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Temperaturen machen „sprachlos“: Wärmster Jahresstart seit Beginn der Aufzeichnungen

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Von: Maximilian Gang

Das Jahr 2022 war das wärmste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Laut den Prognosen wird es auch in den nächsten Wochen nicht winterlich.

Köln – Nun ist es offiziell: 2022 war, nach Angaben des Meteorologen Dominik Jung, das wärmste Jahr seit mindestens 140 Jahren. Und auch die Temperaturen am Silvestertag haben einen neuen Wärmerekord aufgestellt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet. Dazu war vor allem die Nacht zum 1. Januar von starken Sturmböen in Nordrhein-Westfalen geprägt. Auch der Ausblick auf die nächsten Wochen lässt die Hoffnungen auf einen winterlichen Jahresstart platzen – zumindest vorerst.

Wetter in NRW: Amtliche Wetterwarnung für ganz NRW

Update vom 3. Januar, 17:03 Uhr: Der DWD hat eine amtliche Wetterwarnung für gesamt NRW herausgegeben. In den meisten Regionen kommt es am Mittwoch von 8 Uhr bis 18 Uhr zu Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde. Nur nachfolgende Landkreise und Städte sind nicht betroffen:

Dennoch warnt der DWD auch dort vor übermäßigem Wind. Im Zeitraum vom Mittwoch, 6 Uhr, bis Donnerstag, 6 Uhr, kommt es zu Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometern pro Stunde aus südwestlicher Richtung.

Wetter in NRW: Zweistellige Temperaturen und Regen in den kommenden Tagen

Update vom 3. Januar, 14:43 Uhr: Auch in den nächsten Tagen bleibt es – verglichen mit der Jahreszeit – deutlich zu warm in NRW, wie der DWD berichtet. Am Mittwoch werden Höchsttemperaturen von zehn bis 14 Grad erwartet. Dazu zunächst verbreitet Regen und phasenweise sind auch Sturmböen nicht ausgeschlossen. Ähnlich geht es auch am Donnerstag weiter: Frühlingshafte Höchsttemperaturen von bis zu zwölf Grad und vereinzelte Regenschauer sorgen weiterhin für eine untypische Wetterlage.

NRW: Wetter macht Experten „Angst und sprachlos“

Update vom 3. Januar, 10:30 Uhr: Deutschland erlebt momentan den wärmsten Jahresstart seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Die ersten beiden Tage in 2023 haben eine mittlere Temperatur von 11 Grad erreicht: „Das sind satte 11 Grad über dem Klimamittel. Das ist extrem“, so die Einschätzung von Meteorologe Dominik Jung.

In Teilen Deutschlands gibt es aktuell einen Wetterrekord nach dem anderen. In Jena war der 2. Januar beispielsweise mit 17 Grad der wärmste Januartag seit fast 200 Jahren. „Der Januar 2023 scheint sich für den April zu halten. Jedenfalls sind die Temperaturen aktuell so hoch, wie im Monat April“, wie Jung erklärt. „Das macht wirklich Angst und sprachlos“.

Wetter in NRW: Auch der Januar wird wohl zu warm werden

„In der ersten Januarwoche ist weiterhin kein Winterwetter in Sicht, weder in den Hochlagen, schon gar nicht in den Niederungen“, so die Wettervorhersage des Meteorologen Dominik Jung. Der Winter sei weit und breit nicht in Sicht. Selbst in der Nacht sei in den nächsten beiden Wochen kein Frost zu erwarten. Stattdessen wird in den nächsten Tagen vor allem eine Wetterlage vorherrschen sein: Regen.

Ganz abschreiben will der Experte einen erneuten Kälteeinbruch im Winter 2022/2023 aber auch noch nicht: „Der Hochwinter kommt ja erst noch ab Mitte Januar bis Ende Februar. Vielleicht passiert ja noch etwas in Sachen Eis, Schnee und Kälte in Deutschland, auch wenn es aktuell überhaupt nicht danach aussieht“. Vielleicht könnten die beiden kühlen Wochen Anfang Dezember aber auch die einzigen in dieser Winterperiode bleiben.

Silvester 2022: Temperaturrekorde „pulverisiert“

Damit fügt sich der bisherige Winter in eine Reihe weiterer Wetterrekorde aus dem vergangenen Jahr ein. Laut Angaben des DWD war 2022 im Mittel viel zu warm. Die Jahresmitteltemperatur betrug bis zum 30. Dezember 10,5 Grad. Damit liegt das vergangene Jahr rund 1,2 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 und sogar 2,3 Grad über dem vorherigen Zeitabschnitt von 1961 bis 1990. Die Temperaturen zum Jahreswechsel seien dabei Werte, die „normalerweise eher im Spätfrühling“ zu erwarten wäre – der DWD spricht sogar von bisherigen Höchstwerten, die vom diesjährigen Silvester „pulverisiert“ wurden.

Wetter in Deutschland 2022: Zu viel Sonne und zu wenig Regen

Doch damit nicht genug mit den Wetterrekorden. Ein weiterer Höchstwert wird wohl vor allem Besitzer von Solaranlagen gefreut haben: Der deutschlandweite Mittelwert an Sonnenscheindauer betrug, laut DWD, im vergangenen Jahr 2025 Stunden – 20 Prozent mehr als im Zeitraum von 1991 bis 2020 (1665 Stunden), und sogar 30 Prozent mehr als im Zeitraum von 1961 bis 1990 (1544 Stunden). Besorgniserregend ist jedoch vor allem ein Trend, der bereits in den Jahren zuvor immer wieder Thema war.

Denn das Jahr 2022 war – wie auch die vorherigen Jahre – von mangelndem Niederschlag geprägt. Rund 15 Prozent weniger Regen ist im vergangenen Jahr in Deutschland gefallen – im Vergleich zu den Vergleichsperioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020. Die Folge: Ausgeprägte Dürreperioden sorgten für Ernteverlusten bei den Landwirten in Deutschland.

Und dabei haben die niederschlagsreichen Monate Februar und September den Wert noch moderater erscheinen lassen: Betrachtet man nur die Sommermonate Juni, Juli und August, dann liegt das Niederschlagsdefizit sogar bei 40 Prozent. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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