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Aachen: Menschen wollen zurück in die Wohnung – „Dimensionen der Krise nicht abschätzbar“

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Ein Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist bei Hochwasser im Stadtteil Kornelimünster unterwegs.
Im Aachener Stadtteil Kornelimünster haben Einsatzkräfte weiterhin alle Hände voll zu tun. © Ralf Roeger/dpa

In Kornelimünster in Aachen haben Einsatzkräfte noch immer jede Menge mit dem Hochwasser zu tun. Die Menschen warten darauf, in ihre Wohnungen zurückzukehren.

Update vom 15. Juli, 18:10 Uhr: Mehrere Kreise haben im Hinblick auf das Hochwasser der vergangenen Tage den Katastrophenfall ausgerufen. Neben dem Rhein-Erft-Kreis auch die Städteregion Aachen. Es sei nicht mehr von einem örtlichen Geschehen auszugehen, die Kräfte müssten in der Städteregion gebündelt und koordiniert werden, begründete Aachen den Schritt.

„Wir durchleben gerade eine Krise, deren Dimensionen heute noch nicht abschätzbar sind“, sagte Landrat Frank Rock (CDU) für den Rhein-Erft Kreis. «Der soziale Zusammenhalt und die Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger ist in dieser schwierigen Zeit nun wichtiger mehr denn je. Helfen Sie bitte Nachbarn, Kindern, Älteren und mobilitätseingeschränkten Personen», sagte der Landrat. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums können Kommunen und Kreise Hilfe der Bundeswehr im Hochwasser jederzeit im Rahmen der Amtshilfe anfordern. Der Ausruf des Katastrophenfalls sei dazu nicht nötig. (dpa)

Aachen: Mobile Anlaufstelle am Korneliusmarkt – Menschen wollen zurück in die Wohnung

Update vom 15. Juli, 15:58 Uhr: Auch wenn die Regenfälle im Laufe des heutigen Donnerstags (15. Juli) glücklicherweise nachgelassen haben, bindet die unverändert akute Hochwasserlage in Aachen und der Region weiterhin die Einsatzkräfte. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Aachen ist am frühen Nachmittag erneut zusammengekommen, um die aktuelle Lage zu bewerten und die nächsten notwendigen Schritte zur Bewältigung der Krisensituation abzustimmen, wie die Stadt in einer Mitteilung erklärte.

Stadtdirektorin Annekathrin Grehling, die gestern Nachmittag persönlich in Kornelimünster beim Großeinsatz der Rettungskräfte und der Evakuierung vor Ort war, versichert: „Sehr viele Menschen in der Verwaltung und in den Rettungsdiensten arbeiten mit Hochdruck daran, um die außergewöhnliche Hochwasserlage und ihre Folgen zu bewältigen. Diese Aufgabe, insbesondere die anstehenden Aufräumarbeiten, wird uns in den kommenden Tagen vor große Herausforderungen stellen.“

Aachen: Korneliusmarkt inzwischen größtenteils wasserfrei – viele Gebäude aber noch nicht freigegeben

Vor Ort in Kornelimünster häufen sich indes die Fragen, wann die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Zwar zieht sich das Wasser langsam zurück, der Korneliusmarkt ist mittlerweile wieder größtenteils wasserfrei. Doch viele Gebäude stehen weiter teilweise unter Wasser und sind von offizieller Seite noch nicht freigegeben. Betroffen ist auch die Kirche St. Kornelius sowie die katholische Grundschule Abteigarten. Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei sind weiterhin vor Ort.

Anwohnerinnen und Anwohner, die kurrzeitigen Zugang zu ihren Gebäuden dringend benötigen, um Unterlagen, Medikamente oder Kleidung zu holen, können sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamts wenden. Am Zugang zum Korneliusmarkt ist dazu eine mobile Anlaufstelle eingerichtet. Dort können sich Menschen melden, die dann von Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamts in ihre Häuser begleitet werden. Die Stadt bittet weiterhin darum, die Fahrt in Richtung des historischen Ortskerns Kornelimünster – wenn nicht unbedingt notwendig – zu unterlassen. Die Durchfahrt ist weiterhin gesperrt.

