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Wuppertal: Osterholz vollständig geräumt – Teil der Aktivisten in Polizeigewahrsam

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Polizeikräfte führen einen Aktivisten ab.
Die Polizei hat die Räumung im Osterholz am Donnerstag abgeschlossen. © Tim Oelbermann/Imago

In Wuppertal wurde am Donnerstag das Waldgebiet im Osterholz vollständig geräumt. Insgesamt wurden 25 Menschen aus den Bäumen geführt.

Update vom 27. Januar, 18:58 Uhr: Am dritten Tag hat die Polizei die Räumung des von Umweltaktivisten besetztes Waldstücks in Wuppertal abgeschlossen. Laut Mitteilung vom Donnerstagnachmittag sind insgesamt 25 Menschen aus den Bäumen geführt worden. Sechs Aktivisten mussten mit Unterkühlungen von Rettungskräften behandelt und zum Teil ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Holzkonstruktionen und Baumhäuser seien aus den Bäumen entfernt worden.

Ein Teil der Aktivisten sei weiterhin in Polizeigewahrsam, um die Identität festzustellen. „Während der Fortführung der Rodungsarbeiten und in der Nacht wird die Polizei den abgesperrten Waldbereich weiterhin sichern“, teilte die Behörde mit.

„Die Situation vor Ort ist bisher durch einen respektvollen Umgang der Beteiligten miteinander geprägt und bisher weitgehend gewaltfrei verlaufen. Dafür danke ich allen Beteiligten“ sagte Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Grüne) laut Mitteilung am Donnerstag. „Die gescheiterte Alternativensuche für eine Abwendung der 5-Hektar-Teilrodung im Osterholz müssen wir dafür nutzen, um daraus Perspektiven für einen besseren Waldschutz zu entwickeln.“

Rodung Osterholz in Wuppertal geht weiter: 20 Menschen aus den Bäumen geholt

Update vom 26. Januar, 19:08 Uhr: Die Räumung des von Umweltaktivisten besetzten Waldstücks in Wuppertal ist am Mittwoch fortgesetzt worden. Es seien weitere Baumhäuser und Holzkonstruktionen entfernt worden, teilte die Polizei mit. Bislang wurden ihr zufolge mehr als 20 Menschen aus den Bäumen geholt – dabei sei niemand verletzt worden. Am Abend befanden sich den Angaben zufolge noch einige Besetzer in Polizeigewahrsam, da ihre Identität zunächst nicht festgestellt werden konnte. Mehrere Mahnwachen von Aktivisten seien störungsfrei verlaufen, hieß es weiter.

Bei dem Einsatz habe ein Spezialfahrzeug der Polizei im Wald einen Unfall gehabt, bei dem ein Beamter schwer verletzt worden sei. Er kam in ein Krankenhaus. Drei weitere Polizisten erlitten leichte Verletzungen. An dem Unfall seien keine anderen Personen beteiligt gewesen. Die Räumung des besetzen Waldes hatte am Dienstagmorgen begonnen und soll nach Polizeiangaben auch am Donnerstag fortgesetzt werden.

Aus Sicht der Aktivisten verlief der zweite Tag nach Räumungsbeginn ruhig, wie Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative „OsterholzBleibt“ sagte. Sie kritisierte allerdings das Großaufgebot der Polizei. Sie werde das Gefühl nicht los, dass an den friedlichen Naturschützern ein Exempel statuiert werden solle.

Rodung Osterholz in Wuppertal: Erste Nacht nach Räumung im besetzten Wald blieb friedlich

Update vom 26. Januar, 8:08 Uhr: Die erste Nacht nach Beginn der Räumung eines von Aktivisten besetzten Waldstücks in Wuppertal ist friedlich verlaufen. Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Auch eine Demonstration, an der am Dienstagabend etwa 350 Umweltschützer teilnahmen, sei störungsfrei verlaufen.

Auch aus Sicht der Aktivisten verlief die erste Nacht nach Räumungsbeginn im Osterholz ruhig, wie Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative „OsterholzBleibt“ am Morgen sagte. Sie kritisierte allerdings das Großaufgebot der Polizei und sagte, dass die Kosten für den Einsatz hätten besser investiert werden können. Fridays for Future Wuppertal sieht in dem Abholzen von 1500 Bäumen zugunsten einer Abraumhalde „einen Skandal in Sachen Umwelt- und Klimaschutz“. Das Waldgebiet Osterholz ist nach Angaben der Aktivisten seit dem 15. August 2019 von Umweltschützern besetzt.

Rodung Osterholz: Polizei räumt besetztes Gebiet in Wuppertal – Einsatzbilanz

Update vom 25. Januar, 19:27 Uhr: Seit den frühen Morgenstunden ist die Polizei im Waldgebiet Osterholz im Westen Wuppertals im Einsatz. Hintergrund des Einsatzes ist das gerichtlich bestätigte Vorhaben einer ortsansässigen Firma, Rodungsarbeiten in einem Teilbereich des Osterholzer Waldes durchzuführen. Bis zu 30 Teilnehmer einer Bürgerinitiative befanden sich in dem festgelegten Gefahrenbereich.

