1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Klima-Aktivisten besetzen Tagebau Garzweiler II – und klettern in Bagger

Erstellt:

Bagger im Braunkohletagebau Garzweiler.
Klimaaktivisten besetzen Bagger im Tagebau Garzweiler II (Symbolbild). © Martin Schroeder/IMAGO

Aktivisten besetzen einen Bagger im Braunkohle-Tagebau Garzweiler II bei Erkelenz. Bislang gibt es keine Ausschreitungen.

Erkelenz – Klimaaktivisten haben am Freitagmorgen einen Bagger und einen Absetzer im Braunkohletagebau Garzweiler II bei Erkelenz besetzt. Rund 22 Menschen seien vor Ort. Nach Angaben der Gruppe „Gegenangriff – für das gute Leben“ forderten sie unter anderem einen sofortigen Kohleausstieg und den Erhalt aller vom Tagebau bedrohten Dörfer.

Tagebau Garzweiler II: Mehrere Aktivisten besetzen Bagger

Die Aktivisten selbst berichteten von 21 Teilnehmern, die gegen 4 Uhr auf Schaufelradbagger und Absetzer geklettert seien. Schon im August kam es auf dem Gelände des Tagebaus Garzweiler zu einer Protestaktion.

Bis zum Abend wurden nach Angaben der Aachener Polizei insgesamt 22 Personen von den Großgeräten geholt – teils aus etwa 40 Metern Höhe abgeseilt. Gegen alle Besetzer seien Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet worden. Einen entsprechenden Antrag hatte der Energiekonzern RWE gestellt. Gegen drei von ihnen, die sich auf den Absetzern angekettet hatten, wurden zudem Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Trotz des passiven Widerstands sei der Einsatz „insgesamt friedlich“ verlaufen, berichtete die Polizei.

Ein Sprecher des Energiekonzerns RWE verurteilte die Besetzung. Die Teilnehmer brächten sich damit in Lebensgefahr. „Außerdem verkennen die Aktivisten die Transformation von RWE“, sagte der Sprecher. Das Unternehmen setze den gesetzlichen Kohleausstieg konsequent mit der schrittweisen Stilllegung von Kraftwerken und Tagebauen um.

Tagebau Garzweiler II: Aktivisten fordern sofortigen Kohleausstieg

Am Freitag begann die sogenannte Rodungssaison. Bis Ende März darf der Energiekonzern RWE dann Bäume und andere Gehölze am Tagebau fällen. Der RWE-Sprecher wollte keine Angaben dazu machen, wann die Rodungen starten sollen. Die Aachener Polizei plane „auf absehbare Zeit keine Einsätze zur Absicherung von Abbruch- und Rodungsarbeiten, da keine Vollzugshilfeersuche vorliegen“, teilte das Präsidium mit.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) muss der Braunkohleausstieg in NRW deutlich schneller erfolgen als bisher geplant. Um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, müsse die Förderung bis 2028 eingestellt werden, hatte das DIW im Juni berichtet. Durch den schnelleren Kohleausstieg bliebe nicht nur der Hambacher Forst erhalten, sondern auch alle Ortschaften am Tagebau Garzweiler könnten bleiben. Nach der bisherigen Planung soll das letzte Braunkohlekraftwerk in NRW bis zum Jahr 2038 abgeschaltet werden. Das DIW hatte die Studie im Auftrag des Bündnisse «Alle Dörfer bleiben» erstellt.

(dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 1. Oktober, 20:03 Uhr, aktualisiert. Neuerung: Weitere Informationen zum Hintergrund zum Einsatz in Erkelenz.

Auch interessant