1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Uni Duisburg-Essen: Studenten müssen alle auf den Campus – um ihre Accounts zu retten

Erstellt:

Von: Maximilian Gang

Das Gebäude der Universität Duisburg-Essen von außen
Die Universität Duisburg-Essen kämpft aktuell noch mit den Nachwehen des Hackerangriffs vom 27. November. (Archivbild) © Roland Weihrauch/dpa

Die Folgen des Hackerangriffs machen den Verantwortlichen der Uni Duisburg-Essen weiterhin zu schaffen. Nun müssen Studenten und Beschäftigte handeln.

Duisburg – Cyberangriffe können in einer zunehmend digitalisierten Welt immer größere Schäden anrichten. Das bekam in den vergangenen Wochen auch die Universität Duisburg-Essen zu spüren. Gleich zweimal wurden die technischen Systeme der Hochschule Opfer von Hackern.

Das Campusmanagementsystem, E-Mails, Telefonate – sehr viele wichtige Dienste standen oder stehen deshalb nicht mehr zur Verfügung. Nun versuchen die Verantwortlichen der Universität den Normalzustand wieder herzustellen. Deshalb wurden Studenten und Beschäftigte dazu aufgerufen, bis Donnerstag (22. Dezember) zu einem der beiden Campusse in Duisburg oder Essen zu kommen – ansonsten droht die Sperrung ihrer internen Universitätsaccounts.

Universität Duisburg-Essen: Fast 50.000 neue Passwörter nach Hackerangriff

Der Shutdown – wie er in einer Mitteilung des Studentenwerks bezeichnet wird – hat zu einer massiven Beeinträchtigung des Lehrbetriebs geführt. Beispielsweise war eine Zeit lang die An- und Abmeldung von Prüfungen oder der Zugriff zu Vorlesungsmaterialien nicht mehr möglich. Mittlerweile stehen einige der Dienste wieder zur Verfügung. Die meisten der rund 42.000 Studierenden und beinahe 6.000 Mitarbeiter waren und sind vom Hackerangriff mit betroffen, denn: Die Hacker waren in die internen IT-Systeme eingedrungen und hatten diese verschlüsselt.

Universität Duisburg-Essen
Gründung1. Januar 2003
Studierende42.925 (Stand 2020)
Beschäftigte5.881
Studiengänge267

Und sie alle haben noch bis Donnerstag Zeit, um eine sicherheitsrelevante Aufgabe zu erfüllen: Sie müssen zu den Campussen kommen, um ihr Passwort zu ändern. Das geht aus einem Hinweis an Universitätsangehörige auf der Website der Hochschule hervor. Das bedeutet: Fast 50.000 neue Kennwörter müssen vergeben werden. Wer dem nicht nachkommt, könnte – zumindest vorerst – seinen Zugang zu wichtigen lern- und lehrrelevanten Angeboten verlieren, wie die Lernplattform „Moodle“ oder das Intranet.

Uni Duisburg-Essen: Sicherheitsgründe für Passwortänderung

„Die Universität ist wie ein Unternehmen, das Dienste zur Verfügung stellt“, wie Hochschulsprecherin Birte Vierjahn gegenüber 24RHEIN erklärt. Und der Zugang zu diesen Diensten sei dabei an einer persönlichen Kennung inklusive persönlichem Passwort gekoppelt. Nach dem Hacker-Angriff bedarf es da einer Aktualisierung: „Die Passwörter müssen aus Sicherheitsgründen geändert werden, an einem der beiden Campusse“, so Vierjahn.

Nach Hackerangriff: Erst 25.000 Passwortresets bis Mittwoch

Doch wie sieht die Situation für Personen aus, die momentan nicht zur Uni kommen können – beispielsweise Studierende im Auslandssemester oder Menschen, die gerade krank sind? „Dafür wird es eine Lösung geben“, wie die Sprecherin sagt. Der konkrete Ablauf für Betroffene sei momentan allerdings noch unklar. Und ein gesperrter Account könnte einige betreffen, denn: Bis zum Mittwochmorgen waren, laut der Hochschulsprecherin, erst 25.000 Passwortresets durchgeführt worden.

Hackerangriff an Universität Duisburg-Essen: Noch Monate bis Normalbetrieb

Die große Menge an Passwortänderungen sind dabei nur ein Aspekt, der in den nächsten Wochen und Monaten angegangen werden muss. Insgesamt sei das Problem vielschichtig, wie Universitätskanzler Jens Andreas Meinen in einer Videobotschaft erklärt. „Es ist nicht so, dass wir ein Server wiederherstellen müssen, es sind eher tausend“.

Ein Krisenstab tage täglich, so Rektorin Barbara Albert. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Bewältigung dieser Krise“. Doch wann können die Betroffenen mit einem normalen Hochschulbetrieb rechnen? „Bis zum Beginn des Sommersemesters am 1. April möchten wir wieder in den Normalbetrieb gekommen sein“, wie Vierjahn unter Berufung auf den Uni-Kanzler sagt. Bis dahin gilt für Studierende und Beschäftigte vor allem die Bitte der Rektorin: „Schenken Sie uns Geduld“. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant