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Wilderei in Euskirchen: Mann erschießt Kormoran – aufmerksame Zeugin hilft Polizei bei Ermittlungen

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Ein Kormoran startet auf dem Schaalsee.
Der Kormoran wurde 2010 in Deutschland und Österreich „Vogel des Jahres“. © Jens Büttner/dpa

An der Steinbachtalsperre in Euskirchen hat ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann einen Kormoran erschossen. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Wilderei.

Euskirchen – Die Polizei Euskirchen hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Mann aus Swisttal eingeleitet. Er soll am Freitagmittag (22. Januar) an einer Talsperre in Euskirchen mit einem Gewehr einen Kormoran erschossen haben.

Polizei Euskirchen: Aufmerksame Zeugin merkt sich Kennzeichen des Schützen

Die Polizei wurde am Freitag gegen 11.30 Uhr von einer aufmerksamen Zeugin benachrichtigt. Sie soll beobachtet haben, wie ein Mann mit seinem Geländewagen an der Steinbachtalsperre in Euskirchen-Kirchheim angehalten und aus dem Fahrzeug heraus auf einen Kormoran geschossen hat. Der Schuss hat den Kormoran tödlich verletzt.

Da sich die Zeugin das Kennzeichen des Geländewagens gemerkt hatte, konnte die eintreffende Polizei den mutmaßlichen Schützen schnell ausfindig machen.

Nach tödlichem Schuss auf Kormoran in Euskirchen: Verdächtiger bestreitet die Vorwürfe

Es handelt sich um einen Mann aus Swisttal, gegen den nun Ermittlungen wegen Jagdwilderei laufen. Zudem prüfe die Polizei auch mögliche Verstöße gegen das Waffenrecht und einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Der getötete Kormoran wurde von der Feuerwehr aus dem Wasser geborgen und durch die Polizei sichergestellt.

Laut einer Polizeisprecherin habe der mutmaßliche Schütze bestritten, auf den Kormoran geschossen zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Jagdwilderei drohen dem Mann bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Kormorane ernähren sich in erster Linie von Fischen und sind daher häufig an Gewässern zu finden. Sie können über 20 Jahre alt werden. In den 1970er-Jahren war der Kormoran aufgrund der Verfolgung durch den Menschen sogar vom Aussterben bedroht. Mittlerweile zählt er nicht mehr zu den gefährdeten Tierarten. (bs/dpa)

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