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Wetter: Juli deutlich wärmer als Vorjahr – doch NRW ist Schlusslicht bei Sonnenschein

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Von: Benjamin Stroka

Ein Mann läuft über einen überfluteten Straßenrand mit einem Pizzakarton in der Hand und schützt sich mit einem Regenschirm vor dem Regen.
Viel Regen, wenig Sonne – im Juli 2021 gab es nur wenige Sommertage (Symbolbild). © Martin Gerten/dpa

Der Deutsche Wetterdienst überrascht mit einer Statistik: In NRW war der Juli 2021 trotz Regenmassen, Flutkatastrophe und wenig Sonne wärmer als im Vorjahr.

Düsseldorf – Regenrekorde, eine Hochwasserkatastrophe und die wenigsten Sonnenstunden in ganz Deutschland. Der Juli 2021 in Nordrhein-Westfalen* zeigte sich wahrlich nicht von seiner besten Seite. Umso mehr überrascht nun eine Statistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Denn der Juli war trotzdem deutlich wärmer als im Vorjahr.

Wetter NRW: Starkregen, Hochwasser und Unwetter

„Traurig aber wahr, der Sommer ist eine Katastrophe“, schrieb vor einigen Tagen eine Userin auf der Facebook-Seite von 24RHEIN* und sprach damit vielen Menschen in NRW aus der Seele. Hochsommerliche Tage mit viel Sonnenschein und über 30 Grad mussten schon mit der Lupe gesucht werden. Schon am Anfang des Monats sprachen Experten eine ernüchternde Sommerprognose aus*.

Und so ähnlich ist es auch eingetroffen. Die Flutkatastrophe durch Tief „Bernd“ zur Mitte des Monats stellte neue Rekorde auf. Mehrfach fiel der Begriff „Jahrhunderthochwasser“. Heftiger Starkregen und extremer Dauerregen* ließen Talsperren überlaufen, kleine Bäche wurden mancherorts zu reißenden Flüssen. „Zahlreiche Pegel registrierten extreme Abflussmengen, die bis dato noch nicht gemessen wurden“, berichtet auch ein DWD-Sprecher.

Wetter in NRW: Extrem viel Regen im Juli

Niederschläge in NRW
Juli 2021140 Liter pro Quadratmeter
Juli 202055 Liter pro Quadratmeter

Mit 140 Litern Regen pro Quadratmeter landete NRW deutschlandweit auf Platz zwei im Juli. Nur in Bayern hat es noch mehr geregnet. Zum Vergleich: Im Juli 2020 fielen in NRW nur 55 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Durchschnittswert der Jahre 1961 bis 1990 lag bei 82 Litern pro Quadratmeter.

Wenig Sonne in NRW: Durchschnittstemperatur im Juli gestiegen

Sonnenstunden in NRW
Juli 2021155
Juli 2020190

Mit gerade einmal 155 Sonnenstunden im ganzen Monat, im Juli 2020 waren es noch 190 Stunden, ist NRW in diesem Bereich sogar das Schlusslicht in ganz Deutschland. Spitzenreiter sind hier übrigens Berlin und Brandenburg mit jeweils 215 Sonnenstunden im Juli. Doch obwohl es häufig bedeckt war und es deutlich weniger Sonnenstunden in NRW gab, war der Monat insgesamt trotzdem wärmer als im Vorjahr.

Wetter in NRW: Juli war wärmer als im Vorjahr

Temperatur in NRW
Juli 202117,8
Juli 202017,1

Nach Auswertung seiner Messstationen im Land meldet der Deutsche Wetterdienst für den Juli 2021 in NRW eine Durchschnittstemperatur von 17,8 Grad. Das sind 0,7 Grad mehr, als im Vorjahr (17,1 Grad) und fast ein Grad mehr, als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 (16,9 Grad).

Das heißt: Obwohl eine echte Hitzewelle komplett ausblieb, waren die Temperaturen durchschnittlich trotzdem wärmer als in den Vorjahren. Mitverantwortlich dafür dürften auch die vielen schwülwarmen Tage trotz schlechten Wetters in der ersten Julihälfte gewesen sein.

Der August startet derweil kühl und mit kaum mehr als 23 Grad in NRW. Weiterhin bestimmen Wolken, Regen und vereinzelte Gewitter das Bild*. 2020 war der August mit durchschnittlich 20,3 Grad noch extrem heiß, sorgte mit 14 Hitzetagen für einen neuen NRW-Rekord. Ob es auch in den nächsten Wochen nochmal wirklich hochsommerlich wird, lässt sich aktuell noch schwer vorhersagen. Der DWD rechnet aber mit „zögernd“ höheren Temperaturen in Richtung Mitte August. (bs) *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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