Aachen: Kornelimünster droht Überflutung – mehrere Regionen ohne Strom

Update vom 15. Juli, 11:46 Uhr: In der Region Aachen sind wegen des Hochwassers mehrere Ortschaften ohne Stromversorgung. „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, wann die Versorgung wieder hergestellt werden kann“, teilte die Regionetz GmbH, der Netzbetreiber der Stadt Aachen, am Donnerstagvormittag mit. „Aufgrund der Überschwemmungen können die Kollegen der Regionetz keine Kellerräume betreten und somit auch keine einzelne Haushalte wieder an das Stromnetz anschließen.“

Betroffen seien vor allem Stolberg mit der Innenstadt und den Ortsteilen Vicht und Zweifall, die Eschweiler Innenstadt und der historische Ortskern von Kornelimünster in Aachen. Roetgen und der Stadtteil Rott seien zudem zurzeit nicht mit Gas versorgt. „Grund dafür ist die eingestürzte Brücke, die die Gasleitung beschädigt hat“, teilte Regionetz weiter mit.

Unwetter Aachen: Kornelimünster droht Überflutung – 35 Menschen in Sicherheit gebracht

Update vom 15. Juli, 10:43 Uhr: Der Aachener Stadtteil Kornelimünster kämpft weiterhin mit den Wassermassen, Teile des Ortskerns mussten evakuiert werden. Wie die Aachener Zeitung berichtet, wurde das Inda-Gymnasium zeitweise als Notunterkunft hergerichtet. Nach dortiger Erstversorgung habe die Stadt insgesamt 35 Menschen vorerst in drei Hotels untergebracht.

Obwohl der Pegel der Inde mittlerweile wieder sinke, gehen Experten davon aus, dass es noch Tage dauern wird, bis die Stände wieder auf Normalmaß zurückkehren. Der Bundesstraßen-Abschnitt in Kornelimünster (Napoleonsweg) sei weiterhin für den Verkehr gesperrt. Auch im restlichen Stadtgebiet mit Schwerpunkten in Haaren und im Frankenberger Viertel verzeichne die gemeinsame Leitstelle von Stadt und Städteregion zahlreiche Einsatzstellen.

Aachen: Kornelimünster droht Überflutung – Feuerwehr bereitet Notunterkunft vor

Erstmeldung vom 14. Juli, 15:30 Uhr: Aachen – Durch die heftigen Regenfälle droht eine Überflutung des historischen Stadtkerns von Kornelimünster in Aachen. Grund sei der steigende Wasserstand des Flusses Inde in dem Stadtteil, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Die Feuerwehr bereite eine Notunterkunft vor, um Menschen aus Teilen des historischen Altstadtkerns aufnehmen zu können. Die betroffenen Haushalte würden von städtischen Mitarbeitern informiert und gebeten, ein paar Dinge zusammenzupacken. Wer bei Familie oder Freunden unterkommen kann, solle dies zu tun. „Momentan ist die Lage noch unter Kontrolle“, teilte die Stadt am frühen Nachmittag mit.

Unwetter in NRW: Ortskern von Kornelimünster in Aachen ohne Strom

Der Ortskern von Kornelimünster sei derzeit ohne Strom, teilte die Regionetz GmbH, der Netzbetreiber der Stadt Aachen, mit. Wegen des Hochwassers habe eine Mittelspannungsanlage abgeschaltet werden müssen.

Eine Sandsack-Füllmaschine wurde nach Angaben der Stadt am Dienstag in Betrieb genommen. 10.000 Säcke seien gefüllt worden. Zusätzlich würden Sandsäcke aus Köln und Düren abgeholt. Insgesamt sollten im Laufe des Mittwochs 50 000 Säcke einsatzbereit sein.

Starker Regen und Unwetter sorgen auch in Köln für überschwemmte Straßen und Unterführungen. Allein in einer Stunde rückte die Feuerwehr 100 Mal aus. Alle Infos zum Unwetter in NRW gibt es in unserem Liveticker. (dpa/lnw)

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