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Witten: Nach Hackerangriff – „Tun, was man ohne Computer und Daten machen kann“

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Der Turm des Rathauses Witten ist über den Dächern zu sehen.
Nach einem Hackerangriff auf Witten ist das gesamte Computersystem abgeschaltet (Symbolbild) © Bernd Thissen/dpa

Die Stadt Witten ist nach einem Hackerangriff weiterhin stark eingeschränkt. Der Betrieb ist nur sehr eingeschränkt möglich – gerade beim Bürgerservice.

Update vom 20, Oktober, 17:24 Uhr: Die Stadtverwaltung von Witten ist nach einem massiven Hackerangriff in Teilbereichen wieder arbeitsfähig, muss aber weiterhin enorm improvisieren. Einige Ämter waren am Mittwoch laut Mitteilungen der Ruhrgebietsstadt über wenige Telefonnummern wieder erreichbar. Für Termine in den Bürgerämtern galt aber weiter die Auskunft: „Sie können nicht stattfinden.“

Besonders betroffen von dem Ausfall der IT-Systeme sei die Bürgerberatung, teilte die Stadt am Mittwoch auf ihrer Website mit. Das Herzstück als zentrale Anlaufstelle für die Einwohner fühlt sich an wie in längst vergessenen, analoge Zeiten zurückversetzt. Alltägliche Dienstleistungen wie die Ausstellung von Personalausweisen, Reisepässen oder An- und Ummeldungen seien derzeit nicht möglich, weil es dafür zumindest den Zugriff auf Personendaten bräuchte

„Tun, was man ohne Computer und Daten machen kann“, lautete daher auch weiterhin die Devise. Dazu zählt unter anderem die Herausgabe der bereits beantragten Personalausweise. Das Jugendamt arbeitet ebenfalls im Notbetrieb. Außerdem könne man ab Donnerstagvormittag alte (rosa) Führerscheine gegen neue tauschen.

Witten kämpft mit Hackerangriff – „professionelle Gruppe, die uns attackiert hat“

Erstmeldung vom 19. Oktober: Witten – Die Stadtverwaltung von Witten ist nach einem Hackerangriff nicht mehr erreichbar. Am vergangenen Wochenende habe es einen Hackerangriff auf die technischen Systeme gegeben, teilte die Ruhrgebietsstadt auf ihrer Website am Dienstag, 19. Oktober mit. „Durch den Angriff sind die städtischen Systeme der Stadt Witten massiv eingeschränkt. Als Folge ist unter anderem die Stadtverwaltung derzeit weder per E-Mail noch telefonisch zu erreichen.“

„Leider sind wir derzeit aufgrund einer technischen Störung nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Wir bitten um Ihr Verständnis“, lautete noch am Dienstag die Ansage einer freundlichen Anrufbeantworter-Stimme, wenn man versuchte, die Stadtverwaltung zu erreichen.

Witten kämpft mit Hackerangriff – „Nichts geht mehr raus oder rein“

Bereits in der Nacht zum Samstag stellte die Einsatzzentrale der Feuerwehr Witten den Schaden fest und informierte das Amt für Datenverarbeitung über den mutmaßlichen Angriff auf die technischen Systeme.

Witten

Witten ist eine kreisangehörige Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg. Die Stadt hat
95.876 Einwohnende (Stand: 31. Dezember 2020).

Nichts geht mehr raus oder rein“, sagte Andreas Hasenberg, Leiter der städtischen IT und Datenverarbeitung, der „WAZ“. Über 1000 PC-Arbeitsplätze seien betroffen, das gesamte Computersystem sei abgeschaltet. Da die Stadtwerke nicht gehackt worden seien, gebe es allerdings keine Probleme mit Strom, Gas und Wasser. Feuerwehr und Rettungsdienste würden ebenfalls funktionieren. Die Kitas blieben geöffnet, ebenso fahre die Müllabfuhr.

Witten: Hackerangriff auf die Stadt – „professionelle Gruppe, die uns attackiert hat“

Von einer sehr „professionellen Gruppe, die uns attackiert hat“, sprach Wittens Bürgermeister Lars König (CDU). Der Angriff käme nicht von einer „Schülergruppe, die in der Corona-Zeit nicht ausgelastet war“.

Witten: Hackerangriff auf die Stadt – Probleme sollen möglichst schnell behoben werden

Man arbeite mit Hochdruck daran, die Probleme zu beheben, teilte die Stadt mit. Das NRW-Landeskriminalamt und andere Experten seien hinzugezogen worden, um die Ursachen zu analysieren und das Problem möglichst schnell zu lösen. Bis dahin würden die Bürgerinnen und Bürger unter anderem über Facebook, Twitter und die lokalen Medien informiert. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten Ermittlungen aufgenommen.

Die Stadt geht davon aus, dass alle Mails und Anrufe, die seit Samstagabend an die Stadtverwaltung geschickt wurden, verloren gegangen sind. „Bürger*innen sollten sich daher – wenn die Systeme wieder funktionieren – erneut melden“, hieß es.(dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 19. Oktober aktualisiert. Neuerung: Weitere Details zum Hackerangriff und O-Ton von Wittens Bürgermeister Lars König (CDU).

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