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Energiekrise: Zoo Dortmund macht Amazonas-Haus dicht – was passiert mit den Tieren?

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Von: Mick Oberbusch

Das Amazonas-Haus im Zoo Dortmund schließt zum 31. Dezember 2022 dauerhaft. Der Grund: Die stark renovierungsbedürftige Anlage verbraucht zu viel Energie.

Köln – Seit 1992 gehört das Amazonas-Haus zu den größten Attraktionen im Zoo in Dortmund. Dort können Besucherinnen und Besucher verschiedene Fischarten in Aquarien bestaunen, Affen auf Bäume klettern sehen und sogar Wildschildkröten beobachten. Doch zum Ende dieses Jahres muss das Amazonas-Haus im Dortmunder Zoo dauerhaft schließen, wie die Stadt mitteilt.

Amazonas-Haus im Dortmunder Zoo
Das Amazonas-Haus im Zoo Dortmund schließt zum 31. Dezember 2022 – und das dauerhaft. © Marcel Stawinoga/dpa

Der Grund: Rund ein Drittel des Gesamtbedarfs an Strom und Gas des Dortmunder Zoos wird im Tropenhaus verbraucht. Nicht nur angesichts der aktuellen Situation zu viel, sodass rund 150 dort lebende Bewohnerinnen und Bewohner bald einen neuen Platz brauchen.

Zoo Dortmund
AdresseMergelteichstraße 80, 44225 Dortmund
Anzahl Tiereca. 1500
Öffnungszeitentäglich von 10 bis 16:30 Uhr
Eröffnung24. Mai 1953

Zoo Dortmund: Tropenhaus macht zum Jahresende zu – wie geht es mit den dort lebenden Tieren weiter?

Dortmunder Zoo – Das Tropenhaus

Das Amazonas-Tropenhaus ermöglichte in den letzten 30 Jahren Zoobesucher und Zoobesucherinnen einen Einblick in die Vielfalt der tropischen südamerikanischen Tierwelt. In der unteren Etage tauchten die Besucher und Besucherinnen gefühlt unter in den Amazonas und seine Nebenflüsse ein: dort lebten in mehreren Aquarien verschiedene Fischarten, Amphibien und Reptilien.

In der ersten Etage begegneten sie Tieren, die sich hauptsächlich an der Wasseroberfläche oder in der Nähe des Flusses aufhalten, wie Brauen-Glattstirnkaimane, Große Anakondas und Waldschildkröten. In der obersten Etage konnten die Besucher und Besucherinnen Affen wie Zwergseidenäffchen und Kaiserschnurrbarttamarine, sowie diverse Amphibien, Insekten und Reptilien als typische Baumbewohner beobachten. Quelle: Zoo Dortmund

„Die Energiekrise und die Notwendigkeit, mögliche Einsparpotenziale zu realisieren, führten zu dem Entschluss, das Haus nun schnellstmöglich komplett zu schließen. Eine bauliche und energetische Sanierung des Gebäudes wäre völlig unwirtschaftlich“, erläutert die Stadt.

Und weiter: „Durch die häufig defekte Heizungs- und Lüftungsanlage, die veralteten Fenster und die schlechte Isolierung der Baukonstruktion verbraucht das Haus mehr als ein Drittel des Gesamtbedarfs an Strom und Gas des Zoos.“ Für Besucherinnen und Besucher, die sich auf Affen, Schildkröten und Co. gefreut hatten, sicherlich eine traurige Nachricht. Doch wie geht es nun mit den Tieren weiter, die dort bislang gelebt haben?

Zoo Dortmund: Tropenhaus muss dauerhaft schließen – mehr als 150 Tiere sind dort zu Hause

„Die 150 tierischen Bewohner in 35 Arten des Amazonas-Hauses ziehen zum Teil bereits um. Die Tiere werden im Rahmen von Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) bzw. des EAZA Ex situ Programmes in andere Zoos abgegeben. Dieser Prozess läuft zurzeit. Über die Tiere, die möglicherweise im Zoo Dortmund bleiben werden, wird die Stadt informieren“, heißt es.

Langfristig soll jedoch ein neues Tropenhaus im Dortmund Zoo gebaut werden, sodass die aktuell dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner vielleicht eines Tages zurückkehren können. Zoo-Fans dürfte dies sicher freuen. In Köln hatte das Tropenhaus nach einem Brand Ende September 2022 wieder geöffnet. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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