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Kaum zu glauben: So selten gab es weiße Weihnachten in den letzten 100 Jahren

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Von: Anna Maria Pejsek

Im schneereichen Jahr 2010 war auch die Hohenzollernbrücke in Köln eingeschneit.
Weiße Weihnachten in Köln wünschen sich wahrscheinlich viele. © McPHOTO/Imago

Die Vorstellung von weißen Weihnachten ist für viele Sinnbild für einen perfekten Heiligabend. Dabei ist es schon eine ganze Weile her, dass es Schnee an Weihnachten gab.

Köln – Wer hat nicht schon mal von den Großeltern gehört, dass es früher viel öfter weiße Weihnachten gab? Und auch in den eigenen Kindheitserinnerungen liegt an Heiligabend immer Schnee. Stimmt das wirklich? Gibt es heutzutage seltener Schnee über die Feiertage?

Schnee an Weihnachten in Deutschland und NRW: Zuletzt 2010

Wie schön es wäre, über die Feiertage im Schnee spazieren zu gehen oder mit dem Schlitten zur nächsten Rodelstrecke in NRW zu wandern. Doch das letzte verschneite Weihnachten ist schon ein bisschen her. Deutschlandweit gab es Schnee zum letzten Mal 2010. Also vor zwölf Jahren.

Auch dieses Jahr sieht es nach Einschätzung des Meteorologen Dominik Jung nicht danach aus, dass es an Heiligabend und an den Feiertagen in Deutschland und NRW schneien wird. „Momentan ist es sehr unwahrscheinlich, dass es an Weihnachten Schnee gibt. Es ist sehr mild. Wir haben typisches Westwindwetter, bei dem ein Tief nach dem anderen kommt, das heißt Regen und Wind“, erläutert der Wetterexperte.

Er nennt die Wetterlage „ruppig“: „Es gibt dieses Jahr keinen Schnee an Weihnachten, dafür ist das Sturm- und Orkanpotenzial aber sehr hoch“. Also Dauerregen und stürmische Böen in den nächsten Tagen.

Schnee an Weihnachten: Gab es das früher öfter?

Aber wie war das denn nun früher? Gab es mehr Schnee an Weihnachten oder ist das nur so ein Gefühl? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt: Die Anzahl der Schneetage im Jahr insgesamt ist auf jeden Fall zurückgegangen.

„Berechnet man einen linearen Trend zwischen den Jahren 1961 und 2021, zeigt sich in allen Höhenintervallen eine mehr oder weniger starke Abnahme der Schneetagezahl“, heißt es beim DWD. Während die Abnahme in den Hochlagen etwa 30 Prozent betrage, habe sie in den mittleren und tiefen Lagen mit 50 bis 65 Prozent bereits ein beträchtliches Maß erreicht. Das heißt: Gerade im Flachland und in den Städten ist die Zahl der Schneetage in den letzten 60 Jahren signifikant gesunken.

Der DWD führt weiter aus: „Während es in tiefen Lagen in den 60er Jahren im statistischen Mittel noch knapp 30 Schneetage gab, verringerte sich die Zahl im vergangenen Jahrzehnt auf magere 10 Tage.“

Zu der Frage, ob es früher auch an Weihnachten mehr Schnee gab, äußert sich der Meteorologe Dominik Jung: „Nein, früher war es an Weihnachten nicht weißer als heute. Das liegt vor allem daran, dass Weihnachten meteorologisch nicht gut liegt. Der Hochwinter liegt da nämlich zwischen Mitte Januar und Mitte Februar.“ Wenn wir also darauf bestehen, dass es früher immer weißen Weihnachten gab, liegt das wahrscheinlich daran, dass unser Gehirn selektiv funktioniert und sich an manche Erinnerung wie weiße Weihnachten sehr gut erinnert – vor allem, wenn es Kindheitserinnerungen sind.

So oft gab es weiße Weihnachten in Deutschland

Nach DWD-Angaben gab es in den vergangenen 100 Jahren in Deutschland nur sechsmal flächendeckend weiße Weihnachten und das über drei Tage hinweg:

Schnee im Jahr 2010: „Daisy“ beschert Deutschland weiße Weihnachten

2010 war wahrlich das Jahr des Wintermärchens. Das Tief „Daisy“ brachte Deutschland viel Schnee. „Ein absolutes Ausnahmejahr in Zeiten immer schneeärmerer Jahre. Aufgrund des langen, schneereichen Spätwinters 2009/2010 und des frühen Wintereinbruchs im Herbst 2010, dem dann auch noch der legendäre Dezember 2010 folgte“, beschreibt der DWD das Jahr 2010. (amp) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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