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Zensus NRW: Fragebogen ausfüllen, verweigern – alle Infos im Überblick

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Von: Benjamin Stroka

Der Zensus 2022 in Deutschland & hat NRW begonnen. Fragebogen, Verweigern, Datenschutz – Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Düsseldorf – Wie leben die Menschen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen? Wohnen sie zur Miete oder in einem Eigenheim? Leben sie allein oder mit einer Familie zusammen? Welchen Beruf und welche Ausbildung haben sie? Solche und ähnliche Fragen werden aktuell an vielen Türen in NRW gestellt. Denn am 16. Mai hat in Deutschland, und damit auch in Nordrhein-Westfalen, der Zensus begonnen. Allein in NRW werden bei dieser Volkszählung rund 5,5 Millionen Menschen befragt. Aber was ist der Zensus eigentlich genau? Warum werden die Befragungen durchgeführt und darf man den Zensus verweigern? Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Zensus 2022: Was ist der Zensus und wofür wird er gebraucht?

Der Zensus ist eine bundesweite Volkszählung und Befragung. Etwas salopp könnte man den Zensus auch als Inventur der Bundesrepublik bezeichnen. Allerdings wird nicht jeder Mensch in Deutschland befragt, sondern die Befragungen finden stichprobenartig statt. Das Ziel des Zensus ist einerseits möglichst genau herauszufinden, wie viele Menschen in Deutschland leben. Aber die Befragung hat noch viele weitere wichtige Ziele. Dazu zählt unter anderem zu erfahren, wie die Lebensverhältnisse der Einwohner sind und ob es in Deutschland ausreichend Gebäude, Wohnungen oder Schulen gibt.

„Die Ergebnisse des Zensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Planungsprozesse bei Bund, Ländern und Gemeinden“, teilt das für die Volkszählung zuständige Statistische Bundesamt mit. Der Zensus findet in Deutschland normalerweise alle zehn Jahre stattfindet. Der Zensus 2022 hat aber ein Jahr Verspätung, da die eigentlich schon für 2021 geplante Befragung aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurde. Zuletzt fand der Zensus 2011 statt.

Zensus: Wer und wie viele Menschen in NRW werden befragt?

Beim Zensus 2022 werden in NRW von den rund 18 Millionen Einwohnern insgesamt rund 5,5 Millionen Menschen befragt. Die Zahl teilt sich nochmal auf in rund 1,5 Millionen Personen, die bei der sogenannten Haushaltebefragung Auskunft geben müssen und rund 4 Millionen Menschen, die als Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnraum bei der Gebäude- und Wohnungszählung befragt werden.

Bei der Haushaltebefragung müssen die Befragten unter anderem Auskunft zu ihrem Namen, Geschlecht, Familienstand, Wohnsituation und ihrer Staatsangehörigkeit geben. Für die Befragungen gehen ehrenamtliche Interviewerinnen und Interviewer zu den entsprechenden Haushalten. Die Befragten bei der Gebäude- und Wohnungszählung müssen Fragen zu ihren Immobilien beantworten, unter anderem zur Art des Gebäudes, dem Baujahr, der Größe oder der Heizungsart. Wer am Zensus in NRW teilnehmen muss, wird vorab per Post darüber informiert.

Zensus NRW: Darf ich die Befragung verweigern oder ist die Teilnahme Pflicht?

Die Teilnahme am Zensus ist verpflichtend. Wer bei der Stichprobe ausgewählt wird, muss auch teilnehmen und die Befragung durchführen. Eine Verweigerung führt schlussendlich zu einer drastischen Geldstrafe.

Zensus: Welche Strafen drohen bei Verweigerung des Zensus?

Wer sich weigert, am Zensus teilzunehmen, bekommt zunächst ein Erinnerungsschreiben. Danach folgen eine erste sowie eine zweite Mahnung. Als letzter Schritt ist ein Zwangsgeld fällig. Dieses Zwangsgeld soll laut mehrerer Medienberichte in NRW bei rund 300 Euro liegen. Allerdings kommt man auch mit einer Zahlung des Zwangsgeldes nicht um den Zensus herum. Denn laut Verwaltungsvollstreckungsgesetz NRW kann „das Zwangsmittel beliebig oft wiederholt werden“.

Neben der Verweigerung kann auch eine Falschaussage beim Zensus richtig teuer werden. Denn auch für falsche Angaben bei der Befragung drohen Strafen. Laut Statistikgesetz NRW können für falsche Angaben beim Zensus Geldbußen bis zu 5000 Euro fällig werden.

Zensus NRW: Wie laufen die Befragungen ab? Was wollen die Interviewer wissen?

Wer befragt werden muss, erhält vorab ein Anschreiben und eine Terminankündigungskarte. Sollten die sogenannten Erhebungsbeauftragten, also die ehrenamtlichen Interviewerinnen und Interviewer, den oder die zu befragenden Personen nicht antreffen, wird mit einem weiteren Schreiben ein neuer Befragungstermin angekündigt.

Wichtig: Die Erhebungsbeauftragten müssen natürlich nicht in die Wohnung oder in das Haus gelassen werden. Außerdem müssen sie einen Ausweis über ihre Tätigkeit mitführen und auf Verlangen zusammen mit einem Lichtbildausweis vorweisen.

Nach ein paar einleitenden Fragen kann die restliche Befragung auf einem Fragebogen (in Papierform oder online) erledigt werden.

Zensus 2022 in NRW: Was wird bei der Haushaltebefragung gefragt?

► Geburtsdatum

► Geschlecht

► Familienstand

► Wohnsituation

► Migrationshintergrund

► Staatsangehörigkeit

► Bildungsabschluss

► Erwerbstätigkeit

Zensus 2022 in NRW: Was wird bei der Gebäude- und Wohnungszählung gefragt?

► Art des Gebäudes

► Baujahr

► Größe

► Nettokaltmiete

► Leerstandsdauer

► Leerstandsgründe

► Heizungsart und Energieträger

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Zensus in NRW: Wie lange dauern die Befragungen?

Die Befragungen an der Haustür dauern laut dem Statistischen Bundesamt maximal fünf bis zehn Minuten. Das Ausfüllen des Zensus-Fragebogens soll ebenfalls maximal zehn Minuten dauern.

Zensus NRW: Wie bekomme ich den Fragebogen und wofür brauche ich ihn?

Im Fragebogen werden nach dem Besuch durch die Interviewerinnen und Interviewer weitergehende Fragen, beispielsweise zur Bildung und zum Beruf, beantwortet. Die entsprechenden Zugangsdaten für den Online-Fragebogen erhalten die Befragten direkt von den Interviewerinnen und Interviewern. Wer den Fragebogen lieber in Papierform ausfüllen möchte, erhält diesen automatisch mit einem Erinnerungsschreiben.

Zensus in NRW: Wie steht es um den Datenschutz?

Beim Zensus in NRW wird laut den Organisatoren höchster Wert auf den Datenschutz gelegt. „Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass alle beim Zensus 2022 erfragten Informationen strengsten Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen unterliegen. Der Schutz der Daten jeder einzelnen befragten Person hat oberste Priorität“, heißt es dort.

Wie lange läuft der Zensus in NRW?

Der Zensus hat am 16. Mai begonnen. Die Volkszählung soll bis Mitte August 2022 abgeschlossen sein.

Zensus in NRW: Wann gibt es die Ergebnisse?

Auch wenn der Zensus noch im August beendet sein soll, ist im Hinblick auf die Ergebnisse Geduld gefragt. „Die Ergebnisse des Zensus werden voraussichtlich ab Ende 2023 vorliegen“, teilt das Statistische Bundesamt mit. Einen genauen Termin für die Ergebnisse gibt es noch nicht.

Weitere Fragen zum Zensus?

Das Statistische Landesamt in Nordrhein-Westfalen hat zum Zensus 2022 in NRW eine Service-Hotline geschaltet. Diese ist unter der Rufnummer 0211 82 83 83 83 montags bis freitags von 7:00 bis 21:00 Uhr und samstags von 9:00 bis 16:00 Uhr erreichbar.

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