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Extreme Regenmengen im Wuppergebiet: „Seltener als einmal in 1000 Jahren“

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Von: Stefanie Knupp

Blick auf die Wupper-Talsperre
Aus der Wupper-Talsperre wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren. © Christopher Neundorf/dpa

Der Wupperverband geht davon aus, dass der Pegel der Wupper in ein bis zwei Tagen sinkt. Probleme gab es unter anderem in Kläranlagen.

Wuppertal – Der Wupperverband hat am Donnerstag eine erste erste Zwischenbilanz nach den extremen Regenfällen der letzten Tage gezogen. Die Regenmengen und das daraus entstandene Hochwasser in vielen Teilen des Wuppergebietes hat auch der Verband so noch nicht erlebt. „Diese Mengen sind statistisch noch seltener als einmal in 1000 Jahren und ein solches Extremereignis erzeugt Hochwasser, welches deutlich über den bekannten Ereignissen liegt“, schriebt der Wupperverband in einer Pressemitteilung. Seit Beginn der Aufzeichnungen habe keine vergleichbaren Regenmengen flächendeckend im Gebiet des Wupperverbandes gegeben.

Als Beispiel nennt der Verband die oberbergische Stadt Hückeswagen. Hier seien im Bereich der Bever-Talsperre rund 140 Liter pro Quadratmeter vom Mittwoch bis Donnerstag gemessen worden. „Das ist rund ein Zehntel der Regenmenge, die im Durchschnitt an dieser Messstelle in einem Jahr fällt.“ Auch an anderen Messstellenseien Regenmengen im Bereich von 130 bis 160 Litern pro Quadratmetern gemessen worden.

Wupper-Hochwasser: Kläranlagen ausgefallen – Auswirkungen noch nicht sichtbar

Betroffen vom Hochwasser ist Solingen im Bereich Unterburg, in Radevormwald mussten Menschen evakuiert werden, ebenso in Hückeswagen. In Wuppertal stieg der Pegel der Wupper extrem hoch. Die durch das Hochwasser entstandenen Schäden müssten jetzt gesichtet werden. „Der Wupperverband ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, Schäden zu sichten und mit der Bewältigung zu beginnen.“

Das Hochwasser hat unter anderem dazu geführt, dass Kläranlagen ausgefallen sind. So zum Beispiel in Odenthal und Hückeswagen. „Durch den Anlagenausfall gelangt Abwasser aus den betroffenen Kläranlagen, das stark durch Regenwasser verdünnt ist, in die Gewässer. Die Auswirkungen auf die Flussläufe unterhalb der Kläranlagen können nach dem Hochwasser eingeschätzt werden.“

Wupper-Hochwasser: Verband sieht „vorsichtige Entspannung“

Im Gebiet des Wupperverbandes sind die Talsperren voll und teils sogar übergelaufen. Es war so viel Wasser in den Talsperren wie sonst „bei hohen Winterhochwässern in der Vergangenheit nicht zusammenkam.“ Aus der Wupper-Talsperre beispielsweise musste deshalb Wasser abgelassen werden. Über 185 Kubikmeter Wasser pro Sekunde liefen nach Angaben des Verbandes kontrolliert über

Um 15:30 Uhr am Donnerstag sank der Pegel auf 3,28 Meter, was nach wie vor hoch ist. Jedoch zeichne sich eine „vorsichtige Entspannung“ ab. Der Wupperverband geht davon aus, dass der Pegel der Wupper nicht erneut ansteigt: „In den kommenden ein bis zwei Tagen wird der Wupperpegel dann voraussichtlich sinken.“ (sk)

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