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CDU-Landrat aus Heinsberg platzt bei Corona-Wutrede der Kragen: „Das hätte jeder Landwirt besser verhandelt“

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Stephan Pusch spricht bei einem Pressebriefing.
Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch fordert die Öffnung der Schulen für Mitte Februar. © IMAGO / Ralph Sondermann

In einem zwölfminütigen Video kritisiert der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) den schleppenden Impfstart und die Schließung der Schulen.

Heinsberg – Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) erlangte im Frühjahr 2020 ungeplant große Prominenz in Deutschland. Sein Landkreis war damals der erste große Corona-Hotspot in NRW. Jetzt sorgt er mit einer Corona-Wutrede erneut für Aufmerksamkeit.

Heinsberg: CDU-Landrat Stephan Pusch kritisiert Impfstrategie und Terminvergabe

In einem zwölfminütigen Video platzte ihm vor allem in Bezug auf den schleppenden Impfstart und die Schulschließungen im Land der Kragen. „Das hätte jeder Landwirt im Kreis Heinsberg besser verhandelt“, polterte Pusch in seiner Videobotschaft zur Impfstoff-Beschaffung der Europäischen Union und den Lieferengpässen. Man sei seiner Ansicht nach sehr naiv an die Verhandlungen herangegangen.

Der CDU-Politiker und Träger des Bundesverdienstkreuzes kritisierte außerdem die Terminvergabe bei Corona-Impfungen für Menschen ab 80 Jahren. Menschen riefen „bitter weinend“ bei seinem Bürgertelefon an und beklagten sich dort, dass sie keinen Termin bekämen oder gar nicht erst durchkämen.

Stephan Pusch fordert Öffnung von Schulen: „Sonst gehen Familien kaputt“

Dass Regierungsstellen behaupten, bei der Impfvergabe sei alles optimal gelaufen nennt Pusch „ein reines Ablenkungsmanöver“. „Da habt ihr alle mal euer Ohr nicht an der Basis und wisst nicht, was bei den Bürgern los ist“, so der Landrat. Es gehe bei nicht „um die Vergabe von Theaterkarten“, sondern um Menschen, die um ihr Leben fürchten und Angst hätten, keinen Impftermin zu bekommen. „Da läuft irgendwas falsch, da könnt ihr mir erzählen, was ihr wollt. Das muss jetzt einfach mal raus“, sagte Pusch.

Außerdem forderte der dreifache Vater auch die Öffnung der Schulen ab Mitte Februar. „In zwei Wochen, das ist ein dringender Appell, müssen die Schulen wieder öffnen. Und vorher müssen die Schulen wissen, wo es langgeht.“ Pusch fordert, dass Kinder zumindest wieder teilweise in die Schulen gehen dürfen. „Sonst gehen Familien kaputt, sonst gehen Eltern kaputt“, fürchtet der Landrat. (bs mit dpa)

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