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Wuppertaler Schwebebahn: Fahrplan, Preise, Geschichte – was Sie über die Bahn über der Wupper wissen müssen

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Im Stadtteil Vohwinkel schweben die Bahnen über der Straße
Die Wuppertaler Schwebebahn © picture alliance/dpa | Oliver Berg

Die Wuppertaler Schwebebahn ist das Wahrzeichen der Stadt und transportiert jährlich rund 24 Millionen Fahrgäste.

Wuppertal – Die Wuppertaler Schwebebahn ist Teil des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr und offiziell die Stadtbahnlinie 60. Damit ist es möglich, mit einem Tagesticket des VRR mit der Schwebebahn zu fahren.

Wuppertaler Schwebebahn – Strecke, Stationen, Fahrgäste, Fahrtzeit, Fahrplan

Die Wuppertaler Schwebebahn fährt auf einer Strecke von 13,3 Kilometer durch die Stadt. Startpunkt ist im Nord-Osten, Endpunkt ist im Süd-Westen. Fahrgäste können an 20 Stationen ein- und aussteigen, darunter am Hauptbahnhof, der auf der Mitte der Strecke liegt. Anfangs- und Endstation sind Oberbarmen und Vohwinkel. Weitere wichtige Stationen sind Zoo/Stadion, Landgericht und Alter Markt. Die Bahn fährt also alle beliebten Punkte Wuppertals an.

Jedes Jahr fahren über 24 Millionen Menschen mit der Bahn, unter der Woche sind es 82.000 pro Tag. Rollstuhlfahrer können dank moderner Aufzüge auch das Transportmittel benutzen. Die Fahrt dauert je nach Uhrzeit 28 bis 30 Minuten. Bis zum Sommer 2021 fährt die Schwebebahn aufgrund von Reparaturen von Montag bis Freitag nicht. Sie ist nur am Samstag und Sonntag in Betrieb und fährt laut Fahrplan alle sechs Minuten. Aktuelle Informationen gibt es auf der Website der Wuppertaler Schwebebahn.

Wuppertaler Schwebebahn: Die Geschichte von Elefant Tuffi

Im Jahr 1950 machte eine junge Elefantenkuh namens Tuffi weltweit Schlagzeilen. Tuffi war Teil eines Zirkus, der in Wuppertal gastierte. Der Zirkusdirektor schaffte es, bei den Behörden zu erreichen, dass er zusammen mit Tuffi in der Wuppertaler Schwebebahn fahren durfte. Damit wollte er seinen Zirkus bewerben. Mit dabei war ein ganzer Pulk von Journalisten.

Im Waggon war es eng und als die Bahn quietschte, wurde Tuffi nervös und begann zu trompeten und unruhig zu werden. Sie geriet derart in Panik, dass der Direktor die Scheibe einschlagen musste und Tuffi hinaussprang – 10 Meter tief hinein in die Wupper. Wie durch ein Wunder blieb sie bis auf ein paar Schrammen unverletzt und fühlte sich unten im Fluss so wohl, dass sie begann, sich mit ihrem Rüssel zu duschen.

Tuffi und ihr Sprung ins kalte Wasser sind bis heute im Gedächtnis der Wuppertaler geblieben. Der Elefant prangt auf Werbematerialien der Stadt und ist auch in der Gegenwart unvergessen. Es existiert sogar eine Fotomontage.

Wuppertaler Schwebebahn: Die schlimmsten Unglücke

Bereits im Jahr 1903 gab es das erste Unglück. Ein Schwebebahnwaggon erfasste einen Fuhrmann auf seinem Wagen und verletzte ihn. Weitere Vorfälle folgten, doch jedes Mal gab es nur Verletzte. Der erste größere Zwischenfall war das Ereignis mit dem Elefanten Tuffi. Neben Personenschäden gab es auch Unglücke, bei denen Waggons demoliert wurden. Besonders schlimm war es, als der sogenannte Kaiserwagen bei einem Unfall Schaden nahm. Der Kaiserwagen ist jener Waggon, in dem Kaiser Wilhelm II. und seine Frau die Wuppertaler Schwebebahn eröffneten. Doch die Techniker setzten ihn wieder instand.

Im Jahr 1999 gab es die ersten Toten. Nach einer Reparatur am Gleis fuhr der erste Wagen los und traf auf ein nicht entferntes Bauteil in der Schiene. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass der Wagen in den Fluss stürzte. Fünf Menschen starben, fast 50 trugen Verletzungen davon.

Wuppertaler Schwebebahn: Der Kaiserwagen

Der Kaiserwagen ist bis heute intakt und fahrbereit. Linienverkehr existiert keiner mehr. Doch regelmäßig gibt es Frühschoppen- und Kaffeefahrten für Nostalgiker. Interessierte können ihn für besondere Veranstaltungen buchen. Besonders beliebt sind Hochzeiten im Kaiserwagen. Eine Stunde Fahrt mit maximal 61 Hochzeitsgästen kostet an Wochentagen 513 Euro, am Wochenende 87 Euro mehr. Der Kaiserwagen erfreut die Fahrgäste mit festlicher Dekoration und Kellner in historischen Kostümen servieren die Speisen. Nähere Informationen mit Kontaktadressen gibt es im Flyer der Wuppertaler Schwebebahn.

Wuppertaler Schwebebahn: Besonderheiten

Die Wuppertaler Schwebebahn ist die erste ihrer Art, die weltweit gebaut wurde. Technisch gesehen, handelt es sich allerdings um eine Einschienenhängebahn, der Begriff Schwebebahn trifft es also nicht genau, hat sich jedoch eingebürgert. In der Tat schwebt die Bahn nicht wie bei einer Magnetschwebebahn, sondern hat Kontakt zur Schiene, an der sie hängt. Ähnliche Hängebahnen gibt es in Dresden, Dortmund und Düsseldorf. Die größte Sammlung zum Thema Schwebebahn findet sich im Museum of Modern Art in New York. Eine weitere Besonderheit ist, dass Haribo Schwebebahn-Fruchtgummis im Sortiment hat.

Wuppertaler Schwebebahn: Die Wagen im Spiegel der Zeit

Im Laufe von über einem Jahrhundert gab es verschiedene Baureihen der Wuppertaler Schwebebahn. Im Einzelnen sind dies:

Die neueste Generation hat die Erwartungen nicht erfüllt. Aktuell sind Klagen gegen die Hersteller geplant, da die Wagen statt 80.000 Kilometer nur 20.000 Kilometer ohne Störungen fahren können. Bereits nach kurzer Zeit gab es Schäden an den Rädern. Daher ist aktuell nur ein Wochenendbetrieb möglich – ein großer wirtschaftlicher Verlust!

Wuppertaler Schwebebahn: Ein Modell für echte Fans

Seit wenigen Jahren gibt es Modelle der Wuppertaler Schwebebahn. Diese Miniaturen der Firma Herpa zeigen die Wagen der neuesten Generation. Sie sind 27,5 Zentimeter lang, der Maßstab beträgt 1:87. Sie sind in vielen Details originalgetreu, so ist etwa der Gelenkbalg wie bei der echten Schwebebahn dehnbar. Die Waggons gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das Standardmodell ist eine blaue Schwebebahn und kostet 49 Euro. Weitere Ausführungen zeigen den Elefanten Tuffi, Friedrich Engels, der in Wuppertal geboren wurde, sowie das „Blaue Wunder“, das ist die Bahn Nummer 1 der 15. Generation. Diese Modelle kosten alle jeweils 59 Euro. Die Bahnen passen in jedes Setting einer HO-Modelleisenbahn. Alternative Ausstellungsorte sind Bücherregale, Schränke oder Kommoden.

Wuppertaler Schwebebahn: Historische und moderne Videoaufnahmen

Über eine Million Aufrufe hat ein Video auf YouTube. Es ist ein Zusammenschnitt einer historischen Aufnahme der Wuppertaler Schwebebahn von 1902 und einer modernen Aufnahme aus dem Jahr 2015. Der Kamerawinkel ist derselbe und die Zuschauer sehen mehrere Minuten Fahrt beide Aufnahmen nebeneinander. Dabei fällt auf, dass zu Beginn des 20. Jahrhundert kaum Verkehr herrschte, aber durchaus einige Menschen unterwegs waren. Ab und an gibt es eine Kutsche oder ein Pferdefuhrwerk zu sehen. Des Weiteren gab es damals keine Werbereklame auf Hauswänden.

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