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Wuppertal: Karnevalsprinz Thomas II. knipste sich unten ohne – und der Platz in der Prinzenpaar-Chronik ist weg

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Von: Johanna Werning

Das Amtsgericht in Wuppertal.
Prozess um Nackt-Selfie von Karnevalsprinz Thomas II. vor dem Amtsgericht in Wuppertal. © Caroline Seidel/dpa

Urteilsverkündung beim Karnevalsprinz Thomas II. aus Wuppertal – seine Klage gegen seine vorzeitige Amtsenthebung wurde abgelehnt. Auslöser waren pikante Fotos im Ornat.

Update vom 22. Januar 2021, 12:24 Uhr: Nachdem die Urteilsverkündung am 8. Januar auf den 22. Januar verlegt wurde, steht nun das Urteil im Karnevalsprinzen-Prozess fest. Das teilte die Pressesprecherin und Richterin des Wuppertaler Amtsgerichts Inka Reuber auf Anfrage von 24RHEIN mit. Die Klage von Thomas K. wurde von Richter Daniel Blümchen-Schrill abgelehnt. Der Pannen-Prinz klagte darauf, trotz fristloser Kündigung gemeinsam mit seiner Prinzessin Christin I. in die Chronik der Wuppertaler Prinzenpaare aufgenommen zu werden.

Karnevalsprinz Thomas II. knipste sich unten ohne – er wollte seinen damaligen Freund beeindrucken

Update vom 11. Dezember 2020, 15.20 Uhr: Vor Gericht gab Thomas K. erneut zu, die Nacktbilder erstellt zu haben. Doch die „Pracht-Fotos“ seien nie für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Stattdessen wollte der Karnevalsprinz aus Wuppertal mit den Bildern lediglich seinen damaligen Intimpartner und heutigen Exfreund beeindrucken.

Darauf bezieht sich auch der Anwalt von Prinz Thomas II. „Falls ein Schaden in der Öffentlichkeit entstanden sein sollte, trage dafür nicht der Prinz die Verantwortung, sondern der, der die Bilder strafbar weiterverbreitet habe“, so Klaus Specht, Anwalt von Thomas K.

Um ein rechtskräftiges Urteil sprechen zu können, vernahm Richter Daniel Blümchen-Schrill den besagten Exfreund des Prinzen, einen 41-jährigen Friseur, als Zeugen. Zögerlich räumte der Friseur ein, die Bilder an einen im Karneval aktiven Bekannten, aber nicht an den Karnevalspräsidenten, geschickt zu haben. Der Richter will am 8. Januar eine Entscheidung verkünden.

Prinzen-Prozess in Wuppertal – Prinz Thomas II. knipste sich unten ohne und wird daraufhin gekündigt

Erstmeldung, vom 11. Dezember: Wuppertal – Manch schmucker Karnevalsprinz zeigt gerne mehr als sein Ornat. Davon konnte sich der Wuppertaler Karneval dank eines sehr pikanten Fotos überzeugen: Prinz Thomas II. zeigte sich dort in seiner Pracht – obenrum Prinz und untenrum nackt. Der Vorstand des Carneval Comitee Wuppertal bekam die anzüglichen Aufnahmen zugeschickt. Das war zu viel für die Wuppertaler Narren!

Denn auch wenn Karnevalsprinzen die Jecken regieren, haben die närrischen Monarchen keine Immunität. Das wurde Prinz Thomas II. jetzt zum Verhängnis. Der Wuppertaler wurde vom Carneval Comitee unglamourös seines Amtes enthoben. Zu viel für den Karnevalsprinzen – er klagte gegen die Entscheidung beim Wuppertaler Amtsgericht.

Wuppertaler Nackt-Prinzen-Skandal – die Hintergründe

Doch wie kam es überhaupt zu der Prinzen-Panne? Kurz nach Aschermittwoch bekam der Präsident des Carneval Comitee Wuppertal Wilfried Michaelis eine skandalöse Nachricht: Ein anonymer Absender schickte ihm anzügliche Fotos des amtierenden Karnevalsprinzen Thomas II. Auf den vier Selfies trug der Narren-Prinz sein feierliches Prinzen-Ornat – doch der Wuppertaler schien etwas absichtlich vergessen zu haben – seine Hose.

„Ich konnte und wollte es nicht glauben, bis ich diese schockierenden Fotos gesehen habe“, erklärte Michaelis der Wuppertaler Rundschau. Für den Vorstand waren die Nacktfotos zu viel. Es folgte die fristlose Kündigung für Prinz Thomas II. „Du bist im Prinzen-Ornat in unmöglicher, schamverletzender, fast pornographischer Pose und damit eines Prinzen der Stadt Wuppertal unwürdiger Art abgebildet, deine Amtszeit ist mit dem heutigen Tag, dem 8. März beendet,“ hieß es in dem Kündigungsschreiben. Normalerweise wäre Prinz Thomas II. bis zum 11.11.2020 in Amt und Würden gewesen.

Prozess in Wuppertal: Prinz Thomas II. klagt für seine Regentschaft als Karnevalsprinz

Für den Karnevalsprinzen Thomas II. seien die Nacktbilder aber kein Problem – im Gegensatz zum Vorstand. Darum zog Thomas K. kurzerhand vor Gericht. Mit seinem Rechtsanwalt Klaus Specht will der Pannen-Prinz gegen die Kündigung vorgehen: Er möchte auch nach seiner Kündigung gemeinsam mit seiner Prinzessin Christin I. in die Chronik der Wuppertaler Prinzenpaare aufgenommen werden. Ob die Prinzessin und Ehefrau von Thomas K. den Rechtsstreit unterstützt bleibt dabei offen. Denn die Fotos haben ein weiteres pikantes Detail.

Karneval in Wuppertal: Pikanter Beigeschmack für Prinzessin Christin I.

Die Nacktfotos von Thomas K. waren nicht an Ehefrau Christin gerichtet. „Ich habe die Fotos nach Aschermittwoch in meiner Wohnung vor dem Spiegel aufgenommen und sie nur meinem Ex-Freund, mit dem ich lange ein Verhältnis hatte, zugeleitet – als Spaß und in der Hoffnung, dass er dies auch so verstanden hat. Nach der Weiterleitung der Fotos gab es keinen Kontakt mehr zu meinem Ex- Freund“, so der Pannen-Prinz gegenüber der Wuppertaler Rundschau. (jw)

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