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Wetter in NRW: Warum nach dem warmen Sonntag wieder eine Abkühlung folgt

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Blick auf die Kranhäuser im Rheinauhafen und den Kölner Dom bei vielen Wolken.
Nach dem sommerlichen Sonntag gibt es zum Wochenstart den nächsten Wetter-Umschwung (Archivbild). © Manngold/IMAGO

Nach dem sommerlichen Sonntag mit bis zu 28 Grad stürzen die Temperaturen am Montag wieder ab. Verantwortlich dafür sind die „Eisheiligen“ – ein historisches Phänomen.

NRW – Traumwetter am Muttertag. Der Sonntag (9. Mai) brachte in NRW sommerliche Temperaturen bei bis zu 28 Grad und lockte viele Menschen ins Freie. Nach dem zuvor eher durchwachsenen Start in den Mai wurde es am Sonntag in weiten Teilen des Landes richtig warm. Doch die Sommerstimmung ist zunächst nur von kurzer Dauer. Schon zum Wochenstart stürzen die Temperaturen wieder ab.

Wetter in NRW: Eisheilige sorgen vom 11. bis 15. Mai für Abkühlung

Schon am Montag fallen die Temperaturen auf 17 bis 21 Grad. Am Dienstag sind laut Deutschem Wetterdienst nur noch 17 bis 19 Grad drin – rund zehn Grad weniger als noch am Sonntag. Zudem soll es bei dichter Wolkendecke immer wieder zu zum Teil schauerartigen Regenfällen kommen. Auch von Mittwoch bis Freitag sind kaum mehr als 17 Grad drin. Nachts werden nur noch Temperaturen von 5 bis 9 Grad erreicht. Doch wie lässt sich dieser erneute Wetterumschwung erklären?

Tatsächlich liegt dem ein jährliches Phänomen zugrunde. Denn verantwortlich dafür sind die sogenannten „Eisheiligen“, die jedes Jahr vom 11. bis zum 15. Mai Einzug in Deutschland halten. „Da kann es nochmal zu einem Kälterückfall kommen, inklusive Nachtfrost“, erklärte Corinna Borau, Meteorologin bei Wetter.com, vor einigen Tagen in einem Video. Während der sommerliche Sonntag von warmer Sahara-Luft profitierte, die über Nordafrika bis nach NRW zog und fast 30 Grad mitbrachte, bestimmen in den nächsten Tagen die Eisheiligen das Wetter im Land.

Alljährliches Wetter-Phänomen – daher kommen die Eisheiligen

Doch woher stammt eigentlich der Begriff „Eisheilige“? Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt, sei der Begriff historisch gewachsen. „Er entstand aus der Beobachtung, dass es im Frühjahr jährlich in der zweiten Maidekade des Öfteren zu Kaltlufteinbrüchen kam“, schreibt der DWD auf seiner Website. Dann strömt kalte Polarluft nach Mitteleuropa und sorgt für eine deutliche Abkühlung. Laut einer alten Bauernregel seien dann die letzten Frostnächte des Frühjahrs möglich. Historisch gesehen kam es regelmäßig nach dem 10. Mai nochmal zu Kälteeinbrüchen, die oftmals Pflanzen einfrieren ließen. Benannt wurden diese Tage nach den fünf Eisheiligen und ihrer Gedenktage in der katholischen Kirche:

Allerdings stellt man bei den für die nächsten Tage prognostizierten Temperaturen schnell fest: besonders „eisig“ sind die Eisheiligen heutzutage zumeist nicht mehr. „Inzwischen sind die Temperaturen im Mai gestiegen“, so Wetter.com-Meteorologin Borau. Es habe daher in den letzten Jahren auch im Mai schon Hitzetage mit rund 30 Grad gegeben. Trotzdem: Ganz wirkungslos sind die Eisheiligen auch in diesem Jahr nicht und bringen zwischen dem 11. und 15. Mai wieder eine Abkühlung nach NRW. Und besonders passend: Laut DWD könnte es am nächsten Wochenende, also pünktlich nach den Eisheiligen, wieder Temperaturen über 20 Grad in weiten Teilen des Landes geben. (bs)

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