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Wuppertaler Schwebebahn: Preise, Strecke, Geschichte und der Elefant Tuffi

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Die Wuppertaler Schwebebahn ist das Wahrzeichen der Stadt und transportiert jährlich fast 25 Millionen Fahrgäste. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

Wuppertal – Die Wuppertaler Schwebebahn ist Teil des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und offiziell die Stadtbahnlinie 60. Es ist möglich, mit einem Tagesticket des VRR mit der Schwebebahn zu fahren.

Die Wuppertaler Schwebebahn.
Die Wuppertaler Schwebebahn ist nicht nur Transportmittel, sondern auch Wahrzeichen der Stadt. © snowfieldphotography/Imago

Wuppertaler Schwebebahn: Was kosten die Tickets?

Wuppertaler Schwebebahn – Strecke, Stationen, Fahrgäste, Fahrtzeit, Fahrplan

Die Schwebebahn fährt auf einer Strecke von 13,3 Kilometer durch Wuppertal. Der Startpunkt liegt im Stadtteil Oberbarmen im Nordosten der Stadt, der Endpunkt in Vohwinkel im Südwesten. Fahrgäste können an 20 Stationen ein- und aussteigen, darunter am Wuppertal Hauptbahnhof, der auf der Mitte der Strecke liegt. Weitere wichtige Stationen sind Zoo/Stadion, Landgericht und Alter Markt. Die Schwebebahn fährt also viele beliebte Punkte Wuppertals an, darunter auch das Einkaufszentrum Wicküler City.

Jedes Jahr fahren über 24 Millionen Menschen mit der Bahn, unter der Woche sind es rund 82.000 pro Tag. Rollstuhlfahrer können die Schwebebahn dank moderner Aufzüge ebenfalls benutzen. Eine komplette Fahrt dauert je nach Uhrzeit 28 bis 30 Minuten. Betreiber der Schwebebahn sind die Wuppertaler Stadtwerke (WSW).

Wuppertaler Schwebebahn: Die Geschichte von Elefant Tuffi

Im Jahr 1950 machte eine junge Elefantenkuh namens Tuffi weltweit Schlagzeilen. Tuffi war Teil eines Zirkus, der in Wuppertal gastierte. Der Zirkusdirektor überzeugte die Behörden, dass er zusammen mit Tuffi in der Wuppertaler Schwebebahn fahren durfte. Damit wollte er seinen Zirkus bewerben. Mit dabei war ein ganzer Pulk von Journalisten.

Im Waggon war es eng und als die Bahn quietschte, wurde Tuffi nervös und begann zu trompeten und unruhig zu werden. Die Elefantenkuh geriet derart in Panik, dass der Direktor die Scheibe einschlagen musste und Tuffi hinaussprang – 10 Meter tief hinein in die Wupper. Wie durch ein Wunder blieb Tuffi bis auf ein paar Schrammen unverletzt und fühlte sich unten im Fluss so wohl, dass sie begann, sich mit ihrem Rüssel zu duschen.

Tuffi und ihr Sprung ins kalte Wasser sind bis heute im Gedächtnis der Wuppertaler geblieben. Der Elefant prangt auf Werbematerialien der Stadt und ist auch in der Gegenwart unvergessen.

Wuppertaler Schwebebahn: Die schlimmsten Unglücke

Bereits im Jahr 1903 gab es das erste Unglück. Ein Schwebebahnwaggon erfasste einen Fuhrmann auf seinem Wagen und verletzte ihn. Weitere Vorfälle folgten, doch jedes Mal gab es nur Verletzte. Der erste größere Zwischenfall war das oben erwähnte Ereignis mit dem Elefanten Tuffi. Neben Personenschäden gab es auch Unglücke, bei denen Waggons demoliert wurden. Besonders schlimm war es, als der sogenannte Kaiserwagen bei einem Unfall Schaden nahm. Der Kaiserwagen ist jener Waggon, in dem Kaiser Wilhelm II. und seine Frau die Wuppertaler Schwebebahn eröffneten. Doch die Techniker setzten ihn wieder instand.

