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Troisdorf: Rettungswagen muss Umweg nehmen – weil Autofahrer nicht wegfahren will

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Ein Rettungswagen steht an einer Ausfahrt, Autos fahren an einer Straße vorbei.
Weil ein Autofahrer seinen Wagen nicht umparken wollte, musste ein Rettungswagen in Troisdorf einen Umweg nehmen (Symbolbild). © David Inderlied/dpa

Weil ein Auto nicht richtig geparkt ist, kommt ein Krankenwagen auf dem Weg zu einem Notfall in Troisdorf nicht vorbei. Den Verursacher der Situation lässt das kalt.

Troisdorf – Ein Krankenwagen ist am Mittwochnachmittag (31. März) in Troisdorf zu einem Notfalleinsatz mit Blaulicht unterwegs und muss einen Umweg nehmen. Ein Autofahrer will seinen Wagen, der den Weg versperrt, nicht zur Seite fahren. Ein Vorfall, der die Polizei laut einer Pressemitteilung „fassungslos“ macht.

Rettungswagen kommt an geparktem Auto nicht vorbei: Verursacher unterstellt Fahrerin Unfähigkeit

Das war genau passiert: Die zwei Rettungssanitäter sind mit Blaulicht und Rettungshorn auf dem Weg zu dem einem Einsatz, als ihre Fahrt in der Elisabethstraße in Troisdorf jäh unterbrochen wird. Auf der engen Straße steht ein Auto zu weit außerhalb einer Parkbucht und ragt zu weit in die Fahrbahn. Der Krankenwagen passt nicht vorbei.

Über den Lautsprecher ihres Krankenwagens suchen die Rettungssanitäter den Fahrer des Wagens und können ihn ausfindig machen. Nach kurzer Zeit erscheint ein 60-jähriger Mann und gibt sich als Fahrer zu erkennen. Die Rettungssanitäter bitten den Mann seinen Wagen rüberzufahren.

Geparktes Auto blockiert Rettungswagen im Notfalleinsatz: Autofahrer denkt nicht ans Wegfahren

Doch der denkt nicht dran. Er ist der Überzeugung, dass der Rettungswagen durch die Engstelle passt und unterstellt der Fahrerin, dass sie mit der Größe des Fahrzeuges wohl überfordert sei.

Rettungssanitäter sind in ihrem Berufsalltag immer wieder mit den unschönen Seiten von Menschen konfrontiert. Ein Sanitäter der Feuerwehr Hagen ist bei einem Rettungseinsatz von einem 58 Jahre alten Mann mit einer Schreckschusswaffe bedroht worden. In Duisburg wurde ein Rettungssanitäter Ende Februar von einem 49-Jährigen absichtlich angefahren. Der Mann hatte sich zuvor über den im Weg stehenden Rettungswagen geärgert.

Was ein Rettungssanitäter tagtäglich erlebt und was ihn so umtreibt, das berichtet der Rettungssanitäter Luis Teichmann aus Köln regelmäßig auf Instagram und Tiktok. Auf Instagram hat der 24-Jährige mittlerweile mehr als 55.000 Follower.

Troisdorf: Mann fährt nicht aus dem Weg – Rettungswagen muss Umweg fahren

Die 24-jährige Rettungssanitäterin musste daraufhin den RTW rückwärts aus der Elisabethstraße setzen und dann über einen Umweg zur Einsatzstelle in der Nachbarschaft fahren. Beim Eintreffen der Polizei an der mutmaßlichen Engstelle, war das Auto ordnungsgemäß in der Parkbucht abgestellt. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Nötigung gegen den 60-Jährigen eingeleitet.

Blaues Blinklicht in Verbindung mit dem Einsatzhorn darf laut Gesetz nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere Gesundheitsschäden abzuwehren. Alle anderen Verkehrsteilnehmer haben in diesem Fall sofort freie Bahn zu schaffen. Ob durch die Verzögerung dem Patienten, der die Hilfe benötigte, Nachteile durch die Verzögerung entstanden sind, ist laut Polizei nicht bekannt. (ots/lys)

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