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Wilnsdorf: Kleinflugzeug abgestürzt – Leiche 400 Meter entfernt gefunden

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Einsatzkräfte arbeiten am Wrack eines kleinen Flugzeugs, das in ein Waldgebiet gestürzt ist.
In Wilnsdorf ist ein Kleinflugzeug in einem Wald abgestürzt © Kay-Helge Hercher/dpa

Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist ein Kleinflugzeug abgestürzt. Die Leiche eines 25-Jährigen wurde gefunden. Er soll ein erfahrener Pilot gewesen sein.

Wilnsdorf – Ein Kleinflugzeug ist in Wilnsdorf im Siegerland in einen Wald gestürzt und zu Trümmern zerborsten. In 400 Metern Entfernung lag ein 25-Jähriger tot auf einer Wiese – es war der Pilot, der aus großer Höhe kurz vor dem Absturz in die Tiefe gestürzt war, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Maschine hatte beim Absturz eine Schneise in einen Wald in Wilnsdorf geschlagen.

Rettungskräfte eilten nach dem Absturz herbei und fanden die Leiche auf besagter Wiese, nur 50 Meter von einem Wohnhaus entfernt. „Wir müssen von einem Suizid ausgehen, es deutet einiges darauf hin und Hinweise auf andere Ursachen haben wir nicht“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Der 25-Jährige galt als erfahrener Pilot und hatte auf dem nahen Siegerland Flugplatz Zugang zu Flugzeugen.

Wilnsdorf: Kleinflugzeug abgestürzt – waren noch mehr Menschen an Bord?

Ein Polizeihubschrauber suchte nach möglichen weiteren Unfallopfern, weil zunächst nicht klar war, ob weitere Menschen an Bord der Maschine waren. Der Flieger hatte vier Sitzplätze. Später ging die Polizei davon aus, dass nur der Pilot an Bord war. Der Siegener Zeitung zufolge gehörte das Flugzeug einem Luftsportverein.

Die Beamten stellten fest, dass die Maschine vom rund 20 Kilometer entfernten Siegerland Flughafen stammt - und vermutlich am Montagmorgen von dort gestartet war. Allerdings ist der Tower dort normalerweise erst ab 8:00 Uhr besetzt, der Absturz war aber schon um etwa 6:20 Uhr.

Wilnsdorf: Kleinflugzeug abgestürzt – mutmaßlicher Startflughafen eigentlich geschlossen

Einen außerplanmäßig frühen Betriebsstart gab es am Montagmorgen nach Auskunft des Flughafens nicht. Dass der Pilot auf dem Rückflug war, also an einem anderen Airport abhob, hielt die Polizei für „sehr unwahrscheinlich“.

Auch Henning Schneider, Geschäftsführer des Siegerland Flughafens, nahm an, dass der Pilot dort losflog, ohne dass der Tower besetzt war. Aufgebrochen wurde nichts, der Pilot hatte also Schlüssel. Ohne Tower dürfen Flugzeuge nicht abheben, in diesem Fall geschah das wohl doch. „Das ist verboten und sehr ungewöhnlich“, sagte Schneider. Fachleute der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung begannen mit Untersuchungen an der Maschine. Auch die Kripo ermittelte. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 6. September um 18:01 aktualisiert. Neuerung: Weitere Polizeiangaben ergänzt.

Hinweis zu Berichterstattung nach Suizid: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

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