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Turbulente Pferde-Jagd in Wesel – Polizistin Jana schreibt packenden Bericht

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Von: Benjamin Stroka

Ein Wallach und eine Polizistin
Der ausgebüxte Wallach sorgte bei Polizistin Jana für einen besonderen Silvestereinsatz. © Polizei

Ein brauner Wallach hatte an Silvester in Wesel ein richtiges Abenteuer erlebt – und bei der Polizei für einen turbulenten Einsatz zum Jahresende gesorgt.

Wesel – Zwei Polizisten in Wesel hatten es an Silvester (31. Dezember 2020) mit einem Ausbruch der ganz besonderen Art zu tun. Ein elfjähriger Wallach büxte von einem Pferdehof aus und machte die Straßen der Stadt unsicher.

Polizei Wesel: Beamte lieferten sich „wilde“ Verfolgungsjagd mit dem Wallach

Gegen 7.30 Uhr erhielt die Polizei einen Notruf. Man habe ein frei laufendes Pferd auf der Brüner Landstraße in Laufrichtung Hagerstownstraße in Wesel gesehen. Im Dunkeln und bei Nieselregen machten sich die Beamten Jana und Marius auf die Suche nach dem Ausreißer.

Die Polizisten trafen den elfjährigen braunen Wallach kurze Zeit später in der Nähe an. Das Pferd war bereits auf dem Weg in die Innenstadt. „Kaum hatte es uns erkannt, begann die ‚wilde‘ Verfolgungsjagd durch den Gegenverkehr“, wie Jana in einem von der Polizei veröffentlichten „Tagebucheintrag“ erzählt. Das Pferd ließ sich von der Polizei aber nicht beeindrucken, ignorierte gekonnt jegliche Anhaltesignale und Aufforderungen. „Nichts konnte den Wallach mit schwarzer Mähne davon abhalten, den örtlichen Bäcker auf der Schermbecker Landstraße aufzusuchen“, heißt es in Janas Bericht weiter.

Spanngurt als Strickersatz: Kreative Polizei hindert Pferd am Betreten einer Bäckerei

Bei ebenjenem Bäcker angekommen, soll das Pferd nur „mit viel Überzeugungskraft“ vom Betreten der Bäckerei gehindert worden sein. Es folgte ein „Bestechungsversuch“, denn die Verkäuferin eilte mit ein paar trockenen Brötchen herbei. Der Wallach habe sich trotzdem nur schwer beruhigen lassen.

Immerhin trug das Pferd eine Regendecke und ein Halfter. Was den Beamten zur Sicherung des Ausreißers jetzt noch fehlte, war ein geeigneter Strick. Abhilfe sollte ein Spanngurt von einem geparkten LKW leisten. Begeistert war das offensichtlich freiheitsliebende Pferd davon aber nicht. Es stand zwischenzeitlich auf zwei Hufen, konnte nur mit gemeinsamer Kraft von Passanten, Polizei und Bäckerkunden gesichert werden. Das „Wildpferdzähmen“, wie es Polizisten Jana bezeichnet, war erfolgreich.

Wesel: Mehrere Anwohner halfen der Polizei, das Pferd zu beruhigen

Jetzt blieb noch eine Frage offen: Woher stammt der braune Wallach? Die Polizei telefonierte mehrere Höfe im Umkreis ab, konnte aber zunächst kein vermisstes Pferd feststellen. In der Zwischenzeit halfen mehrere Pferdefreunde mit Heu, Möhren und einem passenderen Strick dabei, den Wallach zu besänftigen. Auch ein Tierarzt kam zum „Tatort“, um das aufgebrachte Pferd zu beruhigen.

Bis um 8.45 Uhr hielt der Wallach Polizei und Anwohner auf Trab, dann kam es zum Happy End. Die Besitzerin eines Pferdehofes an der Brüner Landstraße stieß mit ihrem Pferdehänger dazu. Der Wallach war bei ihr aus seiner Box ausgebrochen und konnte nun endlich wieder nach Hause.

Erst Anfang Dezember sorgte ein Känguru in Mönchengladbach für einen „tierischen“ Einsatz bei der Polizei. Auch der dortige Ausreißer konnte unbeschadet wieder eingefangen werden. (bs)

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