1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Erste Frühlingsboten unterwegs: Kraniche kündigen frühlingshafte Temperaturen an

Erstellt:

Von: Lydia Mayer

Kraniche fliegen über ein verschneites Feld und suchen nach Futter
Kraniche werden aktuell vermehrt in NRW gesichtet. Sie sind Boten des bevorstehenden frühlingshaften Wetters. © Jens Büttner

Der Frühling klopft an. Knapp 20 Grad sind am Wochenende in NRW möglich. Auch Kraniche, die jetzt vermehrt in NRW gesichtet werden, bedeuten: Es wird warm.

Düsseldorf – Der Frühling naht: ungewöhnlich große Kranich-Schwärme sind schon laut kreischend über Nordrhein-Westfalen hinweg Richtung Norden gezogen. „Sie haben im Stau gestanden wegen des schlechten Wetters“, erklärt Birgit Königs, Sprecherin des Naturschutzbundes Nabu.

Auch im Rheinland konnten zahlreiche Passanten die Kranichzüge beobachten und haben fleißig davon Fotos gemacht. „Kraniche fliegen wieder in Richtung Nordosten ... Bauernregel: Kraniche, die niedrig ziehn, deuten auf warmes Wetter hin“, schreibt etwa ein Nutzer in der Facebook-Gruppe „Wetter für Hagen – Wettermelder“ unter sein Foto von Kranichen am Himmel. Auch im Bergischen Land wurden die Vögel gesichtet. In der Facebook-Gruppe „Du kommst aus dem Bergischen wenn ....“ hat eine Nutzerin Fotos von Kranichen im Himmel über Lennep eingestellt, die sie am Dienstagnachmittag gemacht hatte.

Im Rheinland gibt es vermehrt auch tierische Sichtungen der anderen Art: So wurden etwa in Köln am Ebertplatz und in Sürth Nutrias gesichtet. Die Tiere stammen ursprünglich aus Südamerika. Auch in den Rheinauen in Bonn sind Nutrias unterwegs, und die Tiere sind nicht ungefährlich. Ein anderes, ganz besonderes Tier sorgte bereits im November in Nordrhein-Westfalen für Aufsehen: In Mühlheim an der Ruhr wurde ein Goldschakal gesichtet.

Milde Temperaturen in NRW lassen die Kraniche wieder fliegen

Der heftige Wintereinbruch auch in NRW hatte den Kranich-Flug unterbrochen. Mit dem milderen Wetter setzten Zehntausende Vögel ihren Flug fort. Während am vergangenen Wochenende (13. und 14. Februar) tagsüber noch Temperaturen um minus 7 bis minus 10 Grad herrschten, schlägt das Wetter nun komplett in die andere Richtung.

Am Wochenende werden auch im Rheinland Temperaturen um die 15 Grad erwartet. Teilweise könnte das Thermometer sogar an der 20-Grad-Marke kratzen. Das die Kraniche nun die ersten milden Temperaturen nutzen, um weiterzufliegen hat einen Grund: Wer zuerst am Ziel ankommt, hat die Chance einen guten Brutplatz zu ergattern.

Nahaufnahme von Krokusblüten in der Flora Köln
Erste Krokusse blühen am Donnerstag (18. Februar) in der Flora Köln. In Nordrhein-Westfalen sind zum Wochenende sonniges Wetter und sehr milde Temperaturen angekündigt. © Oliver Berg

Nicht nur in der Luft, auch am Boden kommt langsam Leben ins Tierreich. Frösche und Erdkröten lauern nur darauf loszuziehen. Neben milden Temperaturen braucht es dafür Schmuddelwetter. Es muss ordentlich regnen und die Temperaturen müssen nachts über sechs Grad sein, erklärt Monika Hachtel, Amphibien-Expertin des Naturschutzbundes.

Bevorstehende Frühlingstemperaturen in NRW wecken auch die Kröten

Die Helfer im Amphibienschutz sind vorbereitet: „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Monika Hachtel. Im Rheinland sind zum Teil schon Fangzäune aufgestellt, die verhindern sollen, dass Massen von Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichplätzen von Autos überfahren werden. Die Tiere werden von Helfern eingesammelt und über die Straßen getragen.

NRW-weit seien viele Tausend Ehrenamtliche im Einsatz. Am häufigsten ist die Erdkröte in NRW unterwegs, aber auch Moorfrosch, Grasfrosch, Laubfrosch, Springfrosch, Kammmolch und Knoblauchkröte sind dabei. Bei wärmerem Wetter fliegen Hummeln und Wildbienen los. Sie steuern die Blüten von Christrosen, Schneeglöckchen, Winterling und Zaubernuss an.

Einigen Tieren hat der heftige Wintereinbruch der vergangenen Wochen mit Eis und Schnee Probleme bereitet. So konnte der hübsche Eisvogel in den zugefrorenen Gewässern keine Fische jagen. Schleiereulen hatten Probleme, Mäuse zu finden, die ihre Hauptnahrung sind. (dpa/lys)

Auch interessant