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Gewalt vor Synagogen in Münster und Bonn: Laschet verurteilt die Angriffe

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Ein Polizeifahrzeug vor einer Synagoge in Bonn.
In Bonn und Münster kam es zu Polizeieinsetzen an den Synagogen (Symbolbild). © S. Steinach/Imago

Vor den Synagogen in Münster und Bonn zündeten mehrere Personen Fahnen an und beschädigten den Eingangsbereich. Ministerpräsident Armin Laschet verurteilt die Angriffe.

Update vom 12. Mai, 14:52 Uhr: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Angriffe auf die Synagogen in Münster und Bonn verurteilt. „Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung haben in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen keinen Platz. Wir dulden weder antijüdische Polemik, wir dulden keine Gewalt, wir dulden keinen Antisemitismus - nicht auf unseren Straßen, nicht auf unseren Schulhöfen, nicht im Internet“, sagte der CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat am Mittwoch in Düsseldorf.

Laschet fordere ein sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten. Die Hamas müsse ihre „abscheulichen Angriffe auf die Zivilbevölkerung“ in Israel auf der Stelle stoppen. Deutschland stehe fest an der Seite Israels.

Wie die Polizei Bonn mitteilte, gaben die drei festgenommen Personen, die ihre Tat bereits einräumten, den aktuellen Konflikt als Motivation an.

Gewalt vor Synagogen in Münster und Bonn: Tatverdächtige räumen Schuld ein

Update vom 12. Mai, 14:28 Uhr: Nach Angaben der Polizei haben die drei festgenommen Männer in Bonn eingeräumt, vor der Synagoge israelische Flaggen verbrannt zu haben. Einer von ihnen gab demnach auch zu, einen Stein auf die Synagoge geworfen zu haben. Nach ihrer Motivation gefragt, hätten sie erklärt, dass der aktuelle Konflikt in Israel sie dazu veranlasst habe, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Die Männer im Alter von 20 und 24 haben mittlerweile das Polizeipräsidium verlassen. Gegen die drei Tatverdächtigen, die über feste Wohnsitze in Deutschland verfügten und bislang nicht kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten seien, wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.

Gewalt vor Synagogen in Münster und Bonn: Schutz verstärkt

Update vom 12. Mai, 14:18 Uhr: Auch NRW-Innenminister Herbert Reul hat das Anzünden israelischer Flaggen vor Synagogen in Bonn und Münster verurteilt. „Die Vorkommnisse machen mich wütend, das hat auch nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun“, teilte Reul am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit.

„Den Schutz jüdischer Einrichtungen im ganzen Land haben wir verstärkt“, sagte Reul. „Wir dulden in diesem Land keinen Antisemitismus. Angriffe auf jüdisches Leben in Nordrhein-Westfalen verfolgen wir mit aller Konsequenz.“

Gewalt vor Synagogen in Münster und Bonn: Bischof verurteilt Vorfälle

Update vom 12. Mai, 10:36 Uhr: Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat das Anzünden einer israelischen Flagge vor der Synagoge der Stadt verurteilt. Der Vorfall und die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten erfüllten ihn „mit tiefer Sorge“, mahnte Genn: „Gewalt ist nie ein geeigneter Weg, um Konflikte zu lösen. Religion darf nicht dafür instrumentalisiert und missbraucht werden, um Gewalt rechtfertigen zu wollen.“

Genn sagte laut Mitteilung vom Mittwoch: „Beten wir gemeinsam, dafür, dass die Gewalt im Heiligen Land rasch ein Ende findet.“ In Münster hatte die Polizei am Abend 13 Tatverdächtige teils vor Ort an der Synagoge gestellt, nachdem dort eine israelische Fahne verbrannt wurde. Die Synagoge selbst wurde laut Polizei nicht beschädigt. (dpa/lnw)

Polizeieinsatz vor Synagogen in Münster und Bonn – NRW-Verkehrsminister stellt sich gegen Antisemitismus

Update vom 12. Mai, 9:39 Uhr: Nach zwei Einsätzen an Synagogen in Münster und Bonn hat sich NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) klar gegen Antisemitismus gestellt. „In NRW ist kein Platz für Antisemitismus“, schrieb der Politiker am Mittwochmorgen auf Twitter.

Polizeieinsatz vor Synagogen in Münster und Bonn – 16 Personen festgenommen

Erstmeldung vom 12. Mai: Münster/Bonn – Vor zwei Synagogen in Münster und Bonn kam es am Dienstagabend, 11. Mai, zu Polizeieinsätzen. In beiden Fällen ermittelt nun der Staatsschutz. Unter anderem wurden israelische Flaggen angezündet und der Eingangsbereich mit Steinen beworfen. Mehrere Personen wurden bereits festgenommen. 

Einsatz in Bonn: Synangoge wird mit mit Steinen beschädigt – Tatverdächtige hantieren mit Feuer

In den frühen Abendstunden des 11.05.2021 kam an der Synagoge auf der Tempelstraße in Bonn zu einem Vorfall, bei dem der Eingangsbereich durch Steine beschädigt wurde: Ein Anwohner beobachtete gegen 19:30 Uhr mehrere, augenscheinlich jüngere Erwachsene, die den Synagogeneingang attackierten und auch mit „Feuer“ auf einem nahe gelegenen Gehweg hantierten - der Zeuge informierte sofort über Notruf die Einsatzleitstelle der Bonner Polizei, die daraufhin sofort mehrere Einsatzfahrzeuge zur Synagoge schickte. 

Vorort fanden die Einsatzkräfte eine israelische Fahne, die angezündet worden war. Ein Glasteil der Eingangstür der Synagoge wurde mit Steinen beschädigt. Auch drei Zettel mit möglicherweise arabischen Schriftzeichen wurden gefunden, wie es hieß.

Die Tatverdächtigen flüchteten vor dem Eintreffen der Polizei in Richtung Rhein. Zeugen sprachen von drei bis vier dunkel gekleideten Personen. Am Abend teilte die Polizei mit, drei Personen festgenommen zu haben: Zwei 20-jährige Männer und einen 24-Jährigen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen bereits übernommen. 

Synagoge in Münster: Gruppe verbrennt israelische Fahne – Staatsschutz ermittelt

Auch in Münster rückte am Dienstagabend die Polizei aus. Zeugen hatten den Notruf angerufen, da sich "eine etwa 15-köpfige Gruppe" vor der Synagoge aufhalte, laut rufe und eine israelische Fahne verbrenne. Die Synagoge selbst wurde nicht beschädigt. 13 Personen wurden von der Polizei festgenommen, teilweise noch vor Ort. Auch in Münster ermittelt nun der Staatsschutz. Den Tatverdächtigen drohen Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Auch in Köln kam es allem Anschein nach zuletzt zu antisemitischen Vorfällen. In einer Bahn der KVB soll ein antisemitischer Flyer gefunden worden sein. (jw/ots/dpa)

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