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„Heimtückische Tötung“: Wanderfalken in Münster vergiftet

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Von: Benjamin Stroka

Im Sommer sind in Münster drei Wanderfalken gestorben. Jetzt ist klar: Sie wurden auf heimtückische Art und Weise vergiftet.

Münster – Er erreicht Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 320 km/h und ist damit das schnellste Tier des Planeten – der Wanderfalke. In den 1970er-Jahren noch vom Aussterben bedroht, hat sich die Lage für den Greifvogel hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten verbessert. Trotzdem gelten Greifvögel und im speziellen Wanderfalken in Deutschland immer noch als streng geschützt.

Umso schockierender ist die Tatsache, dass in Münster im Sommer 2022 offenbar drei Wanderfalken absichtlich vergiftet wurden und daran gestorben sind.

Wanderfalke in der Luft.
Der Wanderfalke ist mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 320 km/h das schnellste Tier der Welt. © blickwinkel/McPHOTO/R. Mueller/Imago

Wanderfalken in Münster durch verbotenes Gift getötet

Die Vergiftung der Wanderfalken ist nach Angaben der Stadt am Fernsehturm in Münster passiert. Die drei Wanderfalken sind dort im Sommer 2022 an dem verbotenen Gift Carbofuran gestorben, wie jetzt eine Untersuchung in einem Speziallabor ergab.

„Als Lockmittel und Giftträger werden von Tätern bei Wanderfalken häufig sogenannte ‚Kamikaze-Tauben‘ benutzt, die mit dem Giftstoff präpariert und dann in der Nähe einer Wanderfalken-Warte oder eines Horstes fliegen gelassen werden“, erklärt Matthias Genius von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Münster.

Münster: Zeugen nach Vergiftung von Wanderfalken gesucht

Dass die Wanderfalken zufällig vergiftet wurden, sei laut Genius unwahrscheinlich, weil die Greifvögel ihre Beute fast nur in der Luft schlagen. Die Stadt spricht von einer „besonders heimtückischen Methode zur Tötung von Greifvögeln“. Die Verfolgung der Wanderfalken ist eine Straftat, die mit Freiheits- oder Geldstrafen geahndet werden kann.

Nach der Vergiftung im Sommer werden Zeugen gesucht. Wer Hinweise zu den getöteten Wanderfalken hat, wird gebeten, entweder die Naturschutzbehörde (02 51/4 92-67 15) oder die Polizei (02 51/27 50) in Münster zu kontaktieren. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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