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Wuppertal: Autozulieferer Schaeffler schließt Werk – 670 Mitarbeiter betroffen

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Eingangsbereich des Hauptsitzes der Schaeffler AG
Eingangsbereich des Hauptsitzes der Schaeffler AG. Das Unternehmen schließt sein Werk in Wuppertal. © Daniel Karmann/dpa

Im Rahmen der Umstrukturierung bei Automobilzulieferer Schaeffler erwischt es jetzt das Werk in Wuppertal. Das sind auch Auswirkungen der Corona-Krise.

Wuppertal/Herzogenaurach – Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler schließt sein Werk in Wuppertal. Betroffen sind rund 670 Arbeitsplätze, wie das Unternehmen am Montag in Herzogenaurach mitteilte. Es sei keine tragfähige Lösung für den Erhalt des Standortes, an dem Schaeffler derzeit noch Wälzlager für unterschiedliche Industrieanwendungen produziert, gefunden worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Zuvor hatte der Westdeutsche Rundfunk darüber berichtet.

2020 hat der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler wegen der Corona-Krise und eines Umbaus im Konzern ein deutliches Minus erwirtschaftet. Unter dem Strich steht ein Konzernverlust von 424 Millionen Euro, teilte Schaeffler Anfang März mit. Im Jahr zuvor schlug noch ein Gewinn von 428 Millionen Euro zu Buche. Die Umsätze sanken 2020 währungsbereinigt um 10,4 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro – der niedrigste Wert in den vergangenen fünf Jahren. 

Schaeffler: Schließung von Werk in Wuppertal ist Teil von Umstrukturierung

Die Schließung des Standortes Wuppertal ist Bestandteil eines größeren Pakets von Strukturmaßnahmen. Insgesamt will Schaeffler in Deutschland sogar rund 4400 Stellen abbauen, wie das Unternehmen bereits im vergangenen Herbst ankündigte. Der Stellenabbau soll zum größten Teil bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Schaeffler beschäftigte 2020 weltweit gut 83 000 Mitarbeiter.

Schaeffler werde nun zügig mit dem Betriebsrat in Wuppertal die Verhandlungen zu einem Interessenausgleich zur sozialverträglichen Umsetzung aufnehmen, um möglichst schnell Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen, kündigte der Unternehmenssprecher an.

Den von der Schließung betroffenen Beschäftigten sollen – soweit möglich – Stellen an anderen Schaeffler-Standorten angeboten werden. Außerdem sei geplant, eine kleinere Einheit für Service- und Vertriebsaktivitäten in Wuppertal aufrechtzuerhalten.

Corona-Krise setzt nicht nur Automobil-Zulieferern zu

Die Corona-Krise setzt auch anderen Sparten stark zu. Weil der Käufer unerwartet abgesprungen ist, steht Mister Minit in Deutschland vor dem Aus. Alle Filialen sollen geschlossen werden. In NRW betrifft das 18 Geschäfte.

Die Deutschen Confiserie-Holding (DCH-Gruppe) zu der Arko, Eilles und Hussel gehören, hatten Anfang Januar die vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Zwar durften die Filialen im zweiten Lockdown öffnen. „Dennoch blieb der Umsatz aufgrund der nur sehr gering frequentierten Einkaufsstraßen und Shopping-Center aus“, hieß es vom Unternehmen. Das Ostergeschäft will die Confiserie Holding trotz der Corona-Krise mitnehmen und 220 Filialen öffnen, darunter auch die Hussel-Filiale in der Aachener Straße in Köln. (dpa/lys)

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