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Rekordwärme statt Polarwirbel: Experte lacht über Wetter-Prognose

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Von: Oliver Schmitz

Statt Polarwirbel gibt es derzeit eher Frühlingswetter. Ein Meteorologe macht sich über manche Prognosen der letzten Wochen lustig und überrascht mit Rekordmeldung.

Köln – Nach dem milden Start ins Jahr, wurde in den letzten Wochen plötzlich vor einem arktischen Polarwirbel und bis zu Minus 20 Grad für Mitte Februar gewarnt. Doch nicht nur blieben diese Extremtemperaturen aus, sondern es war und ist vielmehr überraschend mild. In den letzten Tagen gab es regelrechtes Frühlingswetter in NRW. Nun erwartet Meteorologe Dominik Jung (wetter.net) sogar einen „rekordwarmen Februar“.

Polarwirbel im Februar? Meteorologe witzelt über Prognose

Links eingeschneite Autos in Wuppertal und rechts ein Mann der sich auf einer Mauer sonnt, mit dem Kölner Dom im Hintergrund. (IDZRW-Montage)
Statt Polarwirbel mit Minusgraden steht in NRW Frühlingswetter vor der Tür. (IDZRW-Montage) © Maximilian Koch/dpa & Marius Becker/dpa

Statt dem viel beschworenen Wintereinbruch in NRW, kommt frühlingshafte Wärme: In Deutschland und NRW ist es laut Dominik Jung stellenweise „extrem warm für die aktuelle Jahreszeit“. „Der Februar ist auf bestem Weg, einer der wärmsten Februar-Monate seit Jahren zu werden“, sagt der Diplom-Meteorologe von wetter.net am Donnerstag (16. Februar). Seiner Einschätzung nach würde der Monat „wahrscheinlich auch deutlich zu warm enden“. Ursache sei auch der jetzt aufkommende Wind, der die warme Luft „in allen Höhenlagen“ verteilen kann. Stellenweise gibt es mehr als 15 Grad in Deutschland und NRW: „Das war Vollfrühling und das Mitte Februar“, so Jung.

Neben der Prognose greift Jung auch nochmals scherzhaft die Winter-Wettermeldungen der letzten Wochen auf: „Wenn man nochmal bedenkt, dass für Mitte Februar vor 2 Wochen von einigen ‚Experten‘ die große arktische Kälte angekündigt wurde, ist das schon recht unterhaltsam.“ Vielmehr sei das Gegenteil eingetreten und das soll laut dem Wetterexperten auch so bleiben. Bis Anfang März seien kein Schnee oder Winterwetter in Sicht. „Keines der seriösen Wettermodelle hat in den kommenden 14 Tagen Kälte im Gepäck“. Das sei alles „reine Spekulation“, denn kein Meteorologe wisse „wohin sich die kalten Luftmassen vom Nordpol nun bewegen könnten.“

Diese Einschätzung bestätigt auch die aktuelle 10-Tage-Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Neben etwas Regen und vielen Wolken sollen die Temperaturen „relativ mild“ werden.

Polarwirbel

Bei einem Polarwirbel handelt es sich um einen kalten Wirbel über dem Nordpol. Im weiteren Sinn versteht man darunter alle atmosphärischen Zirkulationen um den Nord- und Südpol. Es gibt aber Anzeichen, dass das Phänomen aufgrund der Erderwärmung in letzter Zeit häufiger auftritt. Das könnte vor allem an den Veränderungen rund um den Nordpol liegen. Schmilzt das Meereis nördlich von Skandinavien und Russland, gibt der dann offene Ozean mehr Wärme in die Luft ab. Das wiederum beeinflusst die Stratosphäre und bringt dadurch die Polarwinde durcheinander. Klimamodelle zeigen, dass der damit verbundene Wärmeeinstrom in die Atmosphäre die plötzliche Temperaturerhöhung in der Stratosphäre fördert. Die Folge ist, dass trotz Erderwärmung in Europa oder Nordamerika immer noch massive Wintereinbrüche möglich sind.

Prognose für NRW: So soll das Wetter über die Karnevalstage werden

Die Temperaturen sollen laut Prognosen von Dominik Jung und DWD in den kommenden Tagen nur leicht schwanken. Mal sind es 5 bis 10 und mal bis zu 14 Grad. Nur nachts kühlt es noch stark ab. In höheren Gebieten gibt es dann sogar noch Minusgrade. Dauerfrost soll es aber in NRW nicht mehr geben.

Abseits der Temperaturen wird Wetter über die Karnevalstage in NRW aber eher durchwachsen. Gerade in und um Köln sowie Düsseldorf soll es immer wieder leichten Regen geben. Lediglich für den Veilchendienstag gibt es guten Grund zur Hoffnung. Am letzten Tag des Kölner Karnevals 2023, soll es nicht nur trocken bleiben, sondern auch die Sonne könnte sich blicken lassen. (os) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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