Im Jahr 1999 gab es bei einem tragischen Unglück die ersten Toten. Nach einer Reparatur am Gleis fuhr der erste Wagen los und traf auf ein nicht entferntes Bauteil in der Schiene. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass der Wagen in den Fluss stürzte. Fünf Menschen starben, fast 50 trugen Verletzungen davon.

Wuppertaler Schwebebahn: Der Kaiserwagen

Der Kaiserwagen ist grundsätzlich bis heute intakt und fahrbereit. Im Linienverkehr ist der Kaiserwagen zwar nicht mehr unterwegs, doch regelmäßig gibt es Frühschoppen- und Kaffeefahrten für Nostalgiker. Interessierte können ihn für besondere Veranstaltungen buchen. Besonders beliebt sind Hochzeiten im Kaiserwagen. Eine Stunde Fahrt mit maximal 61 Hochzeitsgästen kostet an Wochentagen 513 Euro, am Wochenende 87 Euro mehr. Der Kaiserwagen erfreut die Fahrgäste mit festlicher Dekoration und Kellner in historischen Kostümen servieren die Speisen. Er wird aber Ende 2022 noch auf das neue Betriebssystem vorbereitet und steht daher derzeit (Stand: Dezember 2022) nicht zur Verfügung.

Wuppertaler Schwebebahn: Besonderheiten

Die Wuppertaler Schwebebahn ist die erste ihrer Art, die weltweit gebaut wurde. Technisch gesehen, handelt es sich allerdings um eine Einschienenhängebahn, der Begriff Schwebebahn trifft es also nicht genau, hat sich jedoch eingebürgert. In der Tat schwebt die Bahn nicht wie bei einer Magnetschwebebahn, sondern hat Kontakt zur Schiene, an der sie hängt. Ähnliche Hängebahnen gibt es in Dresden, Dortmund und Düsseldorf. Die größte Sammlung zum Thema Schwebebahn findet sich im Museum of Modern Art in New York. Eine weitere Besonderheit ist, dass Haribo sogar Schwebebahn-Fruchtgummis, die sogenannten „Schwebis“ im Sortiment hat.

Wuppertaler Schwebebahn: Die Wagen im Spiegel der Zeit

Im Laufe von über einem Jahrhundert gab es verschiedene Baureihen der Wuppertaler Schwebebahn. Im Einzelnen sind dies:

Wuppertaler Schwebebahn: Ein Modell für echte Fans

Seit wenigen Jahren gibt es Modelle der Wuppertaler Schwebebahn. Diese Miniaturen der Firma Herpa zeigen die Wagen der neuesten Generation. Sie sind 27,5 Zentimeter lang, der Maßstab beträgt 1:87. Sie sind in vielen Details originalgetreu, so ist etwa der Gelenkbalg wie bei der echten Schwebebahn dehnbar. Die Waggons gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Weitere Ausführungen zeigen den Elefanten Tuffi, Friedrich Engels, der in Wuppertal geboren wurde, sowie das „Blaue Wunder“, das ist die Bahn Nummer 1 der 15. Generation.

Wuppertaler Schwebebahn: Historische und moderne Videoaufnahmen

Über 1,4 Millionen Aufrufe hat ein Video auf YouTube. Es ist ein Zusammenschnitt einer historischen Aufnahme der Wuppertaler Schwebebahn von 1902 und einer modernen Aufnahme aus dem Jahr 2015. Der Kamerawinkel ist derselbe und die Zuschauer sehen für mehrere Minuten Fahrt beide Aufnahmen nebeneinander. Dabei fällt auf, dass zu Beginn des 20. Jahrhundert kaum Verkehr herrschte, aber durchaus einige Menschen unterwegs waren. Ab und an gibt es eine Kutsche oder ein Pferdefuhrwerk zu sehen. Des Weiteren gab es damals keine Werbereklame auf Hauswänden. (red) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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