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Wildtier-Nachwuchs: Worauf Spaziergänger und Hundehalter jetzt achten müssen

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Von: Benjamin Stroka

Bäume im Wald.
Zurzeit sollte man im Wald besondere Rücksicht auf die dort lebenden Tiere nehmen (Symbolbild). © Jochen Tack/IMAGO

Zurzeit ist beim Wandern oder Gassigehen mit dem Hund im Wald besondere Vorsicht angesagt. Viele Wildtiere bekommen gerade Nachwuchs und sind besonders empfindlich.

Düsseldorf – Die ersten Monate des Jahres sind gleichzeitig die Monate der Setz-, Brut- und Aufzuchtzeit der in Nordrhein-Westfalen heimischen Wildtierarten. Daher sollten sich Spaziergänger, Jogger, Wanderer und Hundehalter im Wald nun besonders rücksichtsvoll verhalten.

Wildtier-Nachwuchs: NRW-Tierschutzbeauftragte fordert Rücksicht und Verantwortung

Rehe, Hasen, Kaninchen und auch Vögel – der Frühling ist die Zeit für den Wildtier-Nachwuchs. Und sowohl die Jung- als auch die Muttertiere sind in dieser Zeit besonders empfindlich. „Um weder die Jungtiere noch die Muttertiere zu gefährden oder zu stören, müssen wir uns gerade jetzt in Wald und auf dem Feld besonders rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst verhalten. Hunde gehören jetzt an die Leine“, erläutert die nordrhein-westfälische Tierschutzbeauftragte, Dr. Gerlinde von Dehn.

Denn vor allem frei laufende Hunde können zu einer echten Gefahr für die Muttertiere im Wald werden und großen Schaden anrichten. Wenn ein Hund ein trächtiges Tier aufspürt, dann führt das zu großem Stress, der lebensgefährlich werden kann. Manche Waldtiere werden von frei laufenden Hunden sogar zu Tode gehetzt.

Jungtiere im Wald: Bodenbrüter sind derzeit besonders gefährdet

Rehkitze, junge Hasen oder Vogelküken könnten selbst von kleinen Hunden in lebensgefährlichen Stress versetzt werden, wenn diese ihnen hinterherjagen, so die Tierschutzbeauftragte. Bei Vögeln seien besonders die sogenannten Bodenbrüter gefährdet. Nicht nur streunende Katzen seien für sie eine Gefahr, auch Spaziergänger, Freizeitsportler oder Hunde können das zurückgezogene Brüten verhindern und empfindlich stören, wenn sie dem Gelege der Vögel, vielleicht auch unabsichtlich, zu nahe kommen.

Achtung beim Auffinden von Jungtieren

Viele Jungtiere, zum Beispiel Feldhasen oder Rehkitze, verharren zum Schutz vor möglichen Feinden reglos am Boden. Dieses Stillhalten ist für sie häufig überlebenswichtig. Sollte man ein solches Jungtier finden, dann darf man es nicht aufnehmen, sondern sollte einen weiten Bogen um es herum machen. Meistens befinden sich die Tiermütter ganz in der Nähe, aber sie kehren erst zu ihren Jungtieren zurück, wenn der Mensch sich ausreichend weit entfernt hat.

NRW-Tierschutzbeauftragte: Nur befestigte Wege nutzen und Hunde an der Leine führen

„Wer den Wald und die Natur und die darin lebenden Tiere schätzt, der sollte sie auch schützen“, appelliert von Dehn. Am besten ist: Nur auf den befestigten Wegen spazieren gehen oder joggen und den Hund immer an der Leine führen. Und wer in der Natur ein verletztes, hilfloses oder sich anderweitig auffällig verhaltendes Tier bemerkt, sollte die zuständige Kreisordnungsbehörde, den Revierförster oder den Jäger informieren.

Eine wahrlich kuriose Entdeckung machte Anfang Mai eine Frau in einem Wald in Dortmund. Beim Spaziergang bemerkte sie plötzlich zwei frei laufende Kängurus, die auch die herbeigerufene Feuerwehr ordentlich auf Trab hielten. (bs)

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