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Traktor rammt Hochspannungsleitung: Strom-Ausfall in mehreren NRW-Städten

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Von: Oliver Schmitz

In NRW waren am Donnerstag etliche Kreise stundenlang ohne Strom, weil ein 16-Jähriger einen Mast mit einem Traktor umgefahren hatte. Zudem gab es Verletzte.

Weilerswist – Plötzlich funktionierte gar nichts mehr: kein Computer, kein Licht, kein Kühlschrank. So ging es am Donnerstagmittag (4. August) ganzen 65.000 Menschen im Südwesten von Nordrhein-Westfalen. Denn nach einem Unfall in Weilerswist war es zu einem massiven Stromausfall in mehreren Kreisen gekommen. In kürzester Zeit kam über die Nina-Warn-App eine Meldung nach der anderen. Das alles, weil ein jugendlicher Traktor-Fahrer einen Strommast umfuhr.

NRW: Traktor-Unfall sorgt für Stromausfall – und drei verletzte Menschen

Ein 16 Jahre alter Landwirt hat mit seinem Traktor den Mast einer Hochspannungsleitung umgeknickt und so einen großflächigen Stromausfall mit Zehntausenden Betroffenen verursacht.
Der 16-jährige Traktor-Fahrer ist in den Hochspannungsmast bei Weilerswist gefahren. © Thomas Schmitz/dpa

Der folgenreiche Vorfall nahm seinen Anfang um 11:15 Uhr an der Horchheimer Straße in Weilerswist. Ein 16-jähriger Landwirt fuhr mit seinem Traktor auf einem anliegendem Getreidefeld. Neben den Pflanzen ebenfalls auf dem Feld: ein 110.000-Volt-Hochspannungsmast. Aus noch unbekannten Gründen kreuzte dieser den Weg des Traktor-Fahrers aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Die Folge: Der Strommast knickt um und Stromleitungen fielen auf die anliegende Kreisstraße.

Die Kabel wurden anschließend einem Ehepaar (50, 51) zum Verhängnis. Diese fuhren mit ihrem Auto die Straße entlang und mitten in die Stromleitungen hinein. Sowohl das Ehepaar als auch der Traktor-Fahrer wurden dabei leicht verletzt.

Da durch den Unfall die Stromleitung beschädigt wurde, hatte der Betreiber Westnetz diese aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen. Drei Umspannanlagen in Erftstadt-Lechenich, Weilerswist-Vernich und Zülpich fielen in der Folge aus, was den massiven Stromausfall für zehntausende Menschen zur Folge hatte.

Stromausfall NRW: Diese Orte waren betroffen

Ein Strommast in Weilerswist, der von einem Traktor umgefahren wurde.
Der 16-jährige Traktor-Fahrer war in den Strommast reingefahren. Wie es dazu kam, ist noch unklar. © Thomas Schmitz/dpa

Stromausfall in NRW: Auch Mobilfunknetz ausgefallen – Polizei mit Hundertschaft vor Ort

Neben den Privathaushalten wurde auch die Infrastruktur im Südwesten NRWs vom Stromausfall getroffen. Neben dem gewöhnlichen Telefonnetz fiel auch das Mobilfunknetz stellenweise aus, wie die Polizei Euskirchen berichtete. Alle Feuerwehrgerätehäuser in den betroffenen Orten waren als Ansprechpartner für Notfälle besetzt gewesen.

Zudem hatte auch die Polizei anschließend ihre Präsenz erhöht. In Erftstadt waren unter anderem Teile einer Hundertschaft in den betroffenen Stadtteilen unterwegs. Sie dienten als Ansprechpersonen für die Bevölkerung, sagte ein Polizeisprecher. „Die Leute haben ja Sorgen, haben Angst.“ Nachdem der Strom im Rhein-Erft-Kreis wieder da war, hieß es: „Gefahrensituationen oder Straftaten in Zusammenhang mit dem Stromausfall sind derzeit nicht bekannt.“

Der Strom war am Nachmittag zuerst in Erftstadt nach und nach wieder eingeschaltet worden. Bis 16 Uhr gab es in allen weiteren Ortschaften Entwarnung, sodass stellenweise vier Stunden der Strom ausgefallen war. (os mit ots und dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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