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Düsseldorfer Energiekonzern Uniper bekommt 34 Milliarden Euro aus Steuergeldern

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Von: Peter Sieben

Die Uniper-Zentrale in Düsseldorf
Die Konzernzentrale von Uniper in Düsseldorf: Der Gashändler stand kurz vor der Pleite. © Federico Gambarini/dpa

Deutschlands größtem Gasimporteur Uniper drohte wegen des Ukraine-Kriegs die Pleite: Fatal für die deutsche Energieversorgung. Jetzt soll ein Milliardenpaket helfen.

Düsseldorf – Der angeschlagene Düsseldorfer Gasimporteur Uniper erhält 34 Milliarden Euro vom Bund: Die EU-Kommission hat ein entsprechendes Rettungspaket am Dienstag genehmigt. Bereits am Freitag hatte die Kommission der Verstaatlichung des Unternehmens unter fusions- und kartellrechtlichen Aspekten zugestimmt.

Uniper
HauptsitzDüsseldorf
Mitarbeiter11.494
Umsatz163 Milliarden Euro im Jahr 2021

Uniper aus Düsseldorf verlor täglich 200 Millionen Euro

Einen Tag zuvor hatten die Uniper-Aktionäre den Weg für die Quasi-Verstaatlichung von Deutschlands größtem Gashändler freigemacht. Am Montag hatten die Eigentümer den mit der Bundesregierung und dem bisherigen finnischen Mehrheitsaktionär Fortum beschlossenen Stabilisierungsmaßnahmen zugestimmt.

Unipers extreme Schieflage ist eine Folge des Ukraine-Krieges. Russland hatte seine Gaslieferungen nach Deutschland sukzessive eingestellt. Doch Uniper musste trotzdem weiterhin an Stadtwerke und Industrieunternehmen liefern – und deshalb Gas zu hohen Preisen an den Energiebörsen einkaufen. Die täglichen Verluste beliefen sich zeitweise auf über 200 Millionen Euro.

Gasumlage soll Versorgern zugutekommen

Nicht zuletzt deshalb greift seit Oktober die Gasumlage. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte schon im Vorfeld immer wieder betont, dass die Gasumlage eine Notwendigkeit sei, um die Gasversorgung in Deutschland aufrechterhalten zu können. Die Umlage soll großen Gasversorgern wie Uniper zugutekommen, die zu extrem hohen Preisen Ersatz für die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland kaufen müssen. Eine Pleite könnte das deutsche Energiesystem empfindlich treffen - sprich: Uniper gilt als systemrelevant.

Uniper quasi verstaatlicht

Der Bund soll nach mit dem Hilfspaket zu 98,5 Prozent an Uniper beteiligt sein, damit ist der Konzern aus Düsseldorf quasi verstaatlicht. Noch in dieser Woche soll der Vollzug über die Bühne gehen. (pen, mit dpa)

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