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Nach Unfall: Männer geben sich als Jäger aus – und nehmen verletztes Reh mit

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Von: Maximilian Gang

Ein Auto fährt an einem Warnschild zum Wildwechsel vorbei.
Eine Frau erlebte am Wochenende einen bizarren Zwischenfall in Menden. © Andreas Haas/IMAGO

Eine Frau hat der Polizei einen Unfall mit einem Reh gemeldet. Doch noch bevor die Polizei eintraf, hatten Männer das Reh bereits mitgenommen.

Menden – Eine 57-Jährige hatte am Samstagabend, den 19. November, gegen 19 Uhr der Polizei einen Unfall im Mendener Stadtteil Holthausen gemeldet. Nach Angaben der Frau habe sie ein Reh mit ihrem SUV gerammt. Doch als die Polizei am Unfallort ankam, war das verletzte Tier schon nicht mehr da: Denn zuvor „erschienen zwei vermeintliche Jäger, die das verletzte Wildtier in einen dunklen Mercedes Vito luden“, wie die Polizei erklärt. Als der tatsächliche Jäger am Unfallort ankam, waren sowohl die vermeintlichen Jäger, als auch das Reh bereits verschwunden, so die Polizei Essen.

Unfall in Menden: Foto hilft bei der Identifizierung der Täter

Ein Foto, welches die 57-Jährige auf Angebot der beiden Jagdwilderer vom Kennzeichen des Mercedes gemacht hatte, half den Polizisten letztendlich dabei, die Täter zu finden. Die ermittelte Adresse führte zu einem Gutshof an der Mintarder Straße in Mülheim an der Ruhr. Auf dem Hof trafen die Polizisten einen 25-jährigen Mann an, der anhand des Fotos als Täter identifiziert werden konnte. „Dieser gab nach einer Konfrontation mit der Situation zu, das Reh im Wald entsorgt zu haben“, so die Polizei.

Doch zumindest die Angaben zur Entsorgung schienen nicht der Wahrheit entsprochen zu haben. Denn: Die Polizisten entdeckten einige Reste des nun toten Tieres direkt neben der Eingangstür. Auf dieser Grundlage erwirkten die Polizisten einen Durchsuchungsbeschluss durch die zuständige Richterin. Bei der folgenden Durchsuchung wurden keine Hinweise auf den Verbleib des restlichen Kadavers gefunden.

Nach Unfall: Männer geben sich als Jäger aus – und nehmen verletztes Reh mit

Der 25-Jährige verhielt sich, laut Polizeiangaben, äußerst „unkooperativ“. Als Folge wurden ein Spürhund samt Diensthundeführer und eine Einsatzhundertschaft zur Durchsuchung hinzugezogen. Der identifizierte Mann und sein 22-jähriger Bruder leisteten zum Beginn der Durchsuchung Widerstand. Gegen die Brüder wird deshalb nun aufgrund von Jagdwilderei sowie des Widerstands gegen Polizeibeamte ermittelt. Die aufgefundenen Tierteile wurden dem zuständigen Jäger übergeben.

Dass mit Widerstand auf Maßnahmen der Essener Polizei reagiert wird, ist dabei keine Seltenheit. Ein BMW-Fahrer demolierte vergangene Woche insgesamt sechs Autos und widersetzte sich im Anschluss den Polizisten. Dabei verletzte er vier Polizisten durch Schläge und Tritte. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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