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Unwetter tobt über NRW: Extremer Regen – Überschwemmungen und Erdrutsche möglich

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Unwetter in Nordrhein-Westfalen: Wasser, das aus einem Keller gepumpt wurde, wird mit einem Feuerwehrschlauch auf die Straße geleitet.
Etliche Keller in NRW mussten bereits leergepumpt werden. © David Young/dpa

Heftige Unwetter über NRW: Der DWD warnt vor starkem Dauerregen – und das zwei Tage lang. Nach enormen Mengen Regen ist keine Erholung in Sicht.

Köln – Die Unwetterwarnungen in Nordrhein-Westfalen gehen in die nächste Runde. Die amtliche Unwetterwarnung hat es in sich: Am Mittwoch warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in vielen Teilen des Landes vor „extrem ergiebigem Dauerregen“ (Orte siehe Liste) und spricht damit die höchste Stufe aus. In anderen Regionen gilt derweil die eine Unwetterwarnung der Stufe 3, mit „nur“ ergiebigem Dauerregen.

Die Meteorologen raten, alle Fenster und Türen zu schließen. In Köln gibt es eine erhöhte Hochwassergefahr. Auch in anderen Teilen von NRW rechnen Experten mit Hochwasserlagen. Zudem sind Erdrutsche oder überflutete Straßen möglich. In der Nacht zum Mittwoch war es bereits in einigen Landesteilen zu ersten Auswirkungen von Tief „Bernd“ gekommen. So gab es vor allem in Hagen und Düsseldorf viele Überschwemmungen.

Extremer Dauerregen bis Donnerstag – Wetterdienst warnt

Die Warnungen gelten dabei bis Donnerstag, 15. Juli. Dabei trete der Starkregen in Etappen auf. Katwarn löste zudem bereits am Montag und Dienstagmorgen aus. Auch am Mittwoch löste die App erneut aus.

Seit Dienstagmorgen gilt die amtliche Unwetterwarnung. Dabei wird vor allem vor Dauerregen gewarnt. Der Starkregen soll im Verlauf der beiden Tage immer stärker werden. Die Regenmengen liegen zwischen 30 und 70 Litern pro Quadratmeter – innerhalb weniger Stunden. Bis Donnerstagfrüh können sich so Regenmengen zwischen 80 und 180 Liter pro Quadratmeter anhäufen. „Punktuell sind auch bis 200 l/qm denkbar“, so der DWD.

Die Wassermassen unterscheiden sich jedoch regional. Um welche Starkregengebiete es sich handelt, ist noch nicht klar. „Der Schwerpunkt liegt wahrscheinlich vom Münsterland bis in den Südwesten von NRW, wobei es weiter noch größere Modellunsicherheiten gibt“, so der DWD am Dienstagmorgen, 13. Juli. Der Starkregen komme jedoch etappenweise herunter. Dabei werde es teilweise extrem heftig regnen.

Unwetter in NRW: Höchste Warnstufe am Mittwoch im Südwesten

Auch am Mittwoch sollen weite Teile von NRW wieder von einem heftigen Dauerregen heimgesucht werden. Betroffen ist vor allem der Süden, aber auch das Ruhrgebiet, Sauer- und Siegerland sowie das südliche Münsterland. Der DWD hat entsprechende amtliche Warnungen veröffentlicht. Für einige Kreise im Südwesten gilt sogar die höchste Warnstufe. Dazu zählen die Kreise Euskirchen, Aachen, Düren, Bonn, den Rhein-Erft-Kreis sowie für Teile Kölns und des Rhein-Sieg-Kreises.

Ein Gewitterblitz über einem Feld. Im Hintergrund erkennt man eine Stadt.
In ganz NRW drohen neben Starkregen auch zahlreiche Gewitter. (Archivbild) © Christopher Neundorf/Kirchner/Imago

Besonders heftig soll es ab Mittwochnachmittag werden. Dann erwarten die Meteorologen kräftige Gewitter, bei denen es innerhalb weniger Stunden 20, 40 oder auch 70 Liter pro Quadratmeter regnen kann. Hagel mit Korngrößen um zwei Zentimeter sowie Sturmböen sind ebenfalls nicht ausgeschlossen. Zum Vergleich: Zwischen 1961 und 1990 fielen in Nordrhein-Westfalen im gesamten Juli im Schnitt 82 Liter Regen pro Quadratmeter. Am Dienstagnachmittag betonte der DWD aber, dass es noch größere Modellunsicherheiten gebe.

Extremer Dauerregen zieht über NRW: Diese Regionen sind betroffen

Dauerregen zieht über NRW: Diese Regionen sind betroffen

Starkregen im Dauertakt in NRW: Experten rechnen mit Hochwasser am Mittwoch

Aufgrund der extrem hohen Regenmengen rechnen Experten ab Mittwoch mit Hochwasserlagen in vielen Gewässern in NRW. „Wir rechnen damit, dass nicht nur die kleineren Gewässer, sondern auch die größeren ab Mittwoch beginnen, Warnwerte zu überschreiten“, sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), Bernd Mehlig, in Duisburg.

Als Beispiele nannte er die Rur, die Erft und die Sieg. „Wir sprechen nicht nur von erhöhtem Wasserständen“, so Mehlig weiter. Aufgrund der angekündigten Wassermengen könne es eine ernstzunehmende Situation werden. „Wir gucken mit Aufmerksamkeit hin.“

Das wetterbestimmende Tiefdruckgebiet sei sehr lagestabil. In solch einer Ausprägung sei dies eher selten. „In den letzten 15 Jahren gab es das nicht.“ Auch die Regenmengen hält er für ungewöhnlich: „Derart großflächige Niederschlagsmengen hatten wir in Nordrhein-Westfalen zuletzt 2010 im Münsterland und 2007 an der Ruhr.“

Starkregen in NRW: Überflutete Keller und Erdrutsche nach Hochwasser möglich

Bei so enormen Wassermengen ist es möglich, dass Straßen und Keller überflutet werden. Bei Bächen und kleineren Flüssen kann es unter anderem zu Hochwasser kommen. Diese könnten dann sogar zu Erdrutschen führen. Bei einem anderen Unwetter in Fröndenberg wurden zuletzt gleich mehrere Straßen und Keller überflutet. Ein Seniorenheim musste evakuiert werden.

Da es sich um eine mögliche Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial handelt, warnt der DWD neben der Unwettergefahr auch vor folgenden Gefahren:

In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu schlimmen Unwettern in NRW. Auch für Köln gab es eine Unwetterwarnung. Größere Schäden blieben jedoch aus. In Herne sah das anders aus: Dort wurde die A42 aufgrund des Starkregens gesperrt. Mehrere Autos stecken fest. (jw)

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14. Juli aktualisiert. Neuerung: DWD warnt auch für Mittwoch vor extremem Dauerregen, außerdem vor Gewittern mit Hagel. Warnungen für Kreise und kreisfreie Städte wurden aktualisiert (10:45 Uhr).

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