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Warum im Mai ein U-Boot über den Rhein fährt – und wann man es sehen kann

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Von: Johanna Werning

Eine Zeichnung der U17 auf dem see- und flusstauglichen Schwimmponton
Mit einem see- und flusstauglichen Schwimmponton wird das U17 auf dem Rhein nach Speyer gebracht. (Zeichnung) © Technik Museen SInsheim Speyer

Der Transport der U17 ist ein Mammutvorhaben: Das ausgemusterte U-Boot der Bundesmarine wird von Kiel nach Speyer gebracht. Der spektakuläre Fahrplan auf dem Rhein.

Köln – „Dies wird ein Transport an der Grenze zum Machbaren“, sagt Hermann Layher, Präsident der Technik Museen Sinsheim Speyer. Denn das 500 Tonnen schwere U-Boot U17 wird von Kiel nach Rheinland-Pfalz gebracht. Doch dafür ist ein XXL-Transport über die Nordsee, den Rhein und Straßen nötig. Vorbei an Duisburg, Düsseldorf, Köln, Koblenz, Mainz. Das Ziel: das Technik Museum Speyer – 600 Kilometer entfernt vom Meer.

U-Boot U17 auf dem Rhein: „Großtransport muss bis ins Detail geplant werden“

Die Besatzung des Unterseebootes 17 bereitet im Marinehafen im schleswig-holsteinischen Eckernförde auf das Anlegemanöver vor.
Das U-Boot U17 wird quer durch Deutschland geschifft (Archivbild). © Carsten Rehder/dpa

Knapp 40 Jahre war das U17 in der Deutschen Marine. Dabei schrieb das U-Boot sogar Geschichte und war, gemeinsam mit U26, das erste deutsche U-Boot in amerikanischen Gewässern nach dem Zweiten Weltkrieg und das erste U-Boot, das in den Hafen von Baltimore einlief.

Doch am 14. Dezember 2010 wurde das U-Boot außer Dienst genommen. Seitdem stand das U17 größtenteils still. Bis jetzt. Aktuell wird das U-Boot „entmilitarisiert“, die Waffensysteme abgebaut. Ab Ende April wird das U-Boot dann verladen und in Richtung Süddeutschland gebracht. Doch das ist aufwendig. „Solch ein Großtransport muss bis ins Detail mit allen Beteiligten geplant werden“, erklärt Layher.

Das U-Boot U17 der Bundeswehr

Das U17 ist ein U-Boot der Klasse 206A. Das U-Boot wurde ab November 1973 bei der deutschen Marine eingesetzt. Am 14. Dezember 2010 wurde es außer Dienst genommen.

Der Heimathafen befand sich in der Ostseestadt Eckernförde.

Das U-Boot U17 hat eine Länge von etwa 48 Meter, einen Tiefgang von 4,6 Meter und verdrängt getaucht etwa 500 Tonnen.

Das U17 war, gemeinsam mit der U26, das erste deutsche U-Boot in amerikanischen Gewässern nach dem Zweiten Weltkrieg und das erste U-Boot, das in den Hafen von Baltimore einlief.

Das Einsatzgebiet des U-Boots U17 war hauptsächlich in der Nord- und Ostsee, später nach der Umrüstung zur Klasse 206 Alpha, dann auch im Mittelmeer.

Fahrtroute U-Boot U17 auf dem Rhein: Auch an Duisburg, Düsseldorf und Köln vorbei

Der Plan: Von Kiel geht es für das U17 über die Nordsee in Richtung Niederlande und von dort über den Rhein quer durchs Rheinland und vorbei an Düsseldorf und Köln in Richtung Südwestdeutschland. Im Technik Museum Speyer gibt es dann einen längeren Zwischenstopp, bevor es in das Technik-Museum nach Sinsheim (Baden-Württemberg) geht. Los geht es am 28. April 2023. Am 12. Mai soll das U-Boot dann über den Rhein bei Köln fahren und am 21. Mai soll die U17 am Technik-Museum eintreffen.

Der konkrete Ablauf für die Überfahrt: In Kiel wird das U-Boot mit einem 900-Tonnen-Kran auf ein sogenanntes see- und flusstaugliches Schwimmponton geladen. Von dort geht es dann durch den Nord-Ostsee-Kanal entlang der Nordseeküste nach Rotterdam. Über Holland auf der Waal wieder zurück nach Deutschland. Über den Rhein weiter in Richtung Düsseldorf und Köln und vorbei am Kölner Dom, dem Deutschen Eck in Koblenz und der Loreley bis nach Speyer. In Speyer schließlich geht das U-Boot im Naturhafen an Land. Auf einem Schwerlasttransport fährt das U-Boot dann in Schrittgeschwindigkeit in Richtung Technik Museum.

U-Boot wird über den Rhein transportiert: Die genaue Strecke des U17

U-Boot wird von Kiel nach Speyer geschifft – doch das ist erst der Anfang

In Speyer handelt es sich jedoch zunächst lediglich um einen Zwischenstopp. „Es müssen noch einige Arbeiten am U-Boot vorgenommen werden. Unser Werkstatteam kann diese am Standort Speyer besser durchführen als in Kiel. Daher freuen wir uns schon sehr darauf, dass dieser Transport beide Museen betrifft und Sinsheim und Speyer hier Hand in Hand arbeiten“, sagt Museumspräsident Hermann Layher.

Wie lange die Arbeiten dauert und dann das U17 dann in Richtung Sinsheim ankommt, ist noch nicht bekannt. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Dieser soll in der nächsten Zeit finalisiert werden, so das Museum weiter. (jw) Fair und unabhängig informiert, was im Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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