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Lange Tradition endet: Keine Eisbären mehr im Wuppertaler Zoo

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Die Eisbärin Anori spielt mit einem Reifen.
Die Eisbärin Anori, hier spielend mit einem Reifen, hat den Wuppertaler Zoo verlassen (Archivbild). © Maja Hitij/dpa

Im Wuppertaler Zoo gibt es keine Eisbären mehr. Mit Anori ist die letzte ihrer Art ausgezogen. Damit endet nach über 100 Jahren die Eisbären-Haltung in Wuppertal.

Wuppertal – Die Eisbärin Anori hat den Wuppertaler Zoo verlassen – damit lief dort eine lange Tradition aus: Nach über einhundert Jahren ende die Haltung und Pflege von Eisbären in dem Tierpark, teilte der Zoo am Mittwoch (13. Oktober) mit. Demnach zog Anori am Dienstag aus ihrem Gehege im Bergischen Land in ihr neues Zuhause im französischen Mulhouse (Mülhausen) im Elsass. Dort habe das im Jahr 2012 in Wuppertal geborene Tier eine rund 3000 Quadratmeter große Freianlage mit Wasser-, Gras- und Schattenplätzen.

Wuppertaler Zoo: Zu wenig Platz – Eisbärin Anori zieht nach Frankreich

„Das Nordlandpanorama wurde vor über 100 Jahren gebaut und seitdem mehrfach umgebaut und erweitert. Für eine moderne, tiergerechte Haltung von Eisbären würde allerdings deutlich mehr Fläche als dort vorhanden benötigt und ein Um- oder Neubau wäre finanziell vom Grünen Zoo Wuppertal nicht zu stemmen gewesen“, teilte der Zoo mit. Daher habe man die Eisbären-Haltung schon seit längerer Zeit beenden wollen. Im November 2020 wurde bereits Eisbär Luka nach England abgegeben.

Eisbärin Anori: Neues Zuhause in Frankreich

Nach Angaben des Wuppertaler Zoos steht der Eisbärin Anori im französischen Mulhouse ein etwa 3000 Quadratmeter großes Freigehege zur Verfügung. Darin seien zwei Wasserbecken mit 80 Quadratmetern und 200 Quadratmetern Größe integriert. „Die Anlage ist mit Grasflächen, Felsen, Baumstämmen und Schattenplätzen attraktiv und naturnah gestaltet“, heißt es vonseiten des Zoos. Auch zwei Innenbereiche mit 180 und 50 Quadratmetern Größe gebe es für Eisbären in Mulhouse. Anori teilt sich ihr neues Zuhause in Frankreich mit der fast gleichaltrigen Sesi und deren rund ein Jahr alter Tochter Kara.

Von dem freigewordenen Platz sollen die Kalifornischen Seelöwen profitieren, deren Gehege erweitert werden soll, hieß es. Die entsprechenden Arbeiten würden in Kürze beginnen.

Wuppertaler Zoo: Eisbären-Haltung von PETA kritisiert

Auch die Tierschutzorganisation PETA freut sich über die Entscheidung des Wuppertaler Zoos. „Wir begrüßen das Ende der Wuppertaler Eisbärenhaltung sehr“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in Zoo und Zirkus bei PETA Deutschland. Die Tierschutzorganisation kritisierte die Haltung der Eisbären in Wuppertal seit Jahren und hatte den Zoo laut eigenen Angaben auch wiederholt angezeigt. (bs mit dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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