„Die Polizeikräfte forderten die Versammlungsteilnehmer mehrmals auf, die Örtlichkeit zu wechseln. 16 Teilnehmer kamen der Aufforderung nicht nach und setzten sich auf den Weg, woraufhin die Einsatzkräfte sie von der Örtlichkeit trugen“, so die Polizei am Dienstagabend. Außerdem wurden bislang zwei Baumhäuser geräumt. Sieben Personen wurden aus den Baumhäusern herausgebracht, vier Personen wurden in Gewahrsam genommen, um die Personalien festzustellen. „Die Räumungsmaßnahmen dauern an und werden auch am morgigen Tag fortgeführt. Während der Nachtstunden wird die Polizei im Osterholzer Wald im Einsatz sein, um den Räumungsfortschritt zu sichern.“

Insgesamt wurden bislang acht Strafanzeigen gefertigt. „Dabei handelt es sich um drei Fälle von versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt aufgrund zu Einsatzbeginn in Richtung der eingesetzten Polizeikräfte geworfener Gegenstände, vier Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs sowie eine Strafanzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.“

Wuppertal: Rodung Osterholz – Polizei räumt besetztes Gebiet

Erstmeldung vom 25. Januar: Wuppertal – Bekommt das Bergische Land seinen eigenen „Hambacher Forst“? Das Waldgebiet Osterholz in Wuppertal soll zum Teil gerodet werden. Dagegen wehren sich Klimaaktivisten, die den Bereich besetzen und die Rodung unbedingt verhindern wollen. Seit Dienstagmorgen ist die Polizei vor Ort, um das Gebiet zu räumen.

Wuppertal: Wald Osterholz soll zum Teil gerodet werden – Klimaaktivisten besetzen Gebiet

Rund 1500 Bäume im Osterholzer Wald sollen weichen. Dafür wollen die Kalkwerke Oetelshofen auf dem Gebiet eine Abraumhalde einrichten. Das Unternehmen möchte dort Lehm, Sand und Erdreich aus der Kalksteingewinnung anhäufen. Die Bezirksregierung Düsseldorf stimmte dem Vorhaben bereits im Mai 2021 zu. Der Fall landete vor Gericht. Kurz vor dem Jahreswechsel erklärte dann auch das Oberverwaltungsgericht in Münster die Rodung als zulässig.

Das Waldgebiet, das bereits seit Bekanntwerden des Vorhabens 2019, von Umweltaktivisten und Bürgerinitiativen besetzt wird, soll nun geräumt und gerodet werden. Unter dem Hashtag #Osterholzbleibt protestiert die Bewegung vor Ort und bereitet sich seit Tagen auf eine mögliche Räumung vor. Die Bürgerinitiative beklagt unter anderem, dass das Teilgebiet des Waldes gerodet werden soll, obwohl es „mehrere Alternativen“ für eine solche Abraumhalde in der näheren Umgebung gebe. Die Kalkwerke Oetelshofen wiederum halten die Rodung des Teilstücks für alternativlos.

Wuppertal: Polizeieinsatz zur Räumung im Wald Osterholz

Die Polizei ist nun seit den frühen Morgenstunden am Dienstag im Osterholzer Wald im Einsatz. „Bei dem zur Rodung vorgesehenen Waldbereich handelt es sich um ein Grundstück, das im Eigentum des dortigen Unternehmens steht“, erklärt ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen (25. Januar). „Auf diesem Grundstück halten sich derzeit mehrere Personen gegen den Willen des Eigentümers auf. Ziel des polizeilichen Einsatzes ist die Gewährleistung einer gefahrlosen Durchführung der Rodungsarbeiten. Dazu ist es erforderlich, dass alle unberechtigten Personen den betroffenen Rodungsbereich freiwillig verlassen oder im Rahmen des Polizeieinsatzes aus dem Gebiet gebracht werden.“

Rodung Osterholz: Polizei rechnet mit Verkehrsproblemen

Das Waldgebiet Osterholz liegt im Westen von Wuppertal, im Stadtteil Vohwinkel. Mehrere Hauptstraßen, die Wuppertal und Haan (Kreis Mettmann) verbinden, liegen nahe dem Waldgebiet. Die Polizei rechnet im Rahmen des Einsatzes vor Ort mit Verkehrsproblemen in der Nähe. Autofahrern wird empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren, „auch, um Rettungswege freizuhalten“, so ein Polizeisprecher.

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Aktivisten den Bereich freiwillig räumen. Damit rechnet offenbar auch die Polizei. Sie sei nicht nur mit „einem starken Personaleinsatz“ vor Ort, sondern gehe auch davon aus, dass der Einsatz über diesen Dienstag hinaus andauern werde. „Gefährdendes Verhalten für Dritte wird die Polizei konsequent unterbinden und Straftaten verfolgen“, betont der Sprecher. (bs/ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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