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Mädchen-Mörder aus Münster in den Niederlanden festgenommen – Details zu Festnahme von Ralf H.

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Der gesuchte Mörder Ralf H. mit einem schwarzen Balken über den Augen.
Ralf H. wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. © Polizei Münster

Drei Tage war die Polizei Münster auf der Suche nach Ralf H. Nun wurde er festgenommen. Auswertungen der Daten der Fußfessel haben die Hinweise gebracht.

Update vom 24. Dezember, 15:07 Uhr: Es war eine gut abgestimmte Nacht-und-Nebel-Aktion kurz nach Mitternacht: Nach Hinweisen auf seinen Aufenthaltsort ist der rechtskräftig verurteilte und geflohene Mörder Ralf H. in der Nacht zum Freitag in den Niederlanden überwältigt und gefasst worden. Die Festnahme fand um 0:15 Uhr statt. Nach Angaben der Polizei in Münster und der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde der 56-Jährige in einer Wohnung in Enschede festgenommen.

Dort angetroffen wurde laut einer Polizeisprecherin auch seine Lebensgefährtin, die als mutmaßliche Fluchthelferin jedoch nicht festgenommen wurde. Gegen die 54 Jahre alte Verlobte lag laut Staatsanwalt Henner Kruse kein internationaler Haftbefehl vor. „Nach ihr wurde nur national, nicht international gesucht. Sie ist zunächst in der Wohnung verblieben“, sagte Kruse der dpa an Heiligabend.

Zum Zeitpunkt der Flucht am Dienstag lag Ralf H. die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vor, dass das Urteil des Landgerichts Dortmund rechtskräftig ist. Der Haftantrittsbescheid für seine lebenslange Haftstrafe sollte ihm aber erst noch zugestellt und dann vollstreckt werden. Die zeitliche Lücke nutzte Ralf H., um die Fußfessel abzulegen und sich über die Grenze ins Nachbarland abzusetzen. Wann er möglicherweise nach Deutschland überstellt wird, war Heiligabend noch unklar. „Ich gehe davon aus, dass das sicher noch einige Tagen dauern wird“, sagte Staatsanwalt Kruse.

Mädchen-Mörder Ralf H. in den Niederlanden festgenommen – Fußfessel gab Hinweise

Update vom 24. Dezember, 10:17 Uhr: Der verurteilte Mörder Ralf H. ist in der Nacht auf Freitag in den Niederlanden gefasst worden. Nach Angaben der Polizei in Münster und der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde er in Enschede in einer Wohnung festgenommen. Bei ihm war nach Angaben einer Polizeisprecherin auch seine Lebensgefährtin. Der 56-Jährige war am Dienstagabend von seinem Wohnort Münster geflüchtet, nachdem er sich von einer gerichtlich angeordneten Fußfessel befreit hatte.

Laut Polizei hatte die Auswertung der Daten der elektronischen Fußfessel Hinweise auf Enschede gebracht. Demnach hatte sich Ralf H. in der Vergangenheit öfter in der Wohnung rund 70 Kilometer entfernt von Münster aufgehalten. Enschede liegt nordwestlich von Münster kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze.

Ralf H. war im vergangenen Januar 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der damals 16-jährigen Nicole Schalla vom Landgericht Dortmund zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Schülerin 1993 aus sexuellen Motiven in einem Dortmunder Vorort überfallen und erwürgt.

2018 war der heute 56-Jährige nach einer Neuauswertung von DNA-Spuren festgenommen worden. Dabei ging es um eine Hautschuppe, die auf der Leiche der Schülerin gefunden worden war. Ein erster Prozess war wegen einer kranken Richterin geplatzt.

Nach dem Urteil hatte das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass der Verurteilte aus der überlangen Untersuchungshaft bis zu einem rechtskräftigen Urteil entlassen werden musste. Aus Sicht des OLG hatte sich das Landgericht zwischen den beiden Prozessen zu viel Zeit gelassen. Das OLG sah keine Fluchtgefahr. Auf Antrag der Polizei in Münster hatte das Amtsgericht Münster im April 2021 das Tragen einer Fußfessel für den Deutschen mit Wohnsitz in Münster angeordnet.

Zum Zeitpunkt der Flucht am Dienstag lag Ralf H. die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vor, dass das Urteil des Landgerichts Dortmund rechtskräftig ist. Der Haftantrittsbescheid für seine lebenslange Haftstrafe sollte ihm noch zugestellt werden.

Mädchen-Mörder aus Münster: Ralf H. in den Niederlanden festgenommen

Update vom 24. Dezember, 9:10 Uhr: Nach drei Tagen auf der Flucht wurde der verurteilte Mörder Ralf H. in der Nacht auf Freitag, 24. Dezember, in den Niederlanden gefasst worden. Nach Angaben der Polizei in Münster und der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde er in Enschede in einer Wohnung festgenommen. Bei ihm war nach Angaben einer Polizeisprecherin auch seine Lebensgefährtin. Der 56-Jährige war am Dienstagabend von seinem Wohnort Münster geflüchtet, nachdem er sich von einer gerichtlich angeordneten Fußfessel befreit hatte.
Die Ermittler hatten das Duo mithilfe von Zielfahndern des Landeskriminalamtes gefunden. Die niederländische Polizei nahm den Flüchtigen fest. Zwei auf seine 54-jährige Verlobte zugelassene Autos wurden in der Nähe der Wohnung gefunden.

Er war im vergangenen Januar – 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der damals 16-jährigen Nicole Schalla – vom Landgericht Dortmund zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte sie 1993 in einem Dortmunder Vorort überfallen und erwürgt – aus sexuellen Motiven. Zuerst hatte n-tv über die Festnahme berichtet.

Mädchen-Mörder aus Münster: Ralf H. immer noch auf der Flucht

Erstmeldung vom 22. Dezember: Münster – In Münster (NRW) ist ein Mörder auf der Flucht. Der 56-jährige Ralf H. hat sich am Dienstagabend (21. Dezember) seine elektronische Fußfessel entfernt, wie Polizei Münster und Staatsanwaltschaft Dortmund gemeinsam mitteilten. Er sollte eigentlich bald seine Haft antreten. Bei seiner Flucht hatte er wohl Hilfe von seiner Lebensgefährtin. Nun wird öffentlich nach dem wegen Mordes verurteilten Mann gefahndet. Am Donnerstag sagte eine Polizeisprecherin, es seien viele Hinweise zu dem Flüchtenden eingegangen. Die Suche läuft auf Hochtouren.

Münster: Ralf H. im Januar als Mörder verurteilt – tötete 16-Jährige vor 27 Jahren

Der Mann war am 25. Januar 2021 durch das Landgericht Dortmund wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte vor rund 27 Jahren die damals 16-jährige Nicole Schalla gewaltsam getötet. Weil die Justiz keine Fluchtgefahr sah und das Urteil noch nicht rechtskräftig war, blieb der Deutsche nach dem Schuldspruch frei und bekam eine Fußfessel.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, wurde das Urteil nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof am 14. Dezember rechtskräftig. Am Dienstag sei die Staatsanwaltschaft darüber informiert worden – woraufhin sie die Haft vollstrecken lassen wollte.

Münster: Mörder Ralf H. wohl mit Lebensgefährtin in Mercedes-C-Klasse geflüchtet

Nach Polizeiangaben hat der Mann am Dienstagabend um 20:10 Uhr in Münster seine Fußfessel abgelegt und sein Handy zurückgelassen. Nach der Flucht wurde nun ein Vollstreckungshaftbefehl gegen den 56-Jährigen erlassen. Der letzte bekannte Aufenthaltsort war im Raum Münster. Laut Polizei könnte er mit einem von zwei Fahrzeugen seiner Lebensgefährtin unterwegs sein. „Bei den Pkw handelt es sich um zwei Mercedes-Benz der C-Klasse in Blau mit den Kennzeichen: ‚MS-MS 4455‘ und ‚MS-SM 4455‘“, so eine Polizeisprecherin.

Das Foto zeigt eines der beiden möglichen Fluchtfahrzeuge.
Das Foto zeigt eines der beiden möglichen Fluchtfahrzeuge. © Polizeipräsidium Münster

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurde das mutmaßliche Fluchtfahrzeug des Verdächtigen und seiner Lebensgefährtin im gesamten Schengenraum zur Fahndung ausgeschrieben. Gegen die Frau wird demnach auch ermittelt, weil sie ihrem Lebensgefährten bei der Flucht geholfen haben soll. Dem Vernehmen nach prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie auch gegen die Frau einen Haftbefehl beantragt.

Mörder aus Münster gesucht: So soll Ralf H. genau aussehen

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach Ralf H.. Hinweise können entweder bei der Polizei Münster unter der Nummer 0251/275-2222 oder jeder andere Polizeidienststelle mitgeteilt werden.

Münster: Flucht des Mörders eine „Katastrophe“ für Eltern – Verteidiger sieht schwache Indizien

Anwältin Arabella Pooth, die Nicole Schallas Eltern als Nebenkläger vor Gericht vertreten hatte, sagte am Mittwoch der dpa: „Es war klar, dass der Mann sich seiner Haftstrafe nicht stellen würde.“ Dass er seinerzeit nach dem Prozess zunächst auf freiem Fuß geblieben war, sei rechtlich zwar möglich gewesen – aber aus ihrer Sicht falsch. Dass der Mann nun verschwunden sei, sei für die Eltern des Opfers „eine Katastrophe“ und nicht zu begreifen.

Sein Verteidiger Udo Vetter bestätigte am Mittwoch, dass auch er die Entscheidung des Bundesgerichtshofes erhalte habe. Mehr wisse er derzeit nicht. Im Prozess hatte der Anwalt stets auf die schwachen Indizien hingewiesen. Der Gerechtigkeit sei nicht Genüge getan, wenn jemand verurteilt werde. „Es muss auch der Richtige verurteilt werden“, so Vetter.

Mörder aus Münster gesucht: Ralf H. wegen langem Prozess aus U-Haft entlassen

Der heute verurteilte Mörder war 2018 nach einer Neuauswertung von DNA-Spuren festgenommen worden. Dabei ging es um eine Hautschuppe, die auf der Leiche von Nicole Schalla gefunden worden war. Das 16-jährige Opfer war 1993 in einem Dortmunder Vorort überfallen und erwürgt worden – aus sexuellen Motiven. Ein erster Prozess war wegen einer kranken Richterin geplatzt.

Nach dem Urteil hatte das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass der Verurteilte aus der überlangen Untersuchungshaft bis zu einem rechtskräftigen Urteil entlassen werden musste. Aus Sicht des OLG hatte sich das Landgericht zwischen den beiden Prozessen zu viel Zeit gelassen. Das OLG sah keine Fluchtgefahr. Auf Antrag der Polizei in Münster hatte das Amtsgericht Münster im April 2021 das Tragen einer Fußfessel für den Deutschen mit Wohnsitz in Münster angeordnet. (ots/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 23. Dezember um 13:54 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Foto des möglichen Fluchtfahrzeugs und weitere Informationen dazu.

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