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Testbetrieb in drei Städten: Am ersten Wochenende wurde kein Taser ausgelöst – Androhung hat drei Mal gereicht

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Eine Person hält einen Taser in der Hand.

Im Januar werden einige Polizisten in NRW mit Tasern ausgestattet (Symbolbild). © Rainer Jensen/dpa

Am 15. Januar startete in Nordrhein-Westfalen die Testphase für Elektroschock-Pistolen im Polizeieinsatz. Sie soll über einen langfristigen Einsatz der Taser entscheiden.

Update vom 18. Januar, 15:30 Uhr: Am ersten Wochenende des Taser-Tests der Polizei in NRW sind die Elektroschockpistolen noch nicht ausgelöst worden. Zweimal seien sie gezogen worden, drei weitere Male habe die Androhung genügt, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Montag auf Anfrage der dpa.

Seit Freitag sind die Polizeibehörden in Dortmund, Düsseldorf und Gelsenkirchen im Besitz der Taser, die in einer einjährigen Pilotphase auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. In wenigen Tagen kommt noch der Rhein-Erft-Kreis dazu.

Testbetrieb in drei Städten begonnen: Polizisten in NRW können ab jetzt Taser einsetzen

Update vom 15. Januar, 15:50 Uhr: Am Freitag (15. Januar) startete offiziell die Pilotphase für Taser im Polizeieinsatz. Rund 400 Polizisten in Düsseldorf, Dortmund und Gelsenkirchen testen ab jetzt für rund 14 Monate die neuen Geräte in ihrem Alltag.

Die Testphase soll für den weiteren Gebrauch der Taser ausschlaggebend sein. „Erst wenn wir ganz sicher sein können, dass sie uns wirklich nützen, werden wir entscheiden, ob wir die neue Waffe flächendeckend für die NRW-Polizei einführen“, sagte Innenminister Herbert Reul am Freitag bei einem Medientermin in Dortmund. (bs)

NRW: Polizei erhält Taser – hier werden sie zuerst eingesetzt

Erstmeldung vom 5. Januar, 13:18 Uhr: Köln – Das Bundesland Rheinland-Pfalz war der Vorreiter, nun hat sich auch NRW dazu entschlossen, einige Polizisten mit Elektroschock-Pistolen auszustatten. Vier Polizeibehörden in der Region sollen die Geräte nun testen.

Mit rund 60 Geräten soll im Januar in NRW der Test sogenannter Taser im Streifendienst der Polizei beginnen. Nach Angaben des Innenministeriums sollen die Distanzelektroimpulsgeräte (DEIG) wechselweise von etwa 400 Beamten genutzt werden. Für das Pilotprojekt wurden die Polizeibehörden in Düsseldorf, Gelsenkirchen, Dortmund und bei der Polizei im Rhein-Erft-Kreis ausgesucht.

Polizei nutzt bald Elektroschock-Pistolen: So funktionieren die Geräte

Mit dem von NRW bestellten „Taser 7“ der Firma Axon kann man das Gegenüber mit einem grünen Laser anvisieren. Der Taser verschießt Metallpfeile an Drähten, über die der Beschossene mit kurzen Stromimpulsen bei sehr hoher Spannung außer Gefecht gesetzt werden kann. Die jeweils dreitägigen Schulungen für die Geräte sind laut Ministerium bereits weitgehend abgeschlossen.

Axon Taser für die Polizei: Innenministerium sieht Einsatz der Geräte kritisch

Das Projekt wird bis zum März 2022 laufen. Danach soll geprüft werden, ob die Distanzelektroimpulsgeräte in NRW flächendeckend eingesetzt werden - oder weiter nur von Spezialeinsatzkommandos (SEK). Das Innenministerium steht laut einem früheren Bericht an den Landtag Tasern eher skeptisch gegenüber. Die Geräte seien in vielen Situationen nicht einzusetzen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW hatte sich dagegen für Taser stark gemacht und auf Erfolge beim Einsatz in Rheinland-Pfalz hingewiesen.

Taser: Rheinland-Pfalz hat Elektroschock-Pistolen zuerst eingeführt

Das Land hatte die Taser Ende 2018 als erstes Bundesland eingeführt. Im offiziellen Abschlussbericht zur damaligen Pilotphase in Trier hieß es: „Die präventive Wirkung der DEIG ist herausragend.“ Alleine das Mitführen des Tasers „in der Signalfarbe beinhaltet eine deeskalierende Strahlkraft.“ Regelmäßig sei das Gerät wahrgenommen worden - und habe häufig „zur Entspannung der Einsatzlage – noch vor einer formalen Androhung“ geführt.

Im einjährigen Pilotzeitraum war es in Rheinland-Pfalz zunächst zu 30 Einsätzen gekommen, bei dem mit dem Taser gedroht wurde oder er wirklich abgeschossen wurde. Fünf mal schützten sich die Polizisten so, einmal stoppten sie einen suizidgefährdeten Mann, der auf eine Bundesstraße laufen wollte. Auch in Bayern wurden die Geräte bereits erfolgreich getestet.

Taser kamen schon in 139 Fällen zum Einsatz

Der Test war aus Sicht der Mainzer Landesregierung so erfolgreich, dass die Geräte zur festen Ausstattung im Streifendienst gemacht wurden. Zwischen Dezember 2018 und Ende November 2019 kam der Taser laut einem Bericht an den Landtag so schon in 139 Fällen zum Einsatz. Wobei in 76 Prozent schon die Androhung gewirkt habe.

Diese Wirkung haben Taser auf den menschlichen Körper

Zwei Rechtsmediziner aus Ulm widmeten sich im vergangenen Jahr noch der Frage, welche Auswirkungen Taser auf die Angeschossenen haben könnten. Außer Verletzungen der Haut scheinen sie wenig Schaden anzurichten. So seien in Deutschland zwischen 2018 und 2019 zwar vier Todesfälle im Nachgang von Taser-Einsätzen registriert worden, so die Forscher. In allen Fällen habe man bei der Obduktion aber keinen direkten oder alleinigen Zusammenhang mit dem Gerät finden können. (nb mit dpa)

Hinweis zu Berichterstattung nach Suizid: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

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