am Rande der Erschöpfung“. Die Evakuierung in den Orten Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim läuft genauso wie das weitere Abpumpen der Steinbachtalsperre. Derzeit sind vier Pumpen im Einsatz. An der Talsperre seien tiefe Furchen zu sehen, so Ramers weiter.

In allen Kommunen laufen auch weiterhin Menschenrettungen und unzählige weitere Einsätze. Außerdem sei die Kommunikation derzeit nur eingeschränkt möglich. Darum seien Einsatzkräfte unterwegs, um die Menschen zusätzlich zu warnen. Rund 1.000 Einsatzkräfte seien vor Ort.

Ausnahmezustand an Steinbachtalsperre: „Sehr instabil“ – Mauer könnte jederzeit versagen

Update, 20:23 Uhr: Die Lage an der Steinbachtalsperre ist angespannt. „Nach aktueller Einschätzung muss mit einem plötzlichen Versagen der Mauer jederzeit gerechnet werden. Derzeit wird dort Wasser abgepumpt, um das Bauwerk zu entlasten“, teilt der Rhein-Sieg-Kreis mit.

Update, 20:11 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Hochwasser im Kreis Euskirchen meldet die Polizei Köln 20 Tote, aus Rheinbach und Swisttal drei. Elf Personen werden weiterhin vermisst. Die Suche laufe auf Hochtouren. Noch immer sind nicht alle dieser Leichen geborgen.

Hochwasser im Kreis Euskirchen: Evakuierungen in Swisttaler Ortschaften

Update, 19:58 Uhr: Derzeit laufen die Evakuierungen in den Swisttaler Ortschaften weiterhin. Hubschrauber und Boote sind im Einsatz. Notunterkünfte sind in der Georg-von-Boeselager-Schule in Heimerzheim und in der Glasfachschule in Rheinbach untergebracht, heißt es weiter.

Hochwasser im Kreis Euskirchen: Lage ist weiterhin extrem dramatisch

Update, 18:26 Uhr: Der Kreis Euskirchen hat einen Lagebericht zu einzelnen Städten in der Region gegeben. Die Lage ist weiterhin extrem dramatisch.

In Schleiden und von Oberhausen bis Gemünd gestalte sich die Situation weiterhin äußerst kritisch. „Viele Häuser und Brücken sind einsturzgefährdet oder zerstört“, so der Kreis Euskirchen. Die Evakuierung in Richtung Mechernich laufe weiter. Auch überörtliche Wasser-Rettungszüge befinden sich im Einsatz. In Bad Münstereifel steht das Wasser im Stadtkern 1,5 Meter hoch. Auch die Wasserversorgung ist eingeschränkt. Im Stadtteil Iversheim drohen mehrere Gebäude einzustürzen. Feuer und Polizei sind mit Booten vor Ort.

Ausnahmezustand: Im Kreis Euskirchen ist der Notruf überlastet

In Weilerswist-Horchheim konnte ein Überlaufbecken dem Wasserdruck nicht mehr standhalten und das Wasser lief aus. „Von Wassermassen wurde auch ein Auto erfasst. Einsatzkräfte der Feuerwehr, die zur Hilfe eilen wollen, wurden kurzfristig selbst von Wasser eingeschlossen, konnten sich jedoch selbst befreien“, berichtet der Kreis Euskirchen. In Blankenheim, Dahlem, Zülpich und Hellenthal sei die Lage eher ruhig.

Dafür stehen Mechernich und Kall noch unter Wasser. In Mechernich drang das Hochwasser zwischenzeitlich in ein Krankenhaus ein, die Energieversorgung konnte aber aufrechterhalten werden. Der Mühlensee war zwischenzeitlich übergelaufen. An der L11 stürzte bei Satzvey eine Brücke ein. Zudem ist die Bahnstrecke zwischen Trier und Köln von Überflutungen und Schlamm betroffen.

Der Kreis Euskirchen rechnet weiter mit größeren Stromausfällen. Auch der Notruf ist überlastet. Menschen sollen Keller unbedingt meiden, sich in die oberen Stockwerke von Häusern zurückziehen und sich von elektrischen Geräten fernhalten. Die Feuerwehr bearbeitet zurzeit noch 600 Einsätze.

Rhein-Sieg-Kreis dementiert Gerüchte um Dammbruch an der Steinbachtalsperre

Update, 18:18 Uhr: In Swisttal und Rheinbach gehen laut Rhein-Sieg-Kreis Gerüchte um, dass der Staudamm der Steinbachtalsperre bereits gebrochen sei. Dabei handle es sich um Falschmeldungen, stellt der Kreis klar. „Leider gibt es in Swisttal und Rheinbach Gerüchte und Meldungen, der Staudamm sei gebrochen und das Wasser fließt in Richtung Swisttal. Das ist nach Informationen der Bezirksregierung Köln NICHT der Fall“, betont der Rhein-Sieg-Kreis auf seiner Facebook-Seite.

Ausnahmezustand: A1 bei Euskirchen vollgesperrt

Update, 18:05 Uhr: Die Steinbachtalsperre wurde nun auch von der Bezirksregierung Köln begutachtet. Durch die starken Regenfälle gebe es eine „Gefährdung für die Talsperre“, teilt der Kreis Euskirchen mit. Außerdem wurde die A1 zwischen Wisskirchen und Mechernich gesperrt. „Dort sind Pfeiler der Talbrücke Krebsbachtal unterspült worden. Zudem liegen mehrere Starkstromleitungen frei.“

Strom, Telefon und auch Handynetze seien in großen Teilen des Kreises Euskirchen ausgefallen. Die Kommunikation in der Stadt Euskirchen ist weiterhin sehr stark eingeschränkt. „Die Notrufnummer 112 ist nicht erreichbar und wird auf den Polizeinotruf 110 umgeleitet. In den Ortschaften werden zentrale Anlaufstellen eingerichtet“, teilt der Kreis mit. Auch im Rhein-Erft-Kreis ist die Situation angespannt, dort wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

Ausnahmezustand: In Swisttal könnten mehrere Gebäude einsturzgefährdet sein

Update, 17:06 Uhr: In Swisttal sollen seit Mittwochabend mehrere Menschen wegen der Überschwemmungen eingeschlossen sein. Außerdem befürchtet der Rhein-Sieg-Kreis, dass mehrere Gebäude einsturzgefährdet seien. Diesbezüglich gebe es aber noch keine „valide Gesamteinschätzung“, teilte der Kreis am Donnerstagnachmittag mit. In großen Teilen von Swisttal ist außerdem der Strom ausgefallen.

Dafür soll sich in Rheinbach die Situation etwas entspannt haben. „Dort sind erste Aufräumarbeiten in den Ortschaften im Gange, in denen das Wasser wieder zurückgegangen ist“, so der Rhein-Sieg-Kreis. Dennoch wurden auch dort vorsorglich rund 2000 Menschen in den Ortschaften Niederdrees und Oberdrees evakuiert.

In Lohmar gibt es Entwarnung. „Die Gefahr eines Dammbruchs an der Agger in Donrath besteht derzeit nicht mehr“, berichtet ein Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises.

Kreis Euskirchen: Landrat befürchtet noch mehr Todesopfer – Steinbachtalsperre „sehr instabil“

Update, 16:52 Uhr: Markus Ramers, Landrat im Kreis Euskirchen, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Steinbachtalsperre von einem Sachverständigen als „sehr instabil“ eingestuft wurde. Bei einem Damm der Talsperre gebe es tiefe Furchen und der Ablass der Talsperre ist infolge des Unwetters verstopft, sodass das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden kann. Stattdessen pumpe man das Wasser nun über die Sperre ab. Bislang wurden 15 Todesopfer im Kreis Euskirchen bestätigt. Laut Ramers gebe es aber Hinweise, dass es noch mehr Opfer werden könnten.

Ausnahmezustand: Weitere Orte im Kreis Euskirchen werden evakuiert

Update, 16:02 Uhr: Im Kreis Euskirchen müssen weitere Orte evakuiert werden. Dabei handelt es sich um Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim. „Aufgrund ihrer Risikosituation im Bereich der Steinbachtalsperre“, so der Kreis Euskirchen. Personen, die selbst mobil sind, sollen Verwandte oder Bekannte außerhalb des Bereiches aufsuchen. Wer hierzu keine Möglichkeit hat, kann die Kaplan-Kellermann-Realschule, Stettinerstraße, ehemalige Georgschule oder das Feuerwehrgerätehaus Dom-Esch aufsuchen.

Dort wurden Notunterkünfte eingerichtet, in denen auch Übernachtungen möglich sind. Einsatzkräfte seien vor Ort. „Bitte nehmen Sie nur das nötigste mit, das Sie für eine Nacht brauchen.“

Kreis Euskirchen dementiert Gerüchte: „Oleftalsperre nicht gebrochen“

Update, 15:58 Uhr: In den sozialen Medien kursierten Gerüchte, dass die Oleftalsperre gebrochen sei. Das haben Polizei und der Kreis Euskirchen inzwischen dementiert. „Entgegen anders lautenden Meldungen, die kursieren, können wir bestätigen, dass die Oleftalsperre unversehrt ist. Es besteht laut Bürgermeister Rudolf Westerburg und den Einsatzkräften vor Ort keine Besorgnis erregende Lage und die Talsperre hat noch Kapazität“, so der Kreis Euskirchen.

Ausnahmezustand: Festnetz und Handynetz so gut wie nicht verfügbar

Update, 15:11 Uhr: „Der Starkregen hat auch das Stadtgebiet von Rheinbach mit voller Wucht getroffen“, so die Feuerwehr Rheinbach. Weiterhin werden im Rhein-Sieg-Kreis mehrere Menschen vermisst. Keller und Wohnungen sind teilweise noch immer überflutet. Auch das Stromnetz ist noch immer ausgefallen. „Die Festnetz- und Mobilfunknetze sind ebenfalls nicht oder nur sehr eingeschränkt verfügbar.“ Aktuell werden über 400 Einsätze durchgeführt. Stromausfälle sind ebenso wie Überschwemmungen Folgen des Unwetters, auch in Köln sind Haushalte seit der Nacht ohne Strom, Keller wurden überflutet.

Die Stadt hat ein Bürgertelefon eingerichtet. „Die kostenpflichtige Hotline ist erreichbar unter der Telefonnummer: 00870 / 77 26 01 428“, so die Feuerwehr Rheinbach.

Ausnahmezustand: Evakuierung von Oberdrees und Niederdrees – Bundeswehr im Einsatz

Update, 15:03 Uhr: Weitere überschwemmte Ortschaften werden evakuiert. Die Feuerwehr Rheinbach teilt mit, dass die Ortslagen Oberdrees und Niederdrees betroffen sind. „Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht sicher ist, ob der Damm der Steinbachtalsperre gehalten werden kann“, heißt es weiter.

Personen, die sich selbst evakuieren können, sollen dies tun. Zusätzlich ist die Bundeswehr mit LKWs im Einsatz. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sind ebenfalls beteiligt. Als Notunterkunft steht die Stadthalle Rheinbach (Villeneuver Str. 5) zur Verfügung.

Ausnahmezustand: 15 Tote in Euskirchen

Update, 14:24 Uhr: Die erste Bilanz nach den Unwettern im Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen ist verheerend: Aus Euskirchen wurden 15 Tote gemeldet, aus Rheinbach drei. Die Polizei setzt 45 Ermittler ein, um Vermisstenfälle und Todesfälle zu klären. „Noch sind nicht alle gesichteten Leichen geborgen“, teilt die Polizei dazu mit. Details dazu würden nicht veröffentlicht – zum Schutz der Angehörigen.

Ausnahmezustand: Evakuierung von Swisttal und Rheinbach – Bundeswehr im Einsatz

Update, 13:29 Uhr: Mehrere überschwemmte Ortschaften in Swisttal werden evakuiert. Das gab der Rhein-Sieg-Kreis bekannt. Die Menschen werden dort aus ihren Wohnungen und Häusern gebracht. „Begonnen wird vorbehaltlich der Änderung der Lage in Heimerzheim. Anschließend folgt Odendorf. Die weitere Reihenfolge wird lagebedingt festgelegt“, heißt es vonseiten des Kreises. Hubschrauber sind bereits über den betroffenen Gebieten unterwegs und informieren die Menschen mit Lautsprecherdurchsagen.

Die betroffenen Personen sollen sich darauf einrichten, bis zu 96 Stunden in einem Übergangsquartier untergebracht zu werden. „Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gewährleistet. Bitte bringen Sie nur den nötigsten persönlichen Bedarf mit. Vergessen Sie insbesondere nicht lebenswichtige Medikamente“, teilt der Rhein-Sieg-Kreis weiter mit.

Auch die Stadt Rheinbach hat mit der Evakuierung von Menschen aus den Ortschaften Niederdrees und Oberdrees begonnen.

Das Impfzentrum in Marmagen, südwestlich von Euskirchen, bleibt heute geschlossen. Das hat der Kreis Euskirchen mitgeteilt. „Impfungen sind nicht möglich. Durch die aktuelle Hochwasserlage ist es für alle Beteiligen zu gefährlich sich auf den Weg zu machen“, heißt es. Der Impfstoff sei aber nicht in Gefahr. Trotz Stromausfällen werde das Impfzentrum mit einem Notstromaggregat versorgt.

Unwetter und Überschwemmung: Rhein-Sieg-Kreis richtet Hotline für Vermisste ein

Update, 11:43 Uhr: Der Rhein-Sieg-Kreis hat eine Hotline eingerichtet für vermisste Personen aus Swisttal und Rheinbach: 02241 - 13 6252. In akuten Notfällen „wählen Sie bitte weiterhin die 112“.

Die Situation in Teilen des Rhein-Sieg-Kreises ist angespannt. Nach den heftigen Regenfällen wurden Menschen in Sicherheit gebracht. Die vollgelaufene Steinbachtalsperre sorgt für eine Gefahrenlage, da sie droht, überzulaufen. Von Swisttal wurden erste Ortsteile geräumt, betroffen sind Odendorf, Essig, Ludendorf und Miel. Von Rheinbach wurden die Ortschaften Oberdrees und Niederdrees geräumt. Beide liegen direkt unterhalb der Steinbachtalsperre.

Der Rhein-Sieg-Kreis warnt: Die Gefahr besteht weiterhin – auch, wenn es gerade nicht regnet. Die Ufer der Bächer drohen überzulaufen, Hänge könnten abrutschen.

Unwetter und Überschwemmung: Stromausfälle im Kreis Euskirchen

Update, 11:16 Uhr: Im südlichen Teil des Kreises Euskirchen gibt es großflächige Stromausfälle. Das teilte der Netzbetreiber e-regio inzwischen mit. Betroffen sind die Orte Blankenheim, Dahlem, Heimbach, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Schleiden sowie Teile von Mechernich und Bad Münstereifel. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Stromversorgung wiederherzustellen. Bitte haben Sie Verständnis, dass dies noch Zeit in Anspruch nehmen wird. Über den Zeitraum der Wiederherstellung können wir momentan keine genaue Aussage treffen, da unsere Leitstelle und große Teile von Kall von der Außenwelt abgeschnitten sind“, so ein Sprecher von e-regio weiter.

Unwetter im Kreis Euskirchen: Straßen gesperrt

Update, 11:10 Uhr: Auch die Polizei aus Köln hilft inzwischen im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen mit. „Die Einsatzleitung der Polizei steht im Kontakt mit den Krisenstäben des Rhein-Sieg-Kreises sowie des ebenfalls von den Auswirkungen des Starkregens besonders betroffenen Kreises Euskirchen“, so ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Außerdem habe die Polizei weiträumig Straßen gesperrt, nachdem auf der L119 und der L113 zwei Brücken eingestürzt sind. „Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützen derzeit Rettungskräfte vor Ort, unter anderem mit einem Boot der in Brühl stationierten Technischen Einsatzeinheit“, heißt es vonseiten der Polizei weiter.

Euskirchen: Acht Tote nach schweren Unwettern – Notruf ausgefallen

Update, 10:50 Uhr: Inzwischen spricht der Kreis Euskirchen von acht Toten. „Die Kommunikation ist weitgehend ausgefallen, in vielen Teilen des Kreises sind Internet und Telefonverbindungen eingeschränkt. Das betrifft auch die Kreisverwaltung seit dieser Nacht“, teilte der Kreis auf seiner Facebook-Seite mit. Auch der Notruf 112 sei derzeit nicht erreichbar. Die Menschen sollen es stattdessen mit der 110 oder bei zentralen Anlaufstellen in den Ortschaften versuchen, die aktuell eingerichtet werden.

In den Orten Schleiden, Gemünd und Oberhausen sei die Lage sehr kritisch. „Es finden Menschenrettungen statt. Teilweise besteht kein Zugang. Die Menschen werden Richtung Mechernich evakuiert“, so der Kreis Euskirchen. In Satzvey und Kommern sei die Trinkwasserversorgung unterbrochen. Es könnten auch noch weitere Gebiete betroffen sein. Flamersheim werde weiterhin evakuiert und es werde immer noch Wasser aus der Steinbachtalsperre abgepumpt. In weiten Teilen des Kreises, besonders in Weilerswist, besteht Hochwassergefahr.

Auch in weiteren Regionen von NRW werden inzwischen Tote gemeldet. So wurden in Köln zwei Tote in vollgelaufenen Kellern entdeckt.

Unwetter im Kreis Euskirchen: „Einer der schlimmsten Tage in der Geschichte“

Euskirchen – Schwere Unwetter und heftiger Dauerregen haben den Kreis Euskirchen besonders schwer getroffen. Die Steinbachtalsperre im Süden der Stadt Euskirchen ist nach dem Starkregen vollgelaufen. Sogar der Damm an der Talsperre droht zu brechen. Zur Beobachtung der Situation ist neben der Polizei auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort.

Die in der Nähe liegende A61 zwischen Bliesheim und Meckenheim wurde am Donnerstag (15. Juli) vorsorglich vollgesperrt, wie die Polizei mitteilte. Der Verkehr wird auf die A565 umgeleitet. Bereits am Mittwoch kam es zu Sperrungen auf der A61, nachdem die Autobahn von Wasser überflutet wurde. Auch weitere Autobahnen in NRW sind nach den Unwettern von Sperrungen betroffen.

Landrat Markus Ramers wandte sich in der Nacht zum Donnerstag mit einem Facebook-Video an die Menschen im Kreis Euskirchen und sprach von „einem der schlimmsten Tage in der Geschichte des Kreises Euskirchen“. Es sind bereits zwei Todesfälle bekannt und es gibt „nicht zählbare Sachschäden“, so Ramers weiter.

Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen: Pegel leicht gesunken, aber keine Entwarnung

Inzwischen sei der Pegel an der Steinbachtalsperre leicht gesunken und das Wasser laufe nicht mehr über die Krone. Von einer Entwarnung könne man aber noch nicht sprechen, so Ramers weiter.

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, habe der Kreis Euskirchen die Einwohner gebeten, Keller zu meiden und sich in höhere Stockwerke zu begeben.

Auch weitere Talsperren bereiten den Menschen in NRW sorgen. Akute Flutgefahr gebe es demnach auch in Radevormwald, Wuppertal, Rheinbach und Hückeswagen. Bei den Talsperren des Ruhrverbands war die Lage am Mittwoch noch unter Kontrolle. Dort bestehe keine Gefahr, sagte ein Sprecher